Adenau
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Adenau
Adenau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Adenau hervorgehoben
50.3833333333336.9333333333333300
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Ahrweiler
Verbandsgemeinde: Adenau
Höhe: 300 m ü. NN
Fläche: 18,56 km²
Einwohner:

2.776 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 150 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 53511–53518
Vorwahl: 02691
Kfz-Kennzeichen: AW
Gemeindeschlüssel: 07 1 31 001
Adresse der Verbandsverwaltung: Kirchstraße 15
53518 Adenau
Webpräsenz: www.stadt-adenau.de
Stadtbürgermeister: Arnold Josef Hoffmann (CDU)
Lage der Stadt Adenau im Landkreis Ahrweiler
Remagen Grafschaft (Rheinland) Bad Neuenahr-Ahrweiler Sinzig Bad Breisig Brohl-Lützing Gönnersdorf bei Bad Breisig Waldorf (Rheinland-Pfalz) Burgbrohl Wassenach Glees Niederzissen Wehr (Eifel) Galenberg Oberzissen Brenk Königsfeld (Eifel) Schalkenbach Dedenbach Niederdürenbach Oberdürenbach Weibern (Eifel) Kempenich Hohenleimbach Spessart (Brohltal) Heckenbach Kesseling Kalenborn (bei Altenahr) Berg (bei Ahrweiler) Kirchsahr Lind (bei Altenahr) Rech Dernau Mayschoß Altenahr Ahrbrück Hönningen Kaltenborn Adenau Herschbroich Meuspath Leimbach (bei Adenau) Dümpelfeld Nürburg (Gemeinde) Müllenbach (bei Adenau) Quiddelbach Hümmel Ohlenhard Wershofen Aremberg Wiesemscheid Kottenborn Wimbach Honerath Bauler (Landkreis Ahrweiler) Senscheid Pomster Dankerath Trierscheid Barweiler Reifferscheid Sierscheid Harscheid (bei Adenau) Dorsel Hoffeld (Eifel) Wirft Rodder Müsch Eichenbach Antweiler Fuchshofen Winnerath Insul Schuld (Ahr) Nordrhein-Westfalen Landkreis Neuwied Landkreis Vulkaneifel Landkreis Mayen-KoblenzKarte
Über dieses Bild

Adenau ist eine Stadt in der Hocheifel. Die Stadt ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Adenau, der sie auch angehört.

Stadt Adenau 1978

Adenau trägt den Beinamen „Johanniterstadt“, da der Johanniter-Orden hier im Mittelalter ansässig war.

Bei Adenau befindet sich die Nordschleife des Nürburgrings, die zwischen den Streckenabschnitten Adenauer Forst und Exmühle in unmittelbarer Nähe des derzeitigen Ortsrandes verläuft.

Der Stadtteil Breidscheid war bis 1952 eine selbständige Gemeinde. Die Herren von Breidscheid wurden bereits im 13. Jahrhundert erwähnt. Die Breidscheider Kapelle ist den hl. Rochus und Sebastianus geweiht und soll im Jahre 1630 als Pestkapelle gebaut worden sein. Breidscheid ist neben Nürburg, Quiddelbach und Herschbroich einer von vier Orten, die innerhalb der Nordschleife des Nürburgrings liegen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

992 wurde Adenau erstmals unter dem mittelhochdeutschen Namen „Adenova“ urkundlich erwähnt. Graf Ulrich von Are schenkte 1162 seinen Herrenhof dem Johanniterorden. Damit wird Adenau nach Duisburg und Werben/Elbe zur drittältesten Niederlassung dieses Ordens in Deutschland. Unter ihrem Vorsteher (Komtur) bemühten sich die Ordensbrüder zunächst um die Pflege und Betreuung von Kranken und Pilgern. Bis zum Jahre 1518 war der Komtur gleichzeitig auch Pfarrer von Adenau in der Kath. Pfarrkirche St. Johannes d. Täufer. Die ursprüngliche Priesterkommende kam Ende des 15. Jahrhundert in die Hand ritterlicher Komture.

