Adelsberg (Gemünden)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Gemünden a.Main
Gemünden am Main
Deutschlandkarte, Position der Stadt Gemünden a.Main hervorgehoben
50.0497222222229.7055555555555160Koordinaten: 50° 3′ N, 9° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-Spessart
Höhe: 160 m ü. NN
Fläche: 75,09 km²
Einwohner: 10.886 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 145 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97737
Vorwahlen: 09351
09354 (Schaippach)
09357 (Aschenroth)
Kfz-Kennzeichen: MSP (alt: GEM)
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 131
Adresse der Stadtverwaltung: Scherenbergstr. 5
97737 Gemünden a. Main
Webpräsenz:
Bürgermeister: Georg Ondrasch (Freie Wählergemeinschaft)
Alte und neue Brücke in Gemünden

Gemünden am Main (amtlich: Gemünden a.Main) ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart und liegt ca. 40 km mainabwärts von Würzburg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

In der Stadt mündet die Sinn in die Fränkische Saale und diese dann in den Main. Der Main ändert in Gemünden seine Richtung: von Nordwest auf West, um ins Mainviereck bei Lohr am Main überzugehen.

Gemünden liegt an der Birkenhainer Straße, einem uralten Handelsweg von Unterfranken ins heutige Rhein-Main-Gebiet.

Stadtgliederung

  • Adelsberg
  • Aschenroth
  • Harrbach
  • Hofstetten
  • Hohenroth
  • Kleinwernfeld
  • Langenprozelten
  • Neutzenbrunn
  • Reichenbuch
  • Schaippach
  • Schönau
  • Seifriedsburg
  • Wernfeld
  • Massenbuch

Geschichte

Altes Rathaus

Der Ort wurde 1243 erstmals urkundlich in einem Vertrag zwischen dem Würzburger Bischof Hermann I. von Lobdeburg und Gräfin Adelheid von Rieneck erwähnt. Es wird aber vermutet, dass Gemünden bereits vor 1243 von den Grafen von Rieneck zur Stadt erhoben worden war. Gemünden gehörte ab dem Jahr 1469 endgültig zum Hochstift Würzburg, das 1802 von Bayern annektiert wurde. Gemünden wurde eine bayerische Kreisstadt, der Bahnanschluss erfolgte 1854 mit der Ludwigs-West-Bahn, heute Main-Spessart-Bahn. Gemünden wurde zum Eisenbahnknotenpunkt; 1872 erfolgte die Eröffnung von Gemünden – Elm, 1879 von Gemünden – Schweinfurt und 1884 der Saaletalbahn Gemünden – Hammelburg.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde während des Novemberpogroms die Synagoge der Jüdischen Gemeinde in der Plattnersgasse von SA-Männern zerstört. Während des Zweiten Weltkrieges mussten zahlreiche sowjetische Kriegsgefangene Zwangsarbeit in kriegswichtigen Anlagen verrichten.
Aufgrund ihrer strategisch wichtigen Lage wurde die Stadt gegen Ende des Zweiten Weltkrieges bei alliierten Bombenangriffen zu zwei Dritteln zerstört.

1972 wurde der Landkreis Gemünden am Main aufgelöst. Durch die Eingemeindung von 14 neuen Ortsteilen zwischen 1971 und 1978 stieg die Fläche der Stadt um das siebenfache.

Das örtliche Kloster Schönau wurde 1189 durch Philipp von Thüngen gegründet. Seit 1699 ein Minoritenkloster, betreuen die Mönche vor allem die Kloster- und Wallfahrtskirche.

Politik

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Ruine Scherenburg

Museen

Film-Photo-Ton Museum im Huttenschloss Gemünden

Musik

Gemünden ist bekannt als Schauplatz des Heavy-Metal-Festivals Up From The Ground.

Bauwerke

Über dem Stadtkern von Gemünden ragt die Ruine der Scherenburg heraus, auch Schloss Scherenberg genannt, das den Grafen von Rieneck gehörte. Weiter oberhalb befinden sich noch Überreste der Slorburg.

