Acoma-Pueblo
Wohngebiet
Lage des Acoma-Pueblos, benachbarter Pueblos und Reservationen in New Mexico.
Systematik
Kulturareal: Südwesten
Sprachfamilie: Keres
Sprache: Keres
Stammesgruppe: Pueblo-Indianer
Stamm, Volk: Acoma
Synonyme
Akoma, Ako

Die Acoma sind einer von 19 Stämmen der Pueblo-Indianer. Sie leben heute in der Acoma-Reservation westlich von Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexico. Der Name stammt von der indianischen Bezeichnung Akoma und bedeutet Volk vom weissen Felsen. Die Reservation wurde auf dem Gebiet von drei traditionellen Wohnstätten der Acoma errichtet, darunter dem Acoma-Pueblo (auch Himmelsstadt und von den spanischen Missionaren Königtum von Acus genannt), der Hauptsiedlung der Acoma, die auf einer Mesa, rund 120 m über der Steppe liegt.

Im Gegensatz zu den östlichen Pueblo-Stämmen ist bei den Acoma das Clansystem wichtiger als die Moieties. Und sie bevorzugten als Wohnung rechteckige Adobe-Pueblos statt runde. Ansonsten unterscheiden sich die Acoma kulturell nur geringfügig von den übrigen Pueblo-Stämmen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Entstehungsmythos

Gemäß den Mythen der Acoma gründete ihr Volk auf zwei Frauen, Nautsiti und Iatiku, die aus der Unterwelt heraufgestiegen waren. Sie erweckten mit Hilfe der Sonne alle anderen Lebewesen zum Leben. Anschließend heirateten die beiden Schwestern Männer und gebaren Kinder. Iatiku blieb dort, wo heute der Acoma-Pueblo steht und ihre Töchter wurden Clanmütter. Inzwischen war Nautsiti nach Osten gezogen. Da später die Spanier von Osten her kamen, hielten die Acoma sie für Nachkommen von Nautsiti und begegneten ihnen anfänglich überaus freundlich, bis sie ihren Irrtum bemerkten.

Prähistorie

Die Vorfahren der Acoma bestanden aus vier Gruppen, eine davon bewohnte den Pueblo seit frühen prähistorischen Zeiten, eine andere stieß um 1300 v. Chr. aus der Gegend von Mesa Verde hinzu. Die übrigen beiden Gruppen wanderten vermutlich von der Cebollita-Region her. Das Gebiet der Acoma dehnte sich damals vom Rio Grande aus nach Westen bis zur El Morro-Gegend. Sicher ist, dass im 13. Jahrhundert Migrationen ins Acoma-Territorium stattfanden.

In drei Stufen - Acoma I bis Acoma III genannt - entwickelten sich die anfänglichen einfachen Ein-Raum-Pueblo hin zu den heutigen komplexen Bauten.

Um 1200 v. Chr. begann sich die Töpferei der Acoma von derjenigen der Zuni zu unterscheiden, indem sie vulkanische Tonmischungen verwendeten.

Neben dem Acoma-Pueblo konnten bislang verschiedene Dörfer identifiziert werden: Acomita, McYartys, Locomotive Rock, Spider Spring, Cebolla und Questa. Diese dienten den Acoma primär als Camps zum Ackerbau und zum Viehhüten, während das alte Acoma-Pueblo als Basisniederlassung verwendet wurde.

Adobe-Häuser der Acoma
Acoma Pueblo

Erste Kontakte mit den Spaniern

Von den eintreffenden Europäern wurden die Acoma erstmals 1539 von Marcos de Niza erwähnt, der auf seiner Expedition von den Acoma hörte, ihnen jedoch nicht selbst begegnete. Trotzdem sprach er von einer Stadt voller Gold- und Silberschätze, was das Interesse der Spanier weckte. 1540 sandte Francisco Vásquez Coronado Captain Hernando de Alvarado ostwärts. Dieser brach am 29. August 1540 auf und stieß nach fünf Tagen auf den Acuco-Pueblo der Acoma. Er beschrieb die Bewohner als "...Räuber, die im ganzen Land gefürchtet sind."

Der Pueblo war auf einem Felsen errichtet und nur über eine Treppe zu betreten. Oben lagen eine Menge kleinerer und größerer Steine bereit, auf allfällige Angreifer hinuntergerollt werden zu können, ohne dass sich die Bewohner dabei zeigen mussten. Im Pueblo lebten etwa 200 Krieger mit ihren Familien auf einer Höhe von 120 Metern, verteilt auf vier Stockwerke. Ganz oben befanden sich Zisternen mit Mais und Wasser. Die Bewohner verwendeten Baumwolle, Hirschhäute, Kleider aus Büffelfellen, Mais, Truthähne und Türkis-Juwelen. Von Gold- und Silberschätzen konnte aber keine Rede sein.

