Adelsbach
Struga
Wappen fehlt
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Struga (Polen)
DEC
Struga
Struga
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Wałbrzych
Geographische Lage: 50° 49′ N, 16° 14′ O50.82444444444416.2283333333337Koordinaten: 50° 49′ 28″ N, 16° 13′ 42″ O
Höhe: 380–400 m n.p.m
Einwohner: 850
Postleitzahl: 58-311
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DBA
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Szczawno-ZdrójDobromierz
Gemeinde
Gemeindeart: Landgemeinde
Verwaltung (Stand: )
Webpräsenz: www.bip.starebogaczowice.ig.pl/webcm

Struga (deutsch Adelsbach) ist ein Dorf im Powiat Wałbrzyski in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Es liegt vier Kilometer südöstlich von Stare Bogaczowice, zu dessen Landgemeinde es gehört.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Struga liegt im Norden des Waldenburger Berglands, an der Wojewodschaftsstraße 375, die von Szczawno-Zdrój nach Dobromierz verläuft. Nachbarorte sind Chwaliszów im Norden, Świebodzice im Nordosten, Szczawno-Zdrój und Konradów im Südosten sowie Lubomin, Jabłów und Witków im Südwesten.

Geschichte

Adelsbach wurde 1210–1215 gegründet und war Sitz eines Ritterguts, das vermutlich zum Bezirk der Zeiskenburg gehörte. Bereits Ende des 13. Jahrhunderts verfügte Adelsbach über eine Scholtisei, und 1305 wurde die Kirche erstmals erwähnt. 1357 gehörte es zur Bannmeile Freiburg. 1382 war es im Besitz des Ulrich von Schoff. In diesem Jahr fundierten er und seine Frau Elisabeth sowie die Ritter Reincko, Ulrich und Rupert einen Altar der Kirche. Um diese Zeit bestand auch ein Vorwerk. 1392 gelangte Adelsbach zusammen mit dem Herzogtum Schweidnitz an die Krone Böhmen. Ab Anfang des 15. Jahrhunderts war es im Besitz der Herren von Czettritz, die es bis Mitte des 17. Jahrhunderts besaßen. Abraham von Czettritz, der mit Maria von Nimptsch verheiratet war, erbaute 1453 eine erste Residenz in Adelsbach. Um 1565 errichtete (Hans) Abraham von Czettritz, der sich als erster „von Adelsbach“ genannt haben soll, in Ortsmitte ein Schloss. Nach seinem Tod 1598 wurde er - wie 1603 auch seine Frau Magdalena von Ratschin - in der Adelsbacher Kirche bestattet.

Für das Jahr 1576 sind in Adelsbach 22 Bauern nachgewiesen. Im Dreißigjährigen Krieg fiel es wüst und wurde danach wieder aufgebaut. Die während der Reformation evangelische Kirche wurde 1653 den Katholiken übergeben und war Filiale von Reichenau. Nach mehrmaligen Besitzerwechseln gelangte Adelsbach 1718 an die Reichsgrafen Stolberg-Stolberg.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Adelsbach zusammen mit Schlesien 1742 an Preußen. Im selben Jahr wurde eine evangelische Schule eröffnet, die auch Kinder aus Liebersdorf besuchten. Im Siebenjährigen Krieg fand am 6. Juli 1762 bei Adelsbach ein schweres Gefecht zwischen Preußen und Österreichern statt. Ab 1760 entwickelte sich die Hausweberei. Seit 1664 war der Ort mehrmals in Ober- und Unteradelsbach geteilt, deren Teile teilweise verschiedene Besitzern gehörten.

In den Napoleonischen Kriegen durchbrach am 15. Mai 1807 an der Roten Höhe zwischen Adelsbach und Liebersdorf ein preußisches Streifkorps unter Major Losthin eine Sperre französischer Truppen.

Nach der Neugliederung Preußens gelangte Adelsbach 1815 an die Provinz Schlesien und gehörte ab 1816 zum Landkreis Waldenburg. 1818 wurden 551 Einwohner gezählt und 1840 eine Mineralquelle bei Adelsbach erwähnt. Seit 1874 war die Adelsbach Sitz des gleichnamigen Amtsbezirks, zu dem die Landgemeinden Fröhlichsdorf, Nieder Adelsbach und Ober Adelsbach sowie die Gutsbezirke Adelsbach und Fröhlichsdorf gehörten. 1924 wurde eine moderne Wohnsiedlung errichtet. 1939 lebten 1180 Menschen in Adelsbach.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Adelsbach 1945 wie fast ganz Schlesien an Polen und wurde Struga umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Die neuen Bewohner waren zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war. Nachfolgend verlor das Dorf seinen landwirtschaftlichen Charakter, wodurch zahlreiche Häuser sowie das Schloss dem Verfall preisgegeben wurden. 1975–1998 gehörte Struga zur Woiwodschaft Wałbrzych.

Sehenswürdigkeiten

  • Die 1305 erstmals erwähnte Kirche „Maria Schmerzensmutter“ wurde 1532 neu errichtet und im 18. Jahrhundert sowie 1861, 1930 und 1969 restauriert. Die geschnitzte gotische „Madonna mit Kind“ stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, der Altar aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Epitaphe mit Mitgliedern der Familie von Czettritz stammen aus der Zeit von 1541 bis 1605. Das Friedhofstor von 1532 wurde im 18. Jahrhundert umgebaut.
  • Das von Hans Abraham von Czettritz um 1565 in Ortsmitte errichtete Schloss entstand vermutlich an der Stelle eines Vorgängerbaus. Es ist ein dreigeschossiger Bau mit Mansarddächern und einem rechteckigem Innenhof. Im Ostteil des Nordflügels befindet sich ein rechteckiger Turm mit einem Helm. Die Fassaden wurden in den 1730er Jahren durch den damaligen Besitzer von Kluge barockisiert. In der Hauptfassade befindet sich ein Balkonportal mit einem Wappenfries von 1565 in der Bekrönung. Zwei Wendeltreppen im Inneren sind aus der Erbauungszeit, ein barockes Treppenhaus aus den 1730er Jahren. Der Saal im Oberschoss des Ostflügels ist mit Rahmenstuckdekor verziert, im Westflügel befindet sich ein zweigeschossiger ovaler Ballsaal aus dem Ende des 18. Jahrhundert. Die darin befindliche elliptische Holzkuppel wurde mit einer gemalten Kassetierung verziert. Die Kassettendecke im Westraum des Südflügels wurde im 19. Jahrhundert geschaffen. Im zweiten Turmobergeschoss befindet sich ein Kamin und unterhalb der Flachdecke eine Dekoration in Muschelform. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss zunächst zweckentfremdet durch die staatliche polnische Landwirtschaftsgenossenschaft (PGR) genutzt und später dem Verfall preisgegeben. Es befindet sich in einem schlechten Zustand und ist nicht zugänglich.

Literatur

  • Heinrich Bartsch: Unvergessene Waldenburger Heimat. Norden (Ostfriesl.) 1969, S. 339–340
  • Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen Schlesien. München·Berlin 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 876–877

Weblinks


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