Adam Albert Graf von Neipperg
Adam Albert Graf von Neipperg
Adam Albert von Neipperg mit erster Frau Theresia und den Söhnen Alfred und Ferdinand, Gemälde um 1810

Adam Albert Graf von Neipperg (* 8. April 1775 in Wien; † 22. Februar 1829 in Parma) war ein österreichischer General und Staatsmann.

Leben

Graf Neipperg war ein Spross der seit seinem Großvater Wilhelm Reinhard Graf von Neipperg in habsburgischen Diensten stehenden Grafen von Neipperg. Sein Vater war Leopold Joseph Graf von Neipperg (1728-92). Adam Albert wurde auf der Hohen Karlsschule in Stuttgart erzogen, trat 1790 in den österreichischen Militärdienst und focht im französischen Revolutionskrieg in der Rheinarmee bei Jemappes und Neerwinden, wurde am 14. September 1794 bei Doelen schwer verwundet, nahm an dem Angriff auf die Mainzer Linien (Oktober 1795) teil und zeichnete sich sodann in Italien 1796-1801 vor Mantua, in Tirol, bei Cassano d’Adda, Novi, Marengo und am Mincio aus; 1805 kämpfte er in Italien, stand 1809 bei dem Korps des Erzherzogs Ferdinand und avancierte zum Generalmajor.

Von 1811 bis 1813 war er österreichischer Gesandter am schwedischen Hof. 1813 focht er an der Spitze einer Brigade bei Reichenberg, bei Stolpen und in der Völkerschlacht bei Leipzig, und ward am 20. Oktober 1813 zum Feldmarschallleutnant befördert. Im Dezember ging er nach Neapel, schloss daselbst am 14. Januar 1814 den Allianztraktat mit König Murat, rückte am 23. in die Lombardei ein und erhielt 20. Juni eine Division in der Gegend von Pavia.

Adam Albert von Neipperg war in erster Ehe mit Theresia Gräfin Pola de Treviso verheiratet, die jedoch früh verstarb, nachdem sie ihm vier Söhne geboren hatte.

Seit Juli 1814 begleitete er Marie-Louise von Österreich, die vormalige Kaiserin von Frankreich und Gattin Napoléon Bonapartes, in die Bäder von Aix-en-Provence und auf ihren Reisen durch die Schweiz. 1815 vertrat er auf dem Wiener Kongress die Interessen dieser Fürstin und des von ihr regierten Großherzogtums Parma. Am 29. März 1815 wurde er zu ihrem Oberstallmeister sowie zum Oberkommandanten der Truppen von Parma ernannt. Nach dem Wiederausbruch des Kriegs im Frühjahr 1815 zwischen Österreich und Neapel übernahm er das Kommando des 1. Armeekorps, zog am 21. Mai in Neapel ein und befehligte bis 25. Juni als Militärgouverneur daselbst, worauf er das Kommando in den von den Österreichern besetzten franz. Departements Gard, Ardèche und Hevault übernahm. Sodann trat er seinen Dienst als Oberstallmeister der Erzherzogin Marie-Louise wieder an und ward von derselben 1816 zum Oberhofmeister und Minister des Auswärtigen sowie im folgenden Jahr vom Kaiser Franz zum k. k. Wirklichen Geheimen Rat ernannt. Zu jener Zeit unterhielt er bereits eine Beziehung zu Marie-Louise. Aufgrund seines verlorenen Auges, das er mit einer Augenklappe bedeckte, wurde er als der blinde Amor bezeichnet. Marie-Louise gebar ihm drei weitere Kinder, von denen zwei das Erwachsenenalter erreichten: Tochter Albertine (1817–1867) sowie Sohn Wilhelm Albrecht (1821–1895). 1821 heirateten Adam Albert von Neipperg und Fürstin Marie-Louise in morganatischer Ehe. Die Kinder begründeten die Linie der Grafen von Montenuovo, die 1864 in den österreichischen Fürstenstand erhoben wurde. Graf Adam Albert besaß seit 1819 ein erbliches Mandat in der württembergischen Kammer der Standesherren, erschien dort aber nie persönlich.

Adam Albert von Neipperg starb am 22. Februar 1829 in Parma. Sein ältester Sohn aus erster Ehe, Alfred von Neipperg (1807–1865), war ab 1840 in zweiter Ehe mit der württembergischen Prinzessin Maria Friederike vermählt, doch blieb er kinderlos und starb am 16. November 1865. Zwei weitere Söhne Adam Alberts aus erster Ehe waren damals auch bereits verstorben, so dass letztlich Adam Alberts vierter Sohn, Erwin von Neipperg (1813–1897), die Stammfolge fortsetzte.

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