Adelbylund

Adelbylund ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Flensburg. Er liegt im Osten der Stadt unweit der Kirche Adelby. Der angeldänische Name bezieht sich auf eine kleine Hölzung (Lund = Hain) nahe dem alten Hauptdorf (Adelby).

Geschichte

Adelbylund bestand im 17. Jahrhundert nur aus den beiden großen Höfen Groß und Klein Adelbylund, die nach Sünderuphof die größten Besitzungen im Kirchspiel Adelby waren. Wichtig war die Erzeugung von Milchprodukten, für die es in der nahen Stadt Flensburg einen großen Absatzmarkt gab. Spätestens im 18. Jahrhundert entstand entlang der Flensburg-Kappelner Landstraße eine kleine Katensiedlung einschließlich des Wirtshauses Angelsund. Die Häuser gehörten jedoch zum nahen Hof Klein Adelbylund. Zu Groß Adelbylund am alten Weg von Flensburg zur Adelbyer Kirche gehörte ebenfalls eine nahe gelegene Wirtshauskate Adelby, zudem wurden im 19. Jahrhundert die beiden Parzellen Löwenberg (nahe südlich der Kirche) und Adelbylunder Meierhof (später Tarupfeld genannt) nordöstlich von Tarup.

Solange das Herzogtum Schleswig bestand, gehörte Adelbylund zum Amt Flensburg und zur Husbyharde. Nach der Angliederung an Preußen 1867 wurde das Amt zum Landkreis umgewandelt, und Adelbylund wurde Teil der Gemeinde Sünderup. 1889 wurde Adelbylund Verwaltungssitz des Amtsbezirks Adelby, der bis 1966 bestand, allerdings 1900 und 1910 durch Eingemeindungen nach Flensburg drastisch verkleinert wurde. Baulich wuchs Adelbylund entlang der Kappelner Straße noch im 19. Jahrhundert mit Flensburg zusammen, doch die beiden nördlich der Hauptstraße gelegenen Höfe blieben nach wie vor bestehen. In den 1950er Jahren wuchs Adelbylund durch eine neue Siedlung südlich der Hauptstraße beträchtlich.

1966 schlossen sich die drei verbliebenen Gemeinden des Amtes Adelby - Sünderup, Tarup und Tastrup - zur Gemeinde Adelby zusammen, um der Eingemeindung nach Flensburg zu entgehen. Doch schon 1970 scherte Adelbylund aus und wurde ein Teil von Flensburg. Vier Jahre später folgten Sünderup und Tarup.

An das alte Adelbylund erinnert noch der Straßenname für diesen Teil der alten Flensburg-Kappelner Landstraße. Der Hof Klein Adelbylund existiert noch als landwirtschaftlicher Betrieb. Groß Adelbylund ist heute eine Werkstatt und Wohnstätte für geistig behinderte Menschen, welche den Namen Holländerhof führt, eine spätere Bezeichnung für den Hof Groß Adelbylund. Von den alten Bauten steht jedoch nur noch der kaiserzeitliche Neubau des Wirtshauses Adelby. In der Zeit um 2000 wurden auch die letzten Felder und Wiesen im Bereich Adelbylund bebaut, fast ausschließlich mit Einfamilienhäusern.

Literatur

  • Gerret L. Schlaber: Administrative tilhørsforhold mellem Ejderen og Kongeåen. Flensborg 2007.
  • Gerret L. Schlaber: Fra opland til bydele. Flensborgs gamle bymark og de indlemmede landsbyer i foto og tekst ca. 1860-1930. Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs altes Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860-1930. Flensburg 2009.

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