Actinolit
Aktinolith
Aktinolith-Kristall aus Muránska Dlhá Lúka/Revúca in der Slowakei
Chemische Formel Ca2(Mg,Fe2+)5[OH|Si4O11]2
Mineralklasse Kettensilicate und Bandsilicate, Gruppe Calcium-Amphibole
9.DE.10 (8. Auflage: VIII/F.10-020) (nach Strunz)
66.1.3a.2 (nach Dana)
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse monoklin-prismatisch \ 2/m
Farbe hellgrün bis schwarzgrün
Strichfarbe weiß
Mohshärte 5 bis 6
Dichte (g/cm³) 3,2
Glanz Glasglanz bis matt
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Bruch uneben bis muschelig
Spaltbarkeit gut
Habitus säulige, nadelige Kristalle, radialstrahlige, körnige Aggregate
Häufige Kristallflächen
Zwillingsbildung
Kristalloptik
Brechzahl α=1,613-1,628 β=1,627-1,644 γ=1,638-1,655
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
Δ=0,025-0,027 ; zweiachsig negativ
Pleochroismus schwach gelb, grüngelb, schwach grün
Weitere Eigenschaften
Radioaktivität nicht radioaktiv
Magnetismus nicht magnetisch

Aktinolith ist ein sehr häufig vorkommendes und bekanntes, gesteinsbildendes Mineral aus der Mineralklasse der Silicate, genauer ein Bandsilicat aus der Gruppe der Calcium-Amphibole. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Formel Ca2(Mg,Fe2+)5[OH|Si4O11]2 und entwickelt vor allem säulenförmige Kristalle, aber auch radialstrahlige oder körnige Aggregate in hellgrüner bis schwarzer Farbe. Das Mineral bildet Pseudomorphosen nach Pyroxen.

Aktinolith bildet zusammen mit Tremolit und Ferro-Aktinolith eine Mischreihe mit variabel austauschbaren Magnesium-Ionen (Tremolit) und Eisen-Ionen (FerroAktinolith).

Inhaltsverzeichnis

Etymologie und Geschichte

Der Name Aktinolith ist ein Kunstwort, das sich aus zwei griechischen Wörtern zusammensetzt: ἀκτίς (aktis, "Strahl") und λίθος (lithos, "Stein"). Der Name nimmt Bezug auf das oftmals faserige oder radialstrahlige Auftreten des Minerals.

Varietäten und Modifikationen

hellgrüner Byssolith

Zur Zeit sind drei Varietäten des Aktinoliths bekannt:

  • Byssolith (Amiant) - hell- bis dunkelgrüne (manchmal auch blaugrüne), feinhaarige, langnadelige Kristalle oder feinfaserige Aggregate, die oft wie Fasermatten aussehen. Byssolith kommt häufig, in einer sogenannten Paragenese, neben Epidot vor.
  • Bergleder - flächig, ledriges Aussehen
  • Smaragdid oder Smaragdit - smaragdgrüne Farbe durch Beimengungen von Chrom.

Der Nephrit ist dagegen ein Mischkristall aus Aktinolith und Tremolit.

Bildung und Fundorte

Aktinolith bildet sich in metamorphen Gesteinen wie Amphibolit, Dolomit und Schiefer. Begleitet wird es zum Beispiel von Anthophyllit, Chloriten, Dolomitspat und Calcit.

Fundorte sind unter anderem Jujuy, Río Negro und San Luis in Argentinien; mehrere Regionen in Australien; Brabant in Belgien; Brumado/Bahia in Brasilien; Antofagasta, Atacama und bei Coquimbo in Chile; viele Regionen in der Volksrepublik China; Baden-Württemberg (Schwarzwald, Wolfach), Bayern (Spessart, Niederbayern) , Hessen (Odenwald), Niedersachsen (Harz), Nordrhein-Westfalen (Sauerland), Rheinland-Pfalz (Mendig in der Eifel), Sachsen (Erzgebirge) und Schleswig-Holstein (Brunsbüttel, Kiel) in Deutschland; Kampanien, Ligurien, Lombardy (Val Malenco) und weitere Regionen in Italien; viele Regionen in Kanada; Kärnten, Niederösterreich, Salzburg, die Steiermark und im Tiroler Zillertal in Österreich; Sobotín in Tschechien; sowie zahlreiche Regionen in den USA. [1]

Verwendung

Aktinolith und Byssolith wurden vor allem als Asbest genutzt. In der traditionellen chinesischen Medizin wird der Stein gegen Impotenz eingesetzt.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. MinDat - Localities for Actinolite (engl.)

Literatur

  • Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. 4. Auflage. Christian Weise Verlag., München 2002, ISBN 3-921656-17-6.
  • Petr Korbel, Milan Novák: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag., Eggolsheim 2002, ISBN 3-89555-076-0.

Weblinks


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