Adele von Champagne

Adela von Champagne (französisch: Adèle de Champagne) (* um 1140; † 14. Juni 1206 in Paris, begraben in Pontigny), auch Adele oder Alix genannt, war die dritte Ehefrau Ludwigs VII. und Königin von Frankreich.

Inhaltsverzeichnis

Familie

Adela war Tochter des Grafen Theobald II. von Champagne (als Theobald IV. auch Graf von Blois) und seiner Frau Mathilde von Spanheim, Herzogin von Kärnten.

Am 13. November 1160 wurde sie mit König Ludwig VII. von Frankreich als dessen dritte Gemahlin verheiratet, nachdem Ludwigs zweite Frau, Konstanze von Kastilien, nur fünf Wochen zuvor verstorben war. Noch am gleichen Tag wurde sie zur Königin gekrönt.

Am 21. August 1165 brachte Adela den lang ersehnten Thronerben Philipp II. zur Welt und sicherte damit den Fortbestand der Dynastie. 1170 und 1171 folgten zwei Töchter.

Nachfahren

Regentschaft

Bedingt durch den zeitweise geschwächten gesundheitlichen Zustand des Königs, erhielt Adele die Vormundschaft über ihren Sohn und übte – mit ihren Brüdern an der Seite – bereits vor dem Tod ihres Mannes die Regentschaft aus. Ihr Einfluss am Hof wirkte dem Grafen Philipp I. von Flandern entgegen. Aber ihr mit 14 Jahren gekrönter Sohn entzog sich bald dem Einfluss seiner Mutter und wandte sich dem Grafen Philipp von Flandern zu. Ohne die Zustimmung seiner Eltern heiratete er am 29. Mai 1180 Isabella von Hennegau, die durch ihre Mutter Margarete I. von Flandern Angehörige des flandrischen Grafenhauses war. Adela von Champagne war darüber sehr erbost und versuchte, mit Heinrich II. von England ein Bündnis gegen den Sohn einzugehen, was der englische König jedoch ablehnte.

Trotz immer wieder aufflammender Konflikte mit Philipp II. übertrug dieser ihr die Regentschaft, als er ab 1190 am Dritten Kreuzzug teilnahm. Ihre Befugnisse waren jedoch genau reglementiert; so war ihr z. B. der Zugang zu den Kronjuwelen verwehrt. Nach der Rückkehr ihres Sohnes aus dem Kreuzzug im Winter 1191 war Adelas politisches Wirken am französischen Hof zu Ende.

Nach ihrem Tod am 14. Juni 1206 wurde sie ihrem Wunsch gemäß nicht in der Basilika von Sant Denis, der traditionellen Grablege des französischen Königshauses, sondern in der Klosterkirche von Pontigny bei Auxerre beigesetzt.

Literatur

  • Gerd Treffer: Die französischen Königinnen. Von Bertrada bis Marie Antoinette (8.-18. Jahrhundert). Pustet, Regensburg 1996, S. 106-108, ISBN 3-7917-1530-5

Weblinks

Fußnoten

  1. nach anderen Quellen ist nicht sie, sondern ihre gleichnamige und zehn Jahre ältere Halbschwester die Verlobte von Richard Löwenherz und spätere Gräfin von Ponthieu



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