Deh 4/4 I
Deh 4/4 I
Nummerierung FO 51-55 BVZ 21-24
Anzahl 5 4
Hersteller SLM (Triebdrehgestelle), SIG (Lokomotivkasten), BBC (FO), SAAS (BVZ) (elektrische Ausrüstung)
Indienststellung 1972 1975
Achsformel Bo'Bo'
Leergewicht 48.3 t 49 t
Gesamtlänge 16'900 mm
Höchstgeschwindigkeit 60 km/h (Adhäsion)
30 km/h (Zahnrad)
65 km/h (Adhäsion)
35 km/h (Zahnrad)
Stromsystem 11 kV / 16.7 Hz
Anzahl der Motoren 4
Antrieb elektrisch
Stundenleistung 1'032 kW 1'094 kW
Spurweite 1'000 mm

Der Deh 4/4 I ist eine schmalspurige Gepäcktriebwagenbaureihe der Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB), für Adhäsions- und Zahnradbetrieb. Die Baureihe ist in fünf Fahrzeuge der ehemaligen Furka-Oberalp-Bahn (Nummern 51 bis 55) und vier Fahrzeuge der Brig-Visp-Zermatt-Bahn (Nummern 21 bis 24) unterteilt, die sich technisch in einigen Punkten unterscheiden.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Vergleich beider Seiten des Wagenkastens der Deh ex BVZ (oben) und ex FO (unten)

Da das Rollmaterial in den 60er Jahren größtenteils veraltet und der Verkehr in der Wintersaison stark angestiegen war, benötigte die FO dringend leistungsfähigere Triebfahrzeuge. Man entschied sich für leistungsfähige Gepäcktriebwagen, die freizügig auf dem gesamten Netz eingesetzt werden konnten. Die fünf als Deh 4/4 I bezeichneten Fahrzeuge wurden 1972 bestellt und lösten die HGe 2/2 und die ABDeh 2/4 ab, die den Wintersportverkehr auf der Schöllenenbahn nicht mehr bewältigen konnten. Parallel zu den Triebwagen wurden vier Steuerwagen und acht passende Reisezugwagen beschafft, mit denen vier dreiteilige Pendelzüge gebildet werden konnten. 1977 wurde ein zusätzlicher fünfter Pendelzug eingerichtet.

Da sich die Deh 4/4 I bei der FO gut bewährten, beschaffte auch die Brig-Visp-Zermatt-Bahn 1973 vier Triebwagen, die 1975 und 1976 geliefert wurden. Während der mechanische Teil weitgehend unverändert beibehalten wurde, kamen im elektrischen Teil eine von der Firma SAAS hergestellte Thyristorsteuerung analog der SBB-Baureihe RABDe 8/16 zum Einbau, was die Leistungsfähigkeit gegenüber den FO-Fahrzeugen erhöht.

Einsatz

Die ehemaligen Deh 4/4 I der FO werden hauptsächlich zusammen mit zwei Mittelwagen und einem Steuerwagen als fest gekuppelte Pendelzüge eingesetzt. Zwischen Disentis und Andermatt (Oberalp, 110‰) kann ein und zwischen Brig und Andermatt (Goms, 90‰) können zwei Verstärkungswagen angehängt werden. Zwischen Andermatt und Göschenen (Schöllenenschlucht, 179‰) sind keine Verstärkungswagen möglich. Die Pendelzüge sind innerhalb der Komposition mit der automatischen GF-Kupplung verbunden. Für andere Verwendungen müssen die Kupplungen getauscht werden.

Die ehemaligen BVZ-Fahrzeuge werden zwischen Zermatt und Brig sowohl mit Pendelzügen wie auch mit gezogenen Reisezügen und Güterzügen eingesetzt. Seit 2006 kommen sie auch am Oberalp zum Einsatz, hingegen fehlt ihnen die Bremsausrüstung für die Schöllenen. Diese Triebwagen können nach Zermatt und am Oberalp fünf Personenwagen befördern.

Technik

Deh 4/4 I 54 mit geöffneter Front-Tür

Aus Gründen der Gewichtseinsparung ist der Wagenkasten in Leichtmetallbauweise gefertigt. Die Apparateschränke mit der elektronischen und pneumatischen Ausrüstung sind im Gepäckraum in der Mitte untergebracht. Der Transformator befindet sich unter dem Wagenkasten, die Drehgestelle verfügen über jeweils zwei Motoren.

Literatur

Gomser Wappen auf dem Deh 4/4 I 54
  • Wolfgang Finke/Hans Schweers: Die Fahrzeuge der Furka-Oberalp-Bahn, 1999, Schweers+Wall, ISBN 3-89494-111-1
  • Theo Stolz/Dieter Schopfer: Brig-Visp-Zermatt. Geschichte und Rollmaterial, 1983, ISBN 3-907976-00-2
  • Hans-Bernhard-Schönborn: Schweizer Triebfahrzeuge. GeraMond, 2004, ISBN 3-7654-7176-3, S. 80–81. 
Liste der Deh 4/4 I der Matterhorn Gotthard Bahn
Betriebsnummer Taufname Inbetriebnahme Status
51 Disentis/Mustér 1972 in Fahrbetrieb
52 Tujetsch/Sedrun 1972 in Fahrbetrieb
53 Urseren 1972 in Fahrbetrieb
54 Goms 1972 in Fahrbetrieb
55 Brig 1972 in Fahrbetrieb
21 Stalden 1975 in Fahrbetrieb
22 St. Niklaus 1975 in Fahrbetrieb
23 Randa 1976 in Fahrbetrieb
24 Täsch 1976 in Fahrbetrieb

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