Adam Albert von Neipperg
Adam Albert Graf von Neipperg

Graf Adam Albert von Neipperg (* 8. April 1775 in Wien; † 22. Februar 1829 in Parma) war ein österreichischer General und Staatsmann.

Leben

Neipperg war ein Spross der seit seinem Großvater Wilhelm Reinhard von Neipperg in habsburgischen Diensten stehenden Grafen von Neipperg. Sein Vater war Graf Leopold Joseph von Neipperg (1728-92). Adam Albert wurde 1789 und 1790 auf der Hohen Karlsschule in Stuttgart erzogen und trat im Winter 1790/91 in den österreichischen Militärdienst. Er diente im französischen Revolutionskrieg in der Rheinarmee bei Jemappes und Neerwinden, wurde am 14. September 1794 bei Doelen schwer verwundet, nahm am Angriff auf die Mainzer Linien (Oktober 1795) teil und zeichnete sich danach in Italien 1796-1801 vor Mantua, in Tirol, bei Cassano d’Adda, Novi, Marengo und am Mincio aus. 1805 kämpfte er in Italien. 1809 diente er im Korps des Erzherzogs Ferdinand und avancierte zum Generalmajor.

Von 1811 bis 1813 war er österreichischer Gesandter am schwedischen Hof. 1813 focht er an der Spitze einer Brigade bei Reichenberg, bei Stolpen und in der Völkerschlacht bei Leipzig. Er wurde am 20. Oktober 1813 zum Feldmarschallleutnant befördert. Im Dezember ging er nach Neapel, schloss dort am 14. Januar 1814 den Allianzvertrag mit König Murat, rückte am 23. in die Lombardei ein und erhielt 20. Juni eine Division in der Gegend von Pavia.

Adam Albert von Neipperg mit erster Frau Theresia und den Söhnen Alfred und Ferdinand, Gemälde um 1810

Adam Albert von Neipperg war in erster Ehe mit der Gräfin Theresia Pola de Treviso verheiratet, die jedoch früh verstarb, nachdem sie ihm vier Söhne geboren hatte.

Seit Juli 1814 begleitete er Marie-Louise von Österreich, die vormalige Kaiserin von Frankreich und Gattin Napoléon Bonapartes, in die Bäder von Aix-en-Provence und auf ihren Reisen durch die Schweiz. 1815 vertrat er auf dem Wiener Kongress die Interessen dieser Fürstin und des von ihr regierten Herzogtums Parma. Am 29. März 1815 wurde er zu ihrem Oberstallmeister sowie zum Oberkommandanten der Truppen von Parma ernannt. Nach dem Wiederausbruch des Kriegs im Frühjahr 1815 zwischen Österreich und Neapel übernahm er das Kommando des 1. Armeekorps, zog am 21. Mai in Neapel ein und befehligte dort bis zum 25. Juni als Militärgouverneur, worauf er das Kommando in den von den Österreichern besetzten französischen Departements Gard, Ardèche und Hérault übernahm. Danach trat er seinen Dienst als Oberstallmeister der Erzherzogin Marie-Louise wieder an und wurde von ihr 1816 zum Oberhofmeister und Minister des Auswärtigen sowie im folgenden Jahr vom Kaiser Franz I. zum k. k. Wirklichen Geheimen Rat ernannt.

Zu jener Zeit unterhielt er bereits eine Beziehung zu Marie-Louise. Aufgrund seines verlorenen Auges, das er mit einer Augenklappe bedeckte, wurde er als der blinde Amor bezeichnet. Marie-Louise gebar ihm drei Kinder, von denen zwei das Erwachsenenalter erreichten: die Tochter Albertine (1817–1867) sowie der Sohn Wilhelm Albrecht (1821–1895). 1821 heirateten Adam Albert von Neipperg und Herzogin Marie-Louise in morganatischer Ehe. Die Kinder begründeten die Linie der Grafen von Montenuovo, die 1864 in den österreichischen Fürstenstand erhoben wurde. Graf Adam Albert besaß seit 1819 ein erbliches Mandat in der württembergischen Kammer der Standesherren, erschien dort aber nie persönlich.

Adam Albert von Neipperg starb am 22. Februar 1829 in Parma. Sein ältester Sohn aus erster Ehe, Alfred von Neipperg (1807–1865), war ab 1840 in zweiter Ehe mit der württembergischen Prinzessin Marie Friederike vermählt, doch blieb er kinderlos und starb am 16. November 1865. Zwei weitere Söhne Adam Alberts aus erster Ehe waren damals auch bereits verstorben, so dass Adam Alberts vierter Sohn, Erwin von Neipperg (1813–1897), die Stammfolge der Grafen von Neipperg fortsetzte.

Weblinks

 Commons: Adam Albert von Neipperg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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