In den folgenden Jahren besuchten verschiedene Expeditionen der Spanier die Acoma. Eine Expedition, die 1582 den Acoma-Pueblo erreichte, schätzte deren Bevölkerung auf 6.000 Personen.

Der spanische Vizekönig sandte 1598 Juan de Oñate aus, um das heutige New Mexico in Besitz zu nehmen. Am 20. April setzte er sich mit 129 spanischen Soldaten, die von ihren Frauen und Kindern zwecks Besiedelung des eroberten Gebietes begleitet wurden, sowie mit 10 Franziskaner-Mönchen und zwei Laien-Missionaren in Marsch; am 27. Oktober 1598 eroberte er das Acoma-Pueblo unter Häuptling Zutacapan widerstandslos. Ihm und seiner Truppe ging das Gerücht voraus, die Spanier seien unsterblich, weshalb die Acoma es vorzogen, keinen Krieg gegen sie zu führen. Oñate fürchtete, dass die Acoma ein Komplott gegen ihn schmiedeten, und so zogen die Spanier wieder ab.

Am 1. Dezember 1598 traf Juan de Zaldivar, ein Neffe von Oñate, mit 20-30 Männern beim Pueblo ein. Drei Tage später verließ er mit 16 Männern in voller Rüstung sein Camp und kletterte auf den Pueblo. Dort kam es zu einer Auseinandersetzung, bei der die Acoma Zaldivar und alle seine Männer außer fünf töteten. Die fünf sprangen vom Pueblo, wobei sich einer tödlich verletzte. Die übrigen vier entkamen zu ihren Kollegen, die im Camp warteten. Weshalb es zur Auseinandersetzung kam, ist unklar, eine überlieferte Geschichte der Acoma besagt, dass die Spanier einige Acoma-Frauen attackiert hätten.

Oñate sandte Juan de Zaldivars Bruder Vicente aus, um Juan zu rächen. Am 21. Januar 1599 erreichte dieser mit 70 Männern den Pueblo. Die Acoma hatten inzwischen bei befreundeten Stämmen um Hilfe gebeten und besonders Apachen-Krieger hatten Folge geleistet. Der Kampf dauerte drei Tage, bis 12 Spanier unbeobachtet im Süden den Pueblo erklettern konnten. Diese eroberten den ganzen Pueblo und verloren dabei nur einen Mann. Gegen Mittag des 24. Januars kapitulierten die Acoma. Von den schätzungsweise 6.000 Acoma hatten 800 ihr Leben verloren. Im Februar 1599 richteten die Spanier über die Acoma: Den männlichen Acoma über 25 Jahren wurde je ein Fuß abgehackt und sie mussten 20 Jahre lang bei den Spaniern Dienst leisten; alle männlichen Acoma zwischen 12 und 25 Jahren mussten ebenfalls 20 Jahre Dienst leisten, genauso wie alle Frauen über 12 Jahre. Zwei Indianern, die beim Überfall der Spanier gerade als Besucher im Pueblo weilten, wurde die rechte Hand abgehackt, anschließend schickten die Spanier sie als Warnung zurück in deren eigene Pueblos. Was persönlicher Dienst genannt wurde, war tatsächlich Sklaventum. Oñates Vorgehen löste bis zum spanischen Hof Protest aus. Trotzdem konnte sich Oñate bis 1609 in seinem Amt halten. Anschließend wurde ihm allerdings verboten, seinen Fuß in das Gebiet von New Mexico zu setzen. Zusätzlich musste er eine Geldstrafe von 6.000 Dukaten bezahlen. Auch Vicente de Zaldivar durfte acht Jahre lang New Mexico nicht betreten. Oñates Nachfolger Pedro de Peralta führte nur geringe Reformen im Verwaltungssystem durch; den Acoma begegnete er ähnlich intolerant und zwang ihnen mit Hilfe von Franziskanermönchen die spanische Bildung und die Konvertierung zum Christentum auf. Zudem presste er ihnen hohe Steuern ab.

Nach Ablauf der Zwangsarbeit kehrten die Acoma nach und nach zurück. Zusammen mit Indianern aus anderen Pueblos, die aufgrund eines Konfliktes mit den spanischen Verwaltern oder Missionaren geflohen waren, bauten sie zwischen 1599 und 1620 das zerstörte Pueblo wieder auf. Der Acoma-Pueblo wurde nach den blutigen Zusammenstößen von den Spaniern lange Zeit gemieden. Erst ab 1629 ließ sich mit Juan Ramirez wieder ein Missionar dort nieder. Die Acoma haben Ramirez noch heute gut in Erinnerung. 1630 lebten wieder etwa 2.000 Menschen im Pueblo. Diese Zahl sank in der Folge kontinuierlich.

