Adadnirari I.
Stele eines Königs names Adad-nirari, vermutl. des I. Ehem. Irakisches Nationalmuseum, jetzt verschollen.

Adad-nirari I. (auch Adadnirari I.) regierte von 1295 v. Chr. bis 1264 v. Chr. als assyrischer König der 5. Dynastie. Er war Sohn und Nachfolger Arik-den-ilus.

Inhaltsverzeichnis

Titel

Er nannte sich "Heiliger Herrscher", Oberster Richter, den Göttern genehm, Statthalter der Götter, erhabener Priester des Gottes Enlil, Herrscher, dem An, Assur, Šamaš, Adad und Ištar alle Herrscher zu Füßen werfen, Erweiterer der Grenzen, Vizekönig des Assur. Zum ersten Mal ist hier in der königlichen Titulatur ein unverkennbar militaristischer Zug zu erkennen, der die Betonung der Gunst der Götter unter den vorherigen Königen ablöst oder zumindest zurückdrängt. Auch wenn er seine Vorfahren wie Enlil-nirari und Aššur-uballit I. erwähnt, werden nun deren militärische Erfolge in den Vordergrund gestellt. Auf einer Stele aus Assur nennt er sich König des Weltkreises, starker König, König von Assyrien.

Herrschaft

Aus seiner Zeit ist Korrespondenz mit den hethitischen Königen überliefert.

Adad-nirari rühmt sich der Siege über die Kassiten, Qutu, Lullumu, Subartu, Taidu, Šuru, Kahat, Amasaku, Nabula, Waššukanni, der Länder zwischen Rapiqu und Eluhat, über Karkemiš und das Turukku, Katmuhi und seiner Verbündeten.

Er besiegte auch die "Horden" der nomadischen Ahlamu, der Sutu, die sich schon unter Aššur-uballit I. durch die Unterbrechung des diplomatischern Verkehrs mit Ägypten unbeliebt gemacht hatten, und der Jauru.

Adad-nirari machte Hanigalbat zeitweise zu einem assyrischen Vasallenstaat. Es gelang Adad-nirari, Šattuara, den König von Hanigalbat gefangen nach Assur zu bringen und nur gegen das Versprechen jährlichen Tributes freizulassen. Nach dem Tode Šattuaras verbündete sich sein Sohn Wasašatta mit den Hethitern, die ihm aber nicht zur Hilfe kamen, als Adad-nirari ihn angriff. Er rühmt sich, die königliche Hauptstadt Taidu und die Städte Amasaku, Kahat, Šuru, Nabula, Hurra, Šuduhu und Waššukanni eingenommen zu haben und den königlichen Schatz nach Assur gebracht zu haben. Taidu wurde verbrannt und mit Salz bestreut ("wörtlich: mit kudimmus eingesäht"), und auch Irridu zerstört. In Irridu wurden eine Frau von Wasašatta, und seine Söhne und Töchter gefangen genommen und nach Assur gebracht. Sein Herrschaftsgebiet reichte nun vom Berg Kašiari (Tur Abdin) und der Stadt Sudu, der Festung von Harran bis zum Euphrat, und er zog die Einwohner von Hanigalbat zur Zwangsarbeit heran.

Adad-nirari I. kämpfte gegen die babylonischen Kassiten unter ihrem König Nazi-Maruttaš, den er in Kar-Ištar von Akarsallu/Urgasallu besiegte. Er erbeutete seine Standarte und sein Lager. Der Kampf, wenn auch vermutlich nicht der entsprechende Ausgang, scheint auch in der Chronik P erwähnt worden zu sein, jedoch ist sie an dieser Stelle sehr schlecht erhalten. Adad-nirari schloß einen Vertrag mit dem babylonischen Herrscher Nazi-Maruttaš oder Kadašman-Turgu ab, der nur in Fragmenten erhalten ist. Er beschreibt die neue Grenzziehung, die von Pilasqi am östlichen Tigrisufer durch Arman von Akarsallu bis in die Berge von Lulume verlief.

Bauten

In Assur erbaute Adad-nirari das Stufentor von den Fundamenten an neu und stattete es mit Kalksteinplatten aus Ubase aus. Ferner erbaute er eine Uferbefestigung am Tigris vom Wa-scharru-Tor bis zum Tigris-Tor in der Unterstadt und verstärkte sie mit gebrannten Ziegeln und Kalksteinplatten. Er scheint auch eine weitere Uferbefestigung erbaut (Grayson 436), sowie einen Teil der Befestigung der Inneren Stadt, gegenüber der Zikkurat des Assur und die Lagerhäuser an dem Tor des An und Adad erneuert zu haben. Auch den Tempel der Ištar, der auf Ilu-schuma zurückging, baute er wieder auf.

Nach einer Inschrift aus Assur erbaute er in den Ruinen von Taidu einen Palast und stattete ihn mit Stelen aus. Es ist jedoch nicht sicher, ob die beschriebenen Arbeiten jemals stattfanden. Die entsprechende Inschrift ignoriert die in einer anderen Inschrift beschriebene systematische Zerstörung der Stadt.

Eponyme

  • Adad-nirari I.
  • Agi-Teššub
  • Ana-Aššur-qala
  • Aššur-dammeq, Sohn des Urad-ilani
  • Aššur-eriš, Sohn des Abattu
  • Ili-tarissina
  • Itti-ili-ašamšu
  • Kurbanu
  • Ninurta-emuqaja
  • Ša-Adad-nenu
  • Šulmanu-qarrad

Literatur

  • Albert Kirk Grayson: Assyrian Royal inscriptions, Wiesbaden 1972, Doc. 378-521.
  • Helmut Freydank: Beiträge zur mittelassyrischen Chronologie und Geschichte, Berlin 1991, S. 193.

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