Ada E. Yonath

Ada Yonath (* 22. Juni 1939 in Jerusalem) ist eine israelische Strukturbiologin am Weizmann-Institut für Wissenschaften in Rechowot, Israel. Sie entwickelte die Grundlagen für die Kristallisation von Ribosomen und konnte weltweit erstmals deren Untereinheiten elektronenmikroskopisch darstellen. In der Folge gelang es ihr, den Wirkmechanismus von mehr als 20 Antibiotika aufzuklären.

Ada Yonath studierte ab 1959 Chemie an der Hebräischen Universität Jerusalem. Im Anschluss an ihr Bachelor-Examen studierte sie ab 1962 Biochemie und wechselte nach dem Erhalt des Master-Grads 1964 ans Weizmann-Institut, wo sie bis 1968 für ihre Dissertation auf dem Gebiet der Röntgenkristallographie tätig war. Nach zwei Jahren Aufenthalt am Mellon Institute und am Massachusetts Institute of Technology kehrte sie 1970 zunächst in die Abteilung für Chemie des Weizmann-Instituts zurück. 1974 wechselte sie in die Abteilung für Strukturchemie, wo sie ab 1984 eine außerordentliche Professur inne hatte. Seit 1988 ist sie Professorin für Strukturbiologie und seit 1989 zugleich Direktorin des Kimmelmann Center for Biomolecular Assemblies am Weizmann-Institut.

Parallel zur Tätigkeit am Weizmann-Institut war Yonath bereits seit 1971 als Dozentin an der Universität Tel Aviv, der Ben-Gurion-Universität des Negev und der Open University of Israel tätig. Sie forschte u.a. an der Dental School der University of Alabama (1974), an der University of Chicago (1977–1978) sowie am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin-Dahlem (1979–1983). Von 1986 bis 2004 leitete sie eine Forschergruppe für Molekularbiologie des Max-Planck-Instituts am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg.

In Zusammenarbeit mit Forschern des Berliner Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik entwickelte Ada Yonath die Grundlagen für die Kristallisation von Ribosomen. 1980 gelang es ihr erstmals, die beiden Untereinheiten der Ribosomen von Eubakterien zu kristallisieren und in Zusammenarbeit mit dem Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft elektronenmikroskopisch darzustellen. Die von ihr entwickelte „Kryo-Biokristallographie“ wurde rasch zu einem Standardverfahren der Strukturbiologie. Im Jahr 2000 bestimmte sie, wiederum in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für molekulare Genetik, mit Hilfe der Röntgenkristallographie die genaue dreidimensionale Struktur der Ribosomen-Untereinheiten und ihrer mit Antibiotika verbundenen Komplexe. Hierdurch wurden neue Einblicke über den Weg der Proteinbiosynthese in den Ribosomen der Bakterien gewonnen, die auch zum Verständnis beitrugen, wie Antibiotika wirken und wie Bakterien gegen Antibiotika resistent werden.

Ada Yonath ist seit dem Jahr 2000 Mitglied der Israel Academy of Sciences and Humanities und seit 2003 Mitglied der US-amerikanischen National Academy of Sciences, ferner der American Academy of Arts and Sciences und der International Academy of Astronautics. Für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der Ribosomenforschung wurden ihr u.a. 2002 der Israel-Preis sowie – gemeinsam mit Harry Noller – 2004 der Massry-Preis und 2007 der Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis verliehen. Ferner erhielt sie den Louisa Gross Horwitz-Preis (2005), den Wolf-Preis (2007) und – für ihr Lebenswerk – den UNESCO-L'Oréal-Preis für Frauen in der Wissenschaft (2008).

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