Adela von Meißen

Adelheid von Meißen (tschechisch Adléta Míšeňská) (* nach 1160; † 2. Februar 1211 in Meißen) war die erste Ehefrau des Königs Ottokar I.

Sie stammte dem Geschlecht der Wettiner ab und war Tochter Otto des Reichen. Sie wurde nach 1160 geboren und ihren Ehemann lernte sie Mitte der siebziger Jahre kennen. Zu dieser Zeit war Přemysl auf der Flucht. Es ist durchaus möglich, dass deren Hochzeit 1178 erzwungen war, da Adléta zu dieser Zeit mit Vratislav schwanger war. Kurz nach der Hochzeit durften die jungen Eheleute nach Böhmen zurück, als der Stiefbruder Heinrich Bretislav III. die Macht übernahm.

Während seiner Regentenzeit wurde Ottokar I. eine bedeutende Persönlichkeit der böhmischen Armee. 1192 wurde Ottokar I. König, wurde jedoch ein Jahr später wieder abgesetzt und musste mit seiner Familie, die inzwischen um drei Töchter, Margaretha Dagmar, Božislava und Hedwig angewachsen war, wieder in das Exil. Adelheid ging mit den Kindern zum Bruder nach Meißen und Přemysl diente in dieser Zeit deutschen Herzögen.

Zu dieser Zeit kam es zur Entfremdung von der Familie. Ende 1197 gelang es Ottokar I. erneut den böhmischen Thron zu besteigen, die Frau und Kinder ließ er jedoch nicht in Böhmen einreisen. Adelheid mit den Töchtern blieb beim Bruder Dietrich auf dem Hof in Meißen, während Vratislav nach 1198 für seinen Vater als Söldner zunächst in Deutschland, dann in Italien kämpfte.

Adelheid wollte jedoch nicht auf ihre Erbrechte und die der Kinder verzichten. Sie rief nicht nur den Papst zur Hilfe, sondern auch die Staufer und Wettiner. 1205 gelang es ihr Ottokar I. zu einer teilweisen Kapitulation zu zwingen. Seine zweite Frau Konstanze von Ungarn wurde vertrieben und Adelheid kam als Königin nach Prag zurück. Das Ergebnis dieses Erfolgs war jedoch nur die Hochzeit ihrer ältesten Tochter mit dem dänischen König Waldemar II. Noch im gleichen Jahr wurde sie gezwungen mit ihren Töchtern Prag endgültig zu verlassen, weil die päpstlichen Kurie entschieden hatte, dass die Scheidung rechtskräftig war.

1207 legte sie Revision gegen diese Entscheidung ein, die aber 1210 endgültig verworfen wurde. Sie starb am 2. Februar 1211 im Kloster des Heiligen Kreuzes in Meißen.


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