Adenau wurde während der Franzosenzeit Hauptort des Kantons Adenau und 1816 Sitz eines preußischen Kreises, des Kreises Adenau oder auch Hocheifelkreises mit Landrat, Kreisverwaltung und allen dazugehörigen Aufgaben und Pflichten. Der Kreis Adenau war einer der ärmsten Kreise in Preußen. Der auf Initiative des damaligen Landrates Dr. Creutz gebaute Nürburgring wurde 1927 eröffnet. 1932 wurde der Kreis Adenau aufgelöst und mit dem Kreis Ahrweiler zusammengelegt.

Adenau 2006
Adenau 2006

Politik

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 48,1 %
Gewichtetes Ergebnis
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
62,0%
13,2%
12,7%
12,1%
ödp Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,7%
-0,4%
+2,1%
+3,0%
ödp Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel

Stadtrat

Der Stadtrat in Adenau besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Stadtrat:[2]

Parteien und Wählergemeinschaften Anteil
2009 (%)
Sitze
2009
Anteil
2004 (%)
Sitze
2004
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 12,1 2 9,1 2
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 62,0 12 66,7 13
FDP Freie Demokratische Partei 12,7 3 10,6 2
ödp Ökologisch-Demokratische Partei 13,2 3 13,6 3
Gesamt 100 20 100 20

Wappen

Wappen von Adenau

Beschreibung:

Das geteilte Wappen zeigt oben in Silber ein durchgehendes schwarzes Kreuz, unten auf mit silbernen Schindeln bestreutem rotem Feld einen blau gezungten silbernen Löwen. Das Wappen wurde als Siegelbild bereits im 15. Jahrhundert verwendet. Es verbindet das schwarze Kreuz von Kurköln mit dem Löwen der Herren von Nürburg. Seit 1831 wird das Siegelbild wappenmäßig verwendet. Die eigentlich falsche Farbgebung des Wappens von Nürburg geht auf den Heraldiker Otto Hupp zurück.[3]


Sehenswürdigkeiten

  • Historischer Marktplatz mit Brunnen
Am Adenauer Marktplatz im Zentrum des Ortes befindet sich ein schönes Ensemble historischer Gebäude, wovon einige unter Denkmalschutz stehen. Der Marktbrunnen wurde aus Basaltsäulen errichtet.
Fachwerkhaus von 1630
Das Haus Stein am Markt 8, das im Jahr 1630 erbaut wurde, steht seit 1992 unter dem Schutz der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten. Das Fachwerkhaus wurde mit drei vorkragenden Geschossen über einem Gewölbekeller errichtet. Das mit Schiefer gedeckte Dachgeschoss besitzt einen imposanten, ebenfalls verschieferten Schweifgiebel. Die Dachfahne aus Schmiedeeisen, die die Initialen des Erbauers Theodor Hütten und die Jahreszahl 1630 zeigt, wird seit altersher Schwedenfahne genannt, vermutlich weil die Erbauung in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges fällt, in der vorübergehend das schwedische Heer die Gegend besetzt hatte.
  • Eifeler Bauernhausmuseum
In der Schulstrasse kann man ein typisches Bauernhaus des 19. Jahrhunderts besichtigen - von der Milchküche bis zur Guten Stube ist alles originalgetreu eingerichtet.
  • Heimat- und Zunftmuseum
Das Heimatmuseum auf dem Kirchplatz beherbergt eine Nagelschmiede sowie eine reichhaltige Sammlung von Gegenständen und Werkzeugen der verschiedenen in Adenau ansässigen Handwerker, u.a. Sattler, Schuhmacher, Schreiner und Tuchmacher. Die Geschichte des Nürburgringes, Adenauer Künstler, die Geschichte des ehemaligen Kreises Adenau, sowie die Johanniter in Adenau sind weitere Themen der Ausstellungen.
  • Johanniter-Komturei
Die Komturei (Synonym für Kommende) war bei dem geistlichen Ritterorden der Johanniter eine Niederlassung, als Verwaltungseinheit hauptsächlich für die Bewirtschaftung ihrer Güter zuständig, jedoch wurde dort auch für die Gastfreundschaft gegenüber Armen, Pilgern und durchreisenden Ordensangehörigen gesorgt. Heute dient das Gebäude als Begegnungsstätte. Es liegt - ebenso wie das Heimatmuseum - im Zentrum von Adenau, in unmittelbarer Nähe von Rathaus und Amtsgericht sowie der Pfarrkirche St. Johannes.
  • Buttermarkt
Im historischen Stadtteil Buttermarkt stehen mehrere interessante Häuser - das älteste von 1396 - im Originalzustand. Ein Fachwerkhaus wurde an anderer Stelle in Adenau abgetragen und am Buttermarkt originalgetreu wieder aufgebaut. Um an die frühere Nutzung des Platzes zu erinnern, der dem Viertel seinen Namen gab, steht dort die Butterfrau, eine Plastik des Adenauer Künstlers Georg Gehring.
Die katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer besteht bereits seit 1224. Sie ist im Kern über 1000 Jahre alt. Im Lauf der Jahrhunderte wurde sie mehrfach verändert, erweitert, umgebaut, in Kriegen zerstört und wieder aufgebaut. Im heutigen Zustand enthält sie romanische, spätgotische und neugotische Gebäudeteile.
Das evangelische Gotteshaus ist Hauptkirche der Evangelischen Kirchengemeinde Adenau, die noch heute in den Grenzen des ehemaligen Landkreises Adenau weiterbesteht. Erbaut wurde sie 1913 bis 1914 nach den Plänen des Architekten Franz Heinrich von Schwechten.
Die Marienkapelle
Die Marienkapelle wurde 1893 bis 1895 in neugotischen Stil erbaut, an der Stelle einer älteren Kapelle, die der Schmerzhaften Mutter Gottes geweiht war.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Adenau

