Adam Wrede

Adam Wrede (* 12. April 1875 in Düsseldorf; † 21. Dezember 1960 in Köln) war ein deutscher Philologe, Sprachwissenschaftler und Volkskundler. Er studierte Geschichte, Germanistik, Philologie und Geografie in Bonn und in Münster und wurde 1905 in Tübingen zum Dr. phil. promoviert. Ab 1921 war er Honorarprofessor an der Universität zu Köln.

Ihm zu Ehren wurde im Kölner Stadtteil Nippes nahe am Botanischen Garten eine Straße benannt.

Inhaltsverzeichnis

Wredes „Neuer kölnischer Sprachschatz“

Bekannt wurde Wrede durch sein dreibändiges, erstmals 1956/58 erschienenes und immer wieder neu aufgelegtes Werk „Neuer kölnischer Sprachschatz“, das bereits vor dem Zweiten Weltkrieg druckfertig vorlag und bei der Zerstörung von Wredes Haus 1942 zum größten Teil gerettet werden konnte.

Auf 1103 Seiten sind dort kölsche Vokabeln, Ausdrücke, Redewendungen und Redensarten aufgezeichnet. Wredes dazu gestellte Erläuterungen zu historischen Gebäuden, Straßen und Vorkommnissen in der Geschichte Kölns beschränken sich in diesen Punkten nicht nur auf den sprachlichen Wandel eines Begriffes, sondern erwähnen zum Beispiel auch eventuelle bauliche Veränderungen oder führen Namen ehemaliger Kölner Stadtviertel an, die heute in Vergessenheit geraten sind. So ist sein Werk durchaus nicht nur als Lexikon der „Kölschen Sprache“ zu sehen, sondern kann auch als Quelle historischer Begebenheiten dienen.

Adam Wrede reiht in seinem Werk „Neuer kölnischer Sprachschatz“ nicht nur Wörter und deren Übersetzung aneinander, er verbindet Geschichte und Sprache. Die Herkunft der einzelnen Begriffe ist Wrede wichtig. Von der mittelalterlichen oftmals lateinischen Form eines Wortes über die Altniederdeutsche Sprache, natürlich auch altkölnische Ausdrucksweisen, und französische Benennungen in der napoleonischen Zeit Kölns bis hin zur Namensform unserer Tage wird die „Vita“ eines Begriffes durch Adam Wrede aufgezeigt.

Sogar umfangreiche biografische Angaben zu stadtbekannten Figuren, den sogenannten Kölsche Originalen, fehlen nicht. Als eine Art lokale Personen der Zeitgeschichte sind die meist mit einem Spitznamen und irgendwelchen Eigenarten bekannt, etwa „et Fleute Arnöldche“, der gar nicht Arnold hieß, aber sich in der Tat mit Flötenspielen etwas Geld verdiente und nebenbei ein ziemlicher Trinker war.

Dieses Kompendium in drei Bänden ist unter den Wörterbüchern der kölschen Sprache das umfangreichste und dürfte mehr oder weniger im Bücherschrank jedes an dieser Sprache Interessierten stehen, denn es wurde erstaunlich oft verkauft. Übrigens gehörte auch Konrad Adenauer zu Wredes Lesern, wie Besucher des Konrad-Adenauer-Hauses in Rhöndorf, heute ein Museum, an den drei auffälligen roten Einbänden im Wohnzimmer des Altbundeskanzlers sehen können.

Wredes Forschungen zum „Altkölnischen Wortschatz“

Wrede verwies in seinem Werk immer wieder auf seine Forschungen zum Altkölnischen, die druckreif (seit 1914 mit Nachträgen bis 1954) vorlagen. Er verstarb jedoch vor einem geplanten Erscheinen der Bände. Die Existenz und der Verbleib der Unterlagen war lange unbekannt, bis sie durch Stefan Winter, einem Patholinguisten der Universität zu Köln, im historischen Archiv der Stadt Köln entdeckt wurden. Dort lagerten circa 28.000 Zettel mit Forschungen zum Kölner Sprachschatz von der reichsstädtischen Zeit bis zum Ende der „Franzosenzeit“. Sie waren zu geringen Teilen durch Kriegseinwirkungen beschädigt. Auch Winter, der 2006 verstarb, war es nicht vergönnt, dieses Werk mit Unterstützung der „Akademie für uns Kölsche Sproch“ zu veröffentlichen[1]. Seit dem Einsturz des kölner historischen Stadtarchivs 2009 ist der Verbleib und der Zustand der Originalzettel erneut ungeklärt.

Schriften

Quellen

  1. Hinweise zur Vorbereitung einer Veröffentlichung auf der Website der „Akademie für uns Kölsche Sproch“ (Stand Mai 2010)

Weblinks


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