Adelheid und ihre Mörder
Seriendaten
Originaltitel Adelheid und ihre Mörder
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Produktionsjahr(e) 1992–2006
Länge 50 Minuten
Episoden 65 in 5 Staffeln
Genre Kriminalfilm, Comedy
Idee Michael Baier
Musik Birger Heymann (Titelmusik), Matthias Raue, Biber Gullatz und Eckes Malz
Erstausstrahlung 7. Januar 1993 auf Das Erste

Adelheid und ihre Mörder war eine deutsche satirische Krimi-Serie mit Evelyn Hamann in der Hauptrolle. Hamann spielte darin die Sekretärin Adelheid Möbius, die in der Abteilung Mord Zwo der Hamburger Kriminalpolizei arbeitete.

Die Serie wurde von 1992 bis 2006 von der neuen deutschen Filmgesellschaft im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks produziert. Die Regie führten Ulrich Stark (6 Folgen, 1993–1996), Arend Agthe (6 Folgen, 1998–1999), Claus-Michael Rohne (20 Folgen, 1996–2001), Stephan Meyer (8 Folgen, 2003–2005) und Stefan Bartmann (26 Folgen, 2000–2007).

Inhaltsverzeichnis

Handlung

In jeder Folge der Serie ging es um einen Mordfall, den die 2. Mordkommission, Mord Zwo genannt, aufklären sollte. Obwohl nur als Sekretärin angestellt, hat es sich Adelheid zum Hobby gemacht, den jeweiligen Täter selbst zu ermitteln. Ihr Vorgesetzter, Kriminalhauptkommissar Ewald Strobel, versuchte in der Regel, die Einzelheiten des Falles vor Adelheid zu verheimlichen und den Fall ohne ihre Hilfe zu lösen. Adelheid kam dennoch zum Zuge, durchforstete den Tatort, vernahm heimlich (und meist unter Vorspiegelung der Funktion einer Ermittlungsbeamtin) Zeugen und entdeckte Hinweise, die ihre Kollegen übersehen hatten. Zusammen mit ihrem Ex-Ehemann Eugen Möbius, der bei der Polizei Hamburg im Streifendienst arbeitete und für das Hobby seiner von ihm immer noch geliebten Ex-Frau regelmäßig Dienstpflichtverletzungen begehen musste, löste sie die Fälle, während Hauptkommissar Strobel noch im Dunkeln tappte.

Ebenso kam Adelheid oft nach Abschluss ihrer Ermittlungen durch den jeweiligen Täter in eine gefährliche Situation, aus der sie nur durch den heldenhaften Einsatz ihrer Kollegen und des von ihr heimlich verehrten, aber kriminalistisch glücklosen Hauptkommissars befreit wurde. Durch diese Schlussszenen bekam jede Episode etwas Versöhnliches, da letztendlich die Sache nur durch die gemeinsamen Anstrengungen aller Beteiligten zu einem guten Ende kam.

Adelheid lebte nach der Scheidung von Eugen mit ihrer Mutter Rosa Müller-Graf-Kleditsch in einer edlen Altbau-Wohnung (Drehort in Hamburg). Der gemeinsame Sohn von Adelheid und Eugen, Holger (Konstantin Graudus), begann zunächst nach einigen Gelegenheitsjobs eine Ausbildung bei der Polizei, wanderte dann jedoch nach Marseille/Frankreich aus.

Weitere Kennzeichen der Serie, insbesondere in der 5. Staffel, waren die ewigen Rangeleien der Abteilung Mord Zwo mit der konkurrierenden Mord Eins und die Rivalitäten zwischen Ewald Strobel und seinem Vorgesetzten (zunächst Dr. Siegbert Heimeran, dann Direktor Ferdinand Dünnwald). Ein in jeder Folge wiederkehrender Running Gag sind die Dialoge zwischen Adelheid und ihrer Mutter (Adelheid: „Muddi?“, Mutter: „Sag nicht immer Muddi zu mir“, Adelheid: „In Ordnung, Muddi“). Des Weiteren sind die eigentlichen Morde bzw. Mörder in den neuesten Staffeln nicht mehr zu sehen. Man sieht diese jedoch am Ende jeder Sendung. Während in früheren Folgen immer der eigentliche Mord gezeigt wurde, ist in späteren nur noch die Bergung der Leiche zu sehen.

Sonst arbeitete in der Mord Zwo auch Kommissar Dieter Pohl, der von seiner einstigen Dauerfreundin Marion kurz nach der Hochzeit verlassen wurde und später Wichtrud Schaller aus der Mord Eins heiratete. Dann gab es noch Kommissar Gernot Schubert, der sich durch ewige Krankmeldungen und Kuren vor seinem Dienst drücken wollte, aber auch durch außergewöhnliche Begabungen, wie z.B. Golf, oder Fotografie auffiel. Kommissar Ralf Schilling, der als Ersatzmann für Schubert kam, wurde von Strobel häufig von oben herab behandelt und missachtet. In der ersten Staffel kam auch regelmäßig der Gerichtsmediziner Dr. Dochnal (Klaus Mikoleit) vor, der später von dem sporadisch auftretenden Dr. Wagner (Heinz Lieven) ersetzt wurde. Und nicht zuletzt gab es in der fünften Staffel noch Dünnwalds aufmüpfig-neugierige Sekretärin Frau Kölmel (Christiane Leuchtmann).

