Adamstil

Der Adamstil (eng. Adam style) ist ein klassizistischer Architekturstil (Classical Revival) welcher vorwiegend durch den schottischen Architekten Robert Adam (1728-1792) sowie seinem Bruder James Adam geprägt und nach ihnen benannt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Darstellung

Er stellt eine Auslegung des englischen Palladianismus dar, in dem aber pittoreske klassische Formen, wie sie u.a. auch bei Rotunden und den Thermenbauten der römischen Kaiserzeit zu finden sind einfließen und ist geprägt durch die griechische und römische Bauweise der Antike. In England löste dieser das Rokoko ab und verlief parallel zum Louis-seize-Stil.

Der Begriff bzw. Stil findet sich auch in der Innenarchitektur und bei Möbelentwürfen. In Berlin und seiner Umgebung wurde dieser auch unter dem Namen Muthesius bekannt, benannt nach Hermann Muthesius als deutschen Vertreter dieses Stils.

Verbreitung

Die von Robert Adam in diesem Stil entwickelt "britische Säulenordnung" wurde u.a. im Carlton House in der Londoner Pall Mall im Rahmen zahlreicher Umbauarbeiten verwirklicht [1].

In den Vereinigten Staaten von Amerika wurde ab 1788 das Wohngebäude von William Hamilton in diesem Stil umgebaut. Dort, wie auch in England war die ovale Bauform vor Adam, wie sie z.B. in Frankreich bereits im Château de Vaux-la-Douce praktiziert wurde, weitgehend unbekannt[2].

Als Georgian Style floß er in der britisch-bürgerlichen Architektur ein und prägt damit Städte wie Bath und Edinburgh[3].

Literatur

  • The Works in Architecture of Robert and James Adam. 1777. (Reprint: Dover Publications, 2006, ISBN 0-486-44966-1.)
  • Adamstil. VDM Verlag Dr. Mueller, 2010, ISBN 978-6131-1998-44 (formal falsche ISBN)
  • Richard Reid: Baustilkunde. Seemann-Verlag 2009, ISBN 978-3-86502-042-0.
  • Hermann Muthesius; Das englische Haus: Entwicklung, Bedingungen, Anlage, Aufbau, Einrichtung und Innenraum. Bd. 1-3. 1. Auflage Berlin 1904-1905. (Nachdruck der 2. Auflage: Gebr. Mann Verlag, Berlin 1999. ISBN 3-7861-1853-1)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Geschichte der Architekturtheorie: von der Antike bis zur Gegenwart. S. 288.
  2. Amerikanische Architektur 1607-1976. S. 126.
  3. Typisch Englisch: wie die Briten wurden, was sie sind. S. 142.

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