Adalbero von Eppenstein

Adalbero von Eppenstein (* um 980; † 28. November 1039 in Ebersberg) war Markgraf der Kärntner Mark (ca. 1000–1011) sowie Herzog von Kärnten und Markgraf von Verona (1011/1012–1035).

Leben

Adalbero entstammte den im Enns- und Mürztal begüterten Geschlecht der Eppensteiner. Er war der Sohn Markwarts III. und der Hadmud von Ebersberg, Tochter des Grafen Adalbero. Durch seine Ehe mit Beatrix († nach 1025), einer Tochter Hermanns II. von Schwaben aus der Familie der Konradiner, war er mit Kaiser Konrad II. verschwägert. Beatrix war die Schwester der Kaiserin Gisela, eine weitere Schwester war Mathilde, die Frau Konrads I., der bis 1011 Herzog von Kärnten war.

Als Nachfolger seines Vaters Markwart wurde Adalbero um 1000 mit der Markgrafschaft in der Karantanermark betraut. Zudem war er Graf im Ennstal und Judenburg (Graf von Eppenstein). Güter besaß er auch in der Grafschaft Mürztal. Kaiser Heinrich II. übertrug ihm 1012 das Herzogtum Kärnten und die Markgrafschaft Verona mit Friaul/Krain und Trient. Adalbero übernahm auch die Grafschaft Görz und die Schutzvogtei über das Patriarchat Aquileia. 1012 wurde Krain, 1025 die Windische Mark an der Sann aus dem Herzogtum Kärnten ausgegliedert.

Im Jahre 1019 wurde Adalbero bei Ulm im Streit um das Erbe seines Schwiegervaters von dem mit Konrad dem Älteren verbündeten Konrad dem Jüngeren besiegt, der in der Nachfolge seines Vaters als Kärntner Herzog übergangen worden war. Adalbero musste sich aus Schwaben zurückziehen. 1003/1025 wurde das erste Kloster in Kärnten, St. Georgen am Längsee, gegründet. Adalbero wurde dessen erster Vogt. Er begleitete den Kaiser 1027 und nahm in Aachen an der Königskrönung Heinrichs III. teil und fungierte im September 1027 an der Synode von Frankfurt als Schwertträger des Kaisers. Erst mit seiner Absetzung als Herzog von Kärnten taucht er in den Quellen wieder auf.

Im Mai 1035 wird ein Bruch zwischen Adalbero und Kaiser Konrad II. in den Quellen erkennbar. Die Hintergründe sind nicht zu erhellen; der in den Quellen vermerkte Vorwurf des Hochverrats wird nicht weiter erläutert. Adalbero verlor 1035 in Bamberg alle Ämter und Lehen. Die Kärntner Mark fiel unmittelbar darauf an den Grafen Arnold von Wels-Lambach. Kärnten wurde erst am 2. Februar 1036 an Konrad den Jüngeren vergeben.

Adalbero suchte 1036 den Kampf gegen seine Gegner in Kärnten. Aus Rache ermordete er den kaisertreuen Markgrafen Wilhelm von Friesach-Zeltschach, den Herrn der Sannmark. Er musste sich nach Ebersberg/Eresburg, dem Stammsitz des Hauses seiner Mutter, zurückziehen und ging in die Verbannung. Erst nach Konrads II. Tod kehrte er zurück. Heinrich III. setzte ihn jedoch nicht in seine alte Würde ein. Im Kloster Geisenfeld fand Adalbero seine letzte Ruhestätte. Seine Nachkommen sind der Kleriker Adalbero, der später Bischof von Bamberg (1053–1057) wurde, der Graf Markwart IV. und vielleicht die Willibirg. Sein reiches Allodialgut verblieb seinem Sohne Markwart und bildete den Grundstock für den Wiederaufstieg seines Geschlechtes.

Quellen

  • Wipo: Taten Kaiser Konrads II. In: Werner Trillmich/ Rudolf Buchner (Hg.), Quellen des 9. und 11. Jahrhunderts zur Geschichte der Hamburgischen Kirche und des Reiches (FSGA 11), Darmstadt 1961 u. ö., S. 505–613.

Literatur


Vorgänger Amt Nachfolger
Konrad I. Herzog von Kärnten
Markgraf von Verona

1012–1035
Konrad II.

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Adalbero von Eppenstein — Saltar a navegación, búsqueda Adalvero von Eppenstein (980 29 de noviembre de 1039) fue Duque de Carintia desde 1011 ó 1012. Fue sucesor del salio Conrado I. Luego de una serie de altercados políticos con los salios y una fracasada rebelión… …   Wikipedia Español

  • Adalbero von Eppenstein (Bamberg) — Adalbero von Eppenstein († 1057 in Bamberg) war von 1053 bis zu seinem Tode Bischof von Bamberg. Er entstammte dem Geschlecht der Eppensteiner in Kärnten und war von Mutterseite her der Neffe der Kaiserin Gisela, Ehefrau des Königs Konrad II.. Er …   Deutsch Wikipedia

  • Luitpold von Eppenstein — Liutold von Eppenstein, auch Luitpold von Eppenstein, (* um 1050; † 12. Mai 1090) war 1077 bis 1090 Herzog von Kärnten und Markgraf von Verona. Leben Er war ein Sohn Graf Markwarts IV. von Eppenstein und der Liutbirg von Plain, Tochter von Graf… …   Deutsch Wikipedia

  • Adalbero (Name) — Adalbero ist ein männlicher Vorname. Inhaltsverzeichnis 1 Varianten 2 Namenstag 3 Bekannte Namensträger 3.1 Herzog 3.2 Grafen 3.3 Bischöfe …   Deutsch Wikipedia

  • Adalbero (Vorname) — Adalbero ist ein männlicher Vorname. Inhaltsverzeichnis 1 Varianten 2 Namenstag 3 Bekannte Namensträger 3.1 Herzog 3.2 Grafen 3.3 Bischöfe …   Deutsch Wikipedia

  • Eppenstein (Begriffsklärung) — Eppenstein steht für: die Gemeinde Eppenstein in der Steiermark (Österreich) die Burg Eppenstein in der Steiermark (Österreich) das Adelsgeschlecht Eppensteiner Eppenstein ist der Name folgender Personen: Adalbero von Eppenstein (um 980 1039),… …   Deutsch Wikipedia

  • Adalbero — ist ein männlicher Vorname. Inhaltsverzeichnis 1 Varianten 2 Namenstag 3 Bekannte Namensträger 3.1 Herzog …   Deutsch Wikipedia

  • Adalbero (Steiermark) — Adalbero (Beiname „der Raue“; † 1082) aus dem Geschlecht der Traungauer war Markgraf der Karantanermark (Steiermark). Er war der älteste Sohn des Markgrafen Ottokar I. von Steiermark und der Willibirg von Kärnten, Tochter von Herzog Adalbero von… …   Deutsch Wikipedia

  • Adalbero — Adalbero, 1) Erzbischof von Rheims; seit 987 Großkanzler Hugo Capets, den er zum König weihte; 2) Ascelin, Bischof zu Laon, verrieth aus Rache König Karl den Einfältigen an Hugo Capet, ging nach Rom u. st. daselbst 1017 (nach Andern zu Laon 1030) …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Herzog von Kärnten — Das Herzogtum Kärnten bestand als eigenständiges Herzogtum innerhalb des Heiligen Römischen Reichs von 976 bis 1335. Es ging aus dem slawischen Fürstentum Karantanien hervor, das Mitte des 8. Jahrhunderts unter fränkische Oberhoheit kam und bis… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”