Adalbert Heinrich Graf von Baudissin

Adalbert Heinrich Graf von Baudissin (* 25. Januar 1820 in Hovedgaard; † 28. März 1871 in Wiesbaden) war ein deutscher Schriftsteller.

Graf Baudissin studierte ab 1837 an der Bergakademie Freiberg und ging anschließend nach Österreich. Nach seinem Dienst in der schleswig-holsteinischen Armee wurde er Deichgraf und betätigte sich erfolgreich als Romancier und Novellist. So schrieb er mehrere Schriften über Schleswig-Holstein, z. B. „Geschichte des schleswig-holsteinischen Kriegs (Hannover 1862), sowie historische Romane wie Christian VII. und sein Hof“, Philippine Welser. Seine novellistischen Arbeiten erheben sich jedoch nur stellenweise über das Niveau gewöhnlicher Unterhaltungslektüre.

In den 1840er Jahren lebte Baudissin zeitweise in den USA, wo er sich im Gebiet des Bundesstaates Missouri um die Stärkung deutscher Auswanderergemeinden bemühte. Immer wieder wird er als Gründer bzw. Mitgründer der „Stadt Heilbrunn“ erwähnt, die jedoch nie wirklich florierte und von deren einstiger Existenz nur noch wenige Ruinen im Callaway County zeugen. Er war beteiligt an der Herausgabe der Zeitschrift "Der Courier" im Städtchen Washington/Missouri. Seine Eindrücke in Amerika beschrieb Baudissin nach seiner Rückkehr nach Deutschland in dem Bericht „Der Ansiedler im Missouri-Staat“ (Iserlohn, 1864).

Während des deutsch-französischen Kriegs brachte er acht Monate als Berichterstatter auf dem Kriegsschauplatz zu und erkrankte auf der Rückreise nach Wiesbaden, wo er daselbst starb.

Er ist der Vater des Schriftstellers Wolf Ernst Hugo Emil Graf von Baudissin (1867–1926).

Werke

  • Geschichte des schleswig-holsteinischen Krieges, 1862
  • Christian VII. und sein Hof, 1863
  • Philippine Welser oder vor dreihundert Jahren, 1864

Literatur

  • Meyers-Konversations-Lexikon. Eine Encyclopädie des allgemeinen Wissens, 3. Aufl., Bnd. 2, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig 1874.

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