Adalbert Geheeb
Geburtshaus von Geheeb in Geisa

Adalbert Geheeb (* 21. März 1842 in Geisa; † 13. September 1909 in Königsfelden/Schweiz) war ein deutscher Botaniker und Moosforscher. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Geh.“.

Leben und Wirken

Der Sohn eines Apothekers studierte gleichfalls Pharmazie und übernahm in jungen Jahren die väterliche Apotheke. In seiner Freizeit beschäftigte er sich mit Natur und Landschaft der Rhön, vor allem mit der Botanik und hier besonders mit Moosen. Geheeb war als Moosforscher international anerkannt und korrespondierte mit führenden Botanikern Europas. Seine botanischen Kenntnisse hat in den „Botanischen Notizen“ im „Rhönführer“ zusammengefasst.

Im Jahre 1909 schrieb er an Ernst Haeckel: „Mein europäisches Moosherbar umfasst 1.300 Spezies, vertreten in ca. 50.000 verschiedenen Formen“. Gheeb veröffentlichte über 80 wissenschaftliche Abhandlungen und hat seine Bücher mit zahlreichen hervorragenden Illustrationen versehen, die noch heute einen unschätzbaren Wert für die Bryologie haben.

Die Royal Botanical Society in London verlieh ihm aufgrund seiner herausragenden Leistungen die Ehrendoktorwürde und ernannte ihn zum korrespondierenden Mitglied. Geheebs wissenschaftlicher Nachlass befindet sich im Haeckel-Haus in Jena.

Geheeb war Mitbegründer des Rhönklubs 1876 in Gersfeld und leitete über lange Jahre den Ortsverein Geisa.

Die Moosgattung „Geheebia“ ist nach ihm benannt worden ebenso wie das Laubmoos Brachythecium geheebii.

Sein Sohn Paul Geheeb war ein bekannter Reformpädagoge.

Schriften

  • 1864: Die Laubmoose des Cantons Aargau, mit besonderer Berücksichtigung der geognostischen Verhältnisse und der Phanorogamen-Flora. Aarau, Sauerländer.
  • 1886: Ein Blick in die Flora des Dovrefjeld. Cassel.
  • 1889: Neue Beiträge zur Moosflora von Neu-Guinea. Cassel, Fischer.
  • 1898: Weitere Beiträge zur Moosflora von Neu-Guinea.
    • I. Ueber die Laubmoose, welche Dr. O. Beccari in den Jahren 1872-73 und 1875 auf Neu-Guinea, besonders dem Arfak-Gebirge sammelte.
    • II. Ueber einige Moose vom westlichen Borneo. Stuttgart, Nägele.
  • 1901: Die Milseburg im Rhöngebirge und ihre Moosflora. Ein Beitrag zur Kenntniss der Laubmoose dieses Berges. Fulda, Uth.
  • 1904: Meine Erinnerungen an große Naturforscher. Selbsterlebtes und Nacherzähltes. Eisenach, Kahle.
  • 1910: Bryologia atlantica. Die Laubmoose der atlantischen Inseln (unter Ausschluss der europäischen und arktischen Gebiete. Stuttgart.

Über Geheeb

  • 2003: Unsere Rhön als Kulturlandschaft. Erinnerungsband der Gedenkveranstaltung zur Würdigung der wissenschaftlichen Leistungen des Geisaer Apothekers, Moosforschers und Künstlers am 16. November 2002 im Berggasthof "Eisenacher Haus" am Ellenbogen. Kaltensundheim.
  • 2009: Moosbotaniker Adalbert Geheeb, Martin Stolzenau in "Buchenblätter", Beilage der Fuldaer Zeitung für Heimatfreunde Nr. 24 vom 15. Dezember 2009 S. 95

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