Elias Hügel-Ehrensäule von 1740, 1996 nach dem weitgehend zerstörten Original in Kaisersteinbruch, Plan Steinmetzmeister Friedrich Opferkuh, Bildhauer Ferenc Gyurcsek. Zeichen einer guten Zusammenarbeit des "Historischen Vereines Gemünden a. Main" und des "Museums- und Kulturvereines Kaisersteinbruch".

Denkmale

Eine Gedenktafel erinnert an die während des Novemberpogroms 1938 schwer beschädigte und 1945 abgerissene Synagoge. Ein weiteres Mahnmal, welches an die umgekommenen sowjetischen Zwangsarbeiter erinnert, befindet sich Richtung Rieneck.[1]


Vereine

  • WWC White Water Company Gemünden am Main e.V.: Kanusportverein mit Schwerpunkt Wildwasser/Breitensport.
  • Festspielverein der Stadt Gemünden e.V.
  • FV Gemünden/Seifriedsburg: Fußballverein

Regelmäßige Veranstaltungen

Scherenburgfestspiele im Juli und August im Innenhof der Ruine Scherenburg

Vogelschau auf das historische Gemünden des 17. Jahrhunderts von der Künstlerin Olga Knoblach-Wolff


Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Maintalbrücke der Neubaustrecke
Der große Hügel-Epitaph, 1601
wie ir seid warn wir auff erdn - wie wir sind werdet ir auch werden

Gemünden ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Die Nord-Süd-Strecke Fulda-Würzburg vereinigt sich hier mit der West-Ost-Strecke Aschaffenburg-Würzburg. Westlich der Stadt überquert die Neubaustrecke Hannover-Würzburg mit der Maintalbrücke Gemünden den Main. Außerdem zweigt in Gemünden die fränkische Saaletalbahn zum Kurort Bad Kissingen ab.Gemünden ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Fracht und Güterverkehr, noch dazu fahren dort vor allem Regionalbahnen der DB AG, um Gemünden mit den Städten Würzburg und Aschaffenburg zu verbinden.

Gemünden liegt an der Bundesstraße 26.


Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Elias Hügel (* 17. Juni 1681; † 22. August 1755), kaiserlicher Hof-Steinmetz- und Kirchenbaumeister des Barock
  • Johann Gallus Hügel (* 2. Dezember 1664; † 14. September 1719), Steinmetzmeister
  • Anneliese Lussert, Schriftstellerin
  • Olga Knoblach-Wolff (* 9. Juni 1923; † 11. Juli 2008), Kunstmalerin
  • Hans Michelbach (* 1949), CSU-Politiker
  • Nadine Angerer (* 1978), Fußballweltmeisterin
  • Euchar Albrecht Schmid (* 29. August 1884; † 15. Juli 1951 in Bad Liebenstein), deutscher Jurist, Schriftsteller und Verleger, der Mitbegründer und Geschäftsführer des Karl-May-Verlags.

Literatur

  • Anneliese Lussert und Olga Knoblach-Wolff: Dir sing ich Gemünden mein Lied von Hofmann, G H 1982.
  • Olga Knoblach-Wolff: Gemündener Türen und Tore. Impressionen und Erinnerungen in Bild und Wort. Begleitende historische Erläuterungen von Erhard Schenk.
  • Helmuth Furch: Elias Hügel, Hofsteinmetzmeister, 1681-1755, Kaisersteinbruch 1992.
  • Helmuth Furch: Die Familie Hügel aus Gemünden am Main, in Mitteilungen des Museums- und Kulturvereines Kaisersteinbruch, Nr. 42, Juni 1996.
  • Helmuth Furch: Elias Hügel, Baukünstler. Der Großauftrag Karlskirche hat sein Leben bestimmt. Mai 2005.

Einzelnachweise

  1. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 141f.

Weblinks


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