Folgefehler

Im Laufe der Jahre wurden die „Fakten“ über die Biografien einzelner Figuren verdreht, um sie für einzelne Folgen passend zu machen. So war Adelheid in der ersten Folge noch die Tochter eines Hamburger Polizeibeamten, der ihr ihren Job vermittelt hatte. In einer späteren Folge kam heraus, dass die drei Ehemänner ihrer Mutter nicht bei der Polizei gearbeitet hatten. Ihr Vater war ein britischer Soldat namens Anthony, der ihre Mutter vor der Hochzeit geschwängert hatte. Auch das Hochzeitsdatum von Adelheid und Eugen wurde immer wieder verschoben; außerdem gab es ein Hochzeitsvideo, obwohl sie nur standesamtlich geheiratet hatten.

Auffällig war auch, dass sich der Vorname der Mutter änderte. In der ersten Staffel nannte sie Holger gegenüber seiner Freundin Rosa. In einer weiteren Folge nennt sie sich selbst "Adelheid". In der letzten Staffel nannten ihre Freundinnen sie schließlich Elisabeth.

Auch Direktor Heimeran hatte wechselnde Vornamen und stellte sich bei seinem Amtsantritt noch als Dr. Ottmar Heimeran vor, später jedoch wurde er immer Siegbert Heimeran genannt.

Es fanden immer wieder Wohnungswechsel statt: Strobel wohnte zunächst in einem Bungalow, dann in einem Einfamilienhaus, später wieder in einer Wohnung und am Ende in Dünnwalds Einliegerwohnung. Auch Adelheid und ihre Mutter wechselten ständig den Wohnort, trotzdem lag auf ihrem „seit Jahrzehnten nicht aufgeräumten“ Speicher fingerdicker Staub.

Die Dienstzeiten der Mord Zwo stiegen jenseits der realistischen Einsatzzeiten an: Im Normalfall wären Strobel und Adelheid schon lange vor der letzten Staffel in Pension gegangen.

In Folge 50 gibt Strobel an, sein Vater habe sein Vermögen in Krugerrand angelegt. Strobels Vaters Grabstein gibt als Todesjahr 1965 an, jedoch sind Krugerrand erstmalig 1967 geprägt worden.

Abruptes Ende

Die Serie fand nach Evelyn Hamanns plötzlichem Krebstod am 28. Oktober 2007 ihr unerwartetes Ende. Zwar standen weitere Folgen schon seit Längerem in Frage, da die Hauptdarstellerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung um Drehpause gebeten hatte, was jedoch vor der Öffentlichkeit geheim gehalten wurde. Da von vornherein abzusehen war, dass eine Neubesetzung der "Adelheid" auf große Ablehnung stoßen würde, beschloss man, die Serie einzustellen. 2006 fiel in Hamburg die letzte Klappe, 2007 wurden die zuletzt gedrehten Folgen ausgestrahlt.

Darsteller

Schauspieler Rollenname Bemerkungen Einstieg Ausstieg Jahr(e)
Evelyn Hamann Adelheid Möbius Folge 1 65 1993- 2007
Heinz Baumann Ewald Strobel Kriminalhauptkommissar Folge 1 65 1993- 2007
Gerhard Garbers Eugen Möbius Polizeihauptmeister Folge 1 65 1993- 2007
Gisela May Rosa (Elisabeth) Müller-Graf-Kleditsch (Muddi) Folge 1 65 1993- 2007
Dieter Brandecker Dieter Pohl Kriminalkommissar Folge 1 65 1993- 2007
Tilo Prückner Gernot Schubert Kriminalhauptmeister Folge 1 1993- 2000
Konstantin Graudus Holger Möbius Kriminalhauptmeister Folge 1 ? 1993- ?
Oliver Stern Ralf Schilling Kriminalkommissar  ? 65 2000- 2007
Burghart Klaußner Siegbert Heimeran Kriminaldirektor 1 ? 1993- 2000
Hans-Peter Korff Ferdinand Dünnwald Kriminaldirektor  ? 65 2000- 2007
Maria Bachmann Marion Bachmann Kriminaldirektor 1 ? 1993- ?
Johanna Gastdorf Wichtrud Schaller Kriminaldirektor  ? 65 ? - 2007

Auszeichnungen

  • Bayerischer Fernsehpreis 1997, Kategorie Beste Darstellerin in einer Serie: Evelyn Hamann
  • Bayerischer Fernsehpreis 2002, Kategorie Bester Darsteller in einer Serie: Heinz Baumann
  • Telestar 1997, Kategorie Beste Darstellerin/Serie: Evelyn Hamann
  • „Ehrenkommissar der Polizei“ für Evelyn Hamann 1998

Literatur

Weblinks


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