Pueblo-Aufstand

Nachdem andere Franziskanermönche auf Ramirez folgten, wurden die Zeiten schlechter für die Acoma. Sie verloren ihre besten Anbaufelder. Zwischen 1645 und 1675 wurde die Unterdrückung durch die Spanier immer deutlicher, insbesondere durften die Acoma ihre traditionelle Religion nicht mehr praktizieren, von der sie sich trotz der Konvertierung zum Christentum nicht losgesagt hatten. Als die Pueblo-Völker 1680 gegen die Spanier revoltierten, nahmen auch die Acoma am Aufstand teil. Sie verbrannten alle christlichen Symbolgegenstände; "ihr" Franziskaner-Priester Lucas Maldonado konnte vermutlich noch rechtzeitig fliehen. Wegen ihrer geografischen Abgelegenheit spielte der Acoma-Pueblo beim Aufstand keine sehr bedeutende Rolle. Die Acoma verhielten sich den Spaniern gegenüber auch noch feindlich, als 1695 einige Pueblo-Gruppen vor allem der Keres den Aufstand beendeten. Sie verbündeten sich mit den Hopi, Zuni und Apachen. Während des Aufstands zogen viele Flüchtlinge der befreundeten Stämme ins Acoma-Pueblo. 1681 versuchten die Spanier New Mexico zurückzuerobern; sie scheiterten.

Am 15. August 1696 griffen die Spanier unter Diego de Vargas den Acoma-Pueblo an. Sie nahmen fünf Gefangene, darunter ein Häuptling. Doch gelang es ihnen nicht, den Pueblo zu erobern. Vargas ließ die Gefangenen erschießen, zerstörte die Felder der Acoma und zog wieder ab.

Gemäß mündlichen Überlieferungen verließen die im Pueblo angesiedelten Flüchtlinge anderer Pueblos zwischen 1697 und 1699 das Acoma-Pueblo und siedelten an einem nahegelegenen See. Die Siedlung wurde bekannt als Laguna. Etwa zur selben Zeit nahmen die Acoma einige ihrer saisonalen Camps wieder in Betrieb.

Am 6. Juli 1699 griff Vargas Nachfolger Pedro Rodriguez Cubero den Acoma-Pueblo an. Die Acoma ergaben sich, nachdem sie wussten, dass all ihre Verbündeten ebenfalls kapituliert hatten. Anschließend wurde die Mission wieder errichtet. Die Acoma schworen der spanischen Krone Treue; diese Entscheidung erlaubte es ihnen, in der Folge wieder Felder anzulegen und ihre Schafherden wieder aufzubauen.

18. - 20. Jahrhundert

Frau der Acoma, Edward Curtis, 1926

Im 18. Jahrhundert lebten die Acoma in Frieden mit den Spaniern, abgesehen von vereinzelten Vorfällen. Die Missionare sahen ein, dass sie die Kivas und damit auch die traditionellen Zeremonien nicht aus dem Pueblo verdrängen konnten. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern versuchten sie nicht, dies mit Gewalt durchzusetzen. Die Spanier und die Pueblo-Völker wurden vermehrt durch räuberische Nomadenstämme, hauptsächlich die Comanche, Diné und Apachen, bedroht und verbündeten sich gegen diese gemeinsamen Feinde.

Die Acoma genossen fortan eine ruhige Zeit, Ackerbau und Handel erlebten eine neue Blüte. Jäger der Acoma stießen tief in den Norden vor und kamen mit Bisonfellen zurück, die sie nach Mexiko verkauften. Zu Spannungen kam es 1750, als die Spanier versuchten, Diné-Indianer bei den Acoma anzusiedeln. Der Siedlungsplan wurde bald verworfen; die Acoma waren nicht nur dagegen, weil sie den Diné feindlich gesinnt waren, sondern auch, weil die Ressourcen zu knapp waren.

