Adalbert Hahn

Adalbert Hahn (* 14. Februar 1750 in Platten[1]; † 23. September 1825 ebenda) war Kaplan in Platten und ist bekannt unter dem Namen Pater Hahn. Man nannte ihn liebevoll den Faust des Erzgebirges. Von ihm sind viele Anekdoten, Sagen und Schwänke über die von ihm vollführten Zauberkunststücke überliefert.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Rechts die Wirkungsstätte Hahns: die Kreuzkapelle in Platten

Adalbert Hahn wurde in der Oberen Mühle am Breitenbach in Platten als Sohn des Müllers Anton Hahn geboren und am darauffolgenden Tag in der Kirche von Platten getauft. Er besuchte die Volksschule seiner Heimatstadt, bis 1766 das Piaristengymnasium in Schlackenwerth und danach das Gymnasium in der Prager Neustadt. In Prag studierte er Theologie und erhielt am 11. Juni 1775 die Priesterweihe. Von 1776 bis 1779 war er in Böhmisch Kahn bei Teplitz, daraufhin weilte er einige Zeit in Wien. 1782 wurde er wegen illegaler Schatzgräberei in Purkersdorf verhaftet und vom Diözesangericht Prag verurteilt. Wo Hahn sich bis 1791 aufgehalten hat, ist unbekannt. Im Juli 1791 erhielt er eine Stelle als Kaplan in Schönlind bei Schlackenwerth, wo er bis zu einer Entlassung 1793 blieb. In den folgenden Jahren wirkte er in Sankt Joachimsthal, Gottesgab und Frühbuß als Kaplan. Aber immer wieder gab es Klagen über ihn. Er fand letztendlich 1802 in seiner Geburtsstadt eine Stelle als Kaplan. Hier wirkte er bis zu seinem Tode an der Kreuzkapelle. Er wohnte nicht in der Pfarrei, sondern im Benefiziathaus zwischen Bärringer und Bahnhofstraße. Als Priester war Aldabert Hahn ein überzeugter Katholik und strenger Gegner der Protestanten. So richten sich mehrere seiner Zauberkunststückchen gegen Bürger aus Sachsen und insbesondere aus der Exulantenstadt Johanngeorgenstadt sowie Oberwiesenthal.

Das einzige von ihm überlieferte Bild verbrannte 1892 beim Brand des Rathauses in Platten.

Geschichten über Pater Hahn (Auswahl)

  • Warum der kleine Hahn mit dem Heiligen Adalbert uneins wurde und wie er zu seinem Berufe kam, Pater Hahns Ende, Luther in der Hölle, Das Gewitter, Der starke Regen, Der geängstigte Wiesenbesitzer (12 Varianten), Die nachfolgenden Schlangen, Soldaten aus dem Ofen, Der Stock, Wie der Pater Hahn auf der "Halde" den Teufel zitiert hat, Das nasse Heu, Der Regenguss, Das Große Wasser, Die übertrumpften Sachsen, Der verschwundene Ofen, Der Gießbach

Literatur

  • Alexis Kolb: Pater Hahn, der Faust des Erzgebirges. Gesammelte Erinnerungen an den Wunderkaplan von Platten. Dux 1923.
  • Johann Endt: Sagen und Schwänke aus dem Erzgebirge. Der Zauberer P. Hahn, der Wunderdoktor Rölz und anderes. 2. Aufl. Reichenberg, 1925.
  • Walter Loose: Sagen aus dem Schwarzwassergebiet, 3. Aufl. Schwarzenberg 1931.
  • Wolfgang Möhrig: Miriquidis Raunen. Scheßlitz 1987 sowie Folgebände.

Einzelnachweise

  1. Hier muss eine Verwechslung mit dem späteren Müllermeister Johannes Adalbert Hahn vorliegen, der im Alter von 66 Jahren am 24. März 1816 in Platten starb.

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