Wirtschaft und Infrastruktur

Bildung

Das Erich-Klausener-Gymnasium Adenau geht auf eine 1914 gegründete Privatschule zurück und heißt seit 1966 Erich-Klausener-Gymnasium.[4] Bekannteste Absolventin ist die ARD-Journalistin Marion von Haaren.

Ausflugsziele in der näheren Umgebung

Südlich von Adenau, in der Nähe der Ortschaft Nürburg gelegene Burganlage mit mächtigem Bergfried aus dem 12. Jahrhundert ist auch noch als Burgruine mit ihren Gewölben und vielen Türmen aus Basalt, Tuffstein und Grauwacke ein eindrucksvolles Bauwerk.
Der höchste Berg der Eifel (747 m hoch) mit dem Kaiser-Wilhelm-Aussichtsturm
Am 18. Juni 1927 wurde der Nürburgring eröffnet, nachdem zeitweilig bis zu 3000 Männer beim Bau der Ersten Gebirgs- Renn- und Prüfungsstrecke beschäftigt waren. Er brachte Arbeit und wirtschaftlichen Aufschwung in die arme, strukturschwache Gegend der Eifel.

In Adenau geborene Personen

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • Clemens de Lassaulx (* 1809 in Diez, † 1906 in Adenau), Forstbeamter in Adenau, "Vater des Eifelwaldes"
  • Erich Klausener (1885–1934), Landrat des Landkreises Adenau (1917–1919), wurde wegen seiner christlichen Überzeugung 1934 von Nationalsozialisten erschossen
  • Otto Wemper (1894–1969), Förster, Pionier der Rekultivierung von Flächen des Braunkohlentagebaus, leitete von 1925 bis 1940 das Forstamt Adenau
  • Max Funke (1895–1980), Unternehmer und Erfinder, gründete 1951 in Adenau die Max Funke KG
  • Marion von Haaren (* 1957 in Kiel), Europakorrespondentin der ARD, ging in Adenau zur Schule, Abitur 1977
  • Helmut Dieser (* 1962 in Neuwied), Weihbischof des Bistums Trier, 2004–2011 Pfarrer von Adenau

Weblinks

 Commons: Adenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2010 (PDF; 727 KB) (Hilfe dazu)
  2. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat
  3. Klemens Stadler: „Deutsche Wappen - Bundesrepublik Deutschland. Band 2: Die Gemeindewappen von Rheinland-Pfalz und Saarland, Bremen, Hamburg, Westberlin“, Angelsachsen-Verlag, Bremen 1966.
  4. Kleine Zeittafel zur Geschichte unserer Schule, Erich-Klausener-Gymnasium, abgerufen am 4. Juni 2008

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