1780-1781 wurden die Acoma durch eine Pocken-Epidemie von rund 1.500 Menschen auf etwa 530 reduziert. Bis 1795 hatte sich ihre Zahl wieder auf 900 erholt.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verbesserte sich der Status der Pueblo-Indianer aufgrund von mexikanischen Verwaltungsreformen. 1846 kam es zum Krieg zwischen Mexiko und den benachbarten USA. Mit dem Friedensvertrag von 1848 übernahmen die USA die Macht in New Mexico. Die Amerikaner wurden von den Acoma mehrheitlich freundlich empfangen, da sie die Vertreibung der spanischen Verwaltung begrüßte.
Am 6. Juli 1857 legte die US-Regierung die Grenze der Territorien der Acoma und der Laguna fest. Dabei richtete sie sich nach den Vorgaben von 1848. Mexikanische Spekulanten wie auch amerikanische Farmer versuchten häufig, das fruchtbare Land der Acoma zu ergattern; gelegentlich erhielten sie von amerikanischen Bundesgerichten recht, da das amerikanische Schutzgesetz für Indianer 1834 erlassen wurde, als die Acoma noch nicht den USA unterstanden. Erst 1913 erhielten die Acoma dieselben Rechte wie die übrigen US-amerikanischen Indianerstämme. Die Amerikaner fühlten sich von den Acoma nicht bedroht und entschieden sich, sie ihre traditionelle Lebensweise leben zu lassen. Dies und die Tatsache, dass das Acoma-Pueblo sehr abgeschieden lag, trug dazu bei, dass sich ihre Lebensart nur sehr langsam änderte.

US-militärische Statistiken nennen für 1870 eine Bevölkerungszahl von 435 Acoma, die in 124 Familien lebten. Sie besaßen 58 Pferde, 860 Rinder, 92 Ochsen, 1600 Schafe, 503 Ziegen, 82 Schweine, 68 Esel und 10 Maultiere.

Um 1879 wurde die Atchison, Topeka und Santa Fe Railway durch das Gebiet der Acoma errichtet. Sie brachte Siedler, die sich auf Dauer in diesem Gebiet niederließen. Erst jetzt begann sich das Leben der Acoma rascher zu ändern. Zahlreiche Acoma verließen ihren unwirtlichen Pueblo und siedelten sich entlang der Bahnlinie an, von wo aus sie ihre Felder und Viehweiden besser bewirtschaften und die Absatzmärkte für ihre Produkte besser erreichen konnten.

1885 verfügten die Acoma über 400 Pferde, 500 Esel, 550 Rinder, 25 Schweine, 9.500 Schafe und 250 Hühner.

1890 grassierte erneut eine Pocken- und Diphtherie-Epidemie bei den Pueblos in New Mexico und ließ die Bevölkerungszahl der Acoma von 582 auf 504 sinken.

1897 berichtete eine "Indianeragentur", dass im Acoma-Pueblo zwar 55 Kinder lebten, dass jedoch keine Schule existierte. 1917 waren es 150 Kinder im Schulalter, davon würden aber nur 19 in der Schule in Acomita erscheinen. Die Acoma nahmen nur nach und nach die Errungenschaften der Weißen an.

Im 19. und 20 Jahrhundert waren die Acoma immer wieder in Landstreitigkeiten verwickelt. 1922 sollte ihr Reservationsland gemäß dem General Allotment Act parzelliert und unter den Acoma verteilt werden, soweit dies nicht bereits geschehen war. Die genau festgelegte Landgröße pro Kopf war so berechnet, dass Land übrigblieb, das an weiße Farmer verkauft werden konnte. Die Acoma setzten sich gegen das neue Gesetz zur Wehr, konnten aber nicht verhindern, dass es am 23. März 1928 vollzogen wurde. Noch im gleichen Jahr legte der Gouverneur der Acoma fest, dass weiße Besucher auf der Acoma-Mesa eine Eintrittsgebühr zu entrichten hätten. Die Bevölkerung im Pueblo nahm wieder zu; 1946 lebten etwa 1.000 Menschen dort.

Nach dem Indian Reorganization Act von 1934 kehrten die Acoma zu ihrem traditionellen Regierungssystem zurück, das in keiner schriftlichen Konstitution festgelegt war. Diese Regierungsform bestand mit einigen Einschränkungen auch noch 1978.

Trotz ergänzenden Tätigkeiten wie der Töpferei, der Herstellung von Silberschmuck, Trommeln und Lederarbeiten kamen die Acoma Ende der 1960er Jahre gerade auf ein durchschnittliches Jahreseinkommen von nur 500 US-Dollar.

Ab den 1980er Jahren entwickelte sich der Tourismus zum Hauptwirtschaftsfaktor. Aufgrund der steigenden Bedeutung des Tourismus öffneten sich die Acoma vermehrt der Kultur der Weißen. So begannen sie ihre Kinder zweisprachig, Englisch und Keresan, zu unterrichten. 1982 entstand das erste Wörterbuch Englisch-Keresan. 1989 nahmen die Acoma über eine Million US-Dollar von ihren Besuchern ein. Mittlerweile besitzen die Acoma in Acomita ein Spielkasino. Mit den Erlösen kaufen sie Land zurück.

