Adam Öhlenschläger
Adam Gottlob Oehlenschläger
Nach einem Gemälde von Johann Ludwig Lund

Adam Gottlob Oehlenschläger (* 14. November 1779 in Kopenhagen; † 20. Januar 1850 ebenda) war ein dänischer Nationaldichter der Romantik.

Inhaltsverzeichnis

Leben

1802 veröffentlichte er den Band Digte (Gedichte [Dichtungen]), der verschiedene literarische Formen enthält, so z.B. das berühmt gewordene Gedicht Guldhornene (Die Goldhörner), das als Beginn der dänischen Romantik gilt, und das Lesedrama St. Hansaften-Spel. Er war stark beeinflusst von Henrich Steffens, der ihn der Legende nach in einem 16-stündigen Gespräch zur Romantik bekehrt haben soll, und von den damaligen Strömungen aus Jena um Schelling.

1805 erschien sein bekanntestes Werk, die über 900-seitigen Poetiske Skrifter (Poetischen Schriften) in zwei Bänden, die als größtes Zeugnis der dänischen Romantik gelten.

In seinen Werken nach 1805 wendete er sich von der Romantik transzendental-romantischer Prägung ab und der deutschen Klassik zu, was sich schon im 2. Band der Poetiske Skrifter andeutet. Zum anderen griff er verstärkt auf Elemente der Nordischen Mythologie zurück, die er vornehmlich in Dramenform verarbeitete.

Mit der Hinwendung zur deutschen Klassik begann Oehlenschläger, seine dänischsprachigen literarischen Werke regelmäßig auch ins Deutsche zu übersetzen bzw. sie in deutscher Sprache zu verfassen. So existiert neben dem dänischen Werk Oehlenschlägers ein komplettes deutsches Werk, das er selbst später für zwei Werkausgaben noch einmal redigierte (1829/30 und 1839).

1819 verfasste er das Vaterlandslied, das unter dem Namen Der er et yndigt land als Nationalhymne Dänemarks bekannt wurde.

Die Uraufführung von Oehlenschlägers Theaterstück Ludlams Höhle am 15. Dezember 1815 in Wien war dort der Anlass der Gründung der literarischen Gesellschaft Ludlamshöhle. Aus diesem Grund wurde 1953 die Oehlenschlägergasse in Wien-Meidling nach dem Dichter benannt.


Werke

  • Vaerker. 11 Bde., hrsg. von der Oehlenschläger Selskabet, Kopenhagen 1972 ff.:
  1. Langelands-reise i sommeren 1804. 1972.
  2. Oehlenschlägers Levnet fortalt af ham selv. 2 Bde., 1974.
  3. Axel og Valborg. 1975 (1810), ISBN 87-87530-01-5.
  4. Helge. 1976, ISBN 87-87530-03-1.
  5. Nordens guder. 1976, ISBN 87-87530-02-3.
  6. Lyrik. 1977, ISBN 87-87530-05-8.
  7. Aladdin eller den forunderlige lampe. 1978, ISBN 87-87530-08-2.
  8. Digte. 1979, ISBN 87-87530-07-4.
  9. Æstetiske Skrifter 1800-1812. 1980, ISBN 87-87530-09-0.
  10. Hakon Jarl hin Rige. 1981, ISBN 87-87530-10-4.
  11. Prosa. 1987, ISBN 87-87530-13-9.
  • Schriften. (Dt. Ausg.), 18 Bde., Breslau 1829/30.
  • Werke. (Dt. Ausg.), 21 Bde., Breslau 1839.

Erstausgaben

  • Aladdin eller den forunderlige lampe. Kopenhagen 1805 / dt. Aladdin oder Die Wunderlampe. Amsterdam 1808
  • Axel og Valborg. Kopenhagen 1810 / dt. Axel und Walburg, Tübingen 1810 (Faks.-Dr. Bern und F/M 1989).
  • Corregio. Kopenhagen 1811 / dt. Corregio, Stuttgart u. Tübingen 1816.
  • Hakon Jarl hin Rige. Kopenhagen 1808 / dt. Hakon Jarl, Tübingen 1809.
  • Palnatoke. Kopenhagen 1809 / dt. Palnatoke, Stuttgart u. Tübingen 1819.
  • Erindringer. 4 Bde., Kopenhagen 1850-51 / dt. Meine Lebens-Erinnerungen, 4 Bde., Leipzig 1850-51.

Literatur

  • Andreas Blödorn: Zwischen den Sprachen. Modelle transkultureller Literatur bei Christian Levin Sander und Adam Oehlenschläger. Vandenhoeck u. Ruprecht, Göttingen 2004. ISBN 3-525-20595-3.
  • Alvhild Dvergsdal: Adam Oehlenschlägers tragediekunst. Museum Tusculanums Forl. u.a., Kopenhagen 1997. ISBN 87-7289-404-0
  • Povl Ingerslev-Jensen: Oehlenschläger og Wien. Kopenhagen 1968.
  • Povl Ingerslev-Jensen: Den unge Oehlenschläger. Rosenkilde og Bagger, Kopenhagen 1972.
  • Ulrich Horst Petersen: Adam Oehlenschläger. Et essay. Høst, Kopenhagen 2002. ISBN 87-14-29820-1

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