Die meisten Acoma leben heute im Tal, in Aznac, McCarty oder Acomita. Nur noch sehr wenige Acoma leben im Pueblo, doch kehren viele bei Feierlichkeiten wie Hochzeiten, Begräbnissen oder traditionellen Tänzen dorthin zurück. Die Arbeitslosigkeit liegt bei etwa 60%.

Kultur

Die Beschreibung der Kultur der Acoma beruht hauptsächlich auf mündlichen Überlieferungen.

Obwohl sich die Acoma durchaus zur Wehr setzen konnten, galten sie als friedliches Volk, das Ackerbau betrieb. Ihre kriegerischen Erfahrungen beruhten auf ständigen Angriffen von nomadischen Völkern. Zu den Feinden zählten vor allem Stämme der Apachen.

Die traditionelle Nahrung bestand aus verschiedenen Zubereitungsarten von Blauem Mais bis hin zu einem Drink, aus Weizenkuchen, Brot, Pfirsichen, wilden Beeren, wilden Bananen und weiteren Früchten. Neben dem Mais pflanzten die Acoma Melonen, Kürbisse, Bohnen, Chili, Zwiebeln, Rüben und Früchte wie Pfirsiche, Pflaumen, Aprikosen, Äpfel, Birnen und Kirschen an. Heute sind Eintöpfe, die mit Chili gewürzt sind, sehr beliebt. Früchte und Gemüse sind weiterhin von großer Bedeutung.

Die Arbeit - Mais pflanzen, ernten und mahlen, Bewässerungsgräben ausheben, jagen usw. - wurde gemeinsam verrichtet; der Häuptling war für eine ausgeglichene Verteilung zuständig.

Für die meisten Acoma waren Religion, Philosophie und Ästhetik von großer Bedeutung. Sie kannten viele Gebete, Lieder und Tänze. Sie führten auch gerne Theater auf, sowohl Dramen als auch Komödien. Daneben schufen sie gerne Kunsthandwerk und Alltagsgegenstände wie Töpfereien, Decken, Gürtel, Kleider, Mokassins, Körbe und Schnitzereien.

Die indianische Medizin war bei den Acoma ein gut organisiertes System, ebenso wie die Bildung. Die Schüler wurden im Benehmen, menschlichem Geist, Körperkunde, Ethik, Astrologie, Kinderpsychologie, Geschichte, Rhetorik, Musik und Tanz unterrichtet. Theologie war eine der zentralen praktischen Übungen.

Adolph F. A. Bandelier forschte 1883-1884 bei den Acoma. Er erwähnt einen Tanz, der Chakuuya genannt wurde. Weiter sprach er von neun Klans, die heute nicht mehr existieren: Schlange, Eidechse, Shiahut, Türkisstein, Kojote, Puma, Dachs, Grille und Purpur-Mais. Weitere 14 Klans, die Bandelier erwähnte, existierten 1978 noch: Wasser, Himmel, Sonne, Truthahn, Adler, Roadrunner (Rennkuckuck), Eiche, Efeu, Rot-Mais, Gelb-Mais, Weiß-Mais, Kürbis, Bär und Antilope. Jeder Klan besaß seine eigenen Zeremonien und sein eigenes Wissen. Starben die Klans aus, verschwanden die Zeremonien mit ihnen.

Die Klans sind matrilinear und in Moieties organisiert. Jeder Klan hat seine Verantwortlichkeiten. So stellt zum Beispiel der Antilopen-Klan den Kaziken und ist für die Regierungsgeschäfte und die Landverteilung zuständig.

Für die Heiratszeremonien wurden die Riten der Römisch-Katholischen Kirche übernommen; nur wenige heiraten gemäß den traditionellen Riten. Nur exogame Heiraten sind erlaubt.

Noch immer wohnen viele Acoma in Adobe-Häusern. Besonders Häuser, die durch Regierungsprogramme gebaut werden, sind hingegen aus Beton.

Siehe auch

Liste nordamerikanischer Indianerstämme

Literatur

  • Kuegler, Dietmar: Acoma - "Das Volk vom Weißen Felsen". In: Magazin für Amerikanistik, Heft 1-4 1997
  • William C. Sturtevant (Hrsg.): Handbook of North American Indians, Smithsonian Institution Press, Washington D.C.
    • Alfonso Ortiz (Hrsg.): Southwest Vol. 9, 1979 ISBN 0-16004-577-0
    • Alfonso Ortiz (Hrsg.): Southwest Vol.10, 1983 ISBN 0-16004-579-7

Weblinks


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