Adenauer
Konrad Adenauer 1952

Konrad Hermann Joseph Adenauer (* 5. Januar 1876 in Köln; † 19. April 1967 in Rhöndorf, Stadtteil von Bad Honnef, eigentlich Conrad Hermann Joseph Adenauer) war von 1949 bis 1963 erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland sowie von 1951 bis 1955 zugleich Bundesminister des Auswärtigen.

Der rheinische Katholik prägte als Bundeskanzler und CDU-Chef maßgeblich die politische Ausrichtung der Bundesrepublik in der Nachkriegszeit. Er setzte dabei auf eine Westbindung, verbunden mit der Europäischen Einigung und mit der Eingliederung in das westliche Verteidigungsbündnis, der NATO. Gegen Widerstand auch innerhalb der eigenen Partei setzte er das System der Sozialen Marktwirtschaft durch. Er verfolgte einen antikommunistischen Kurs gegen die Sowjetunion und ihre Verbündeten. Gleichwohl war er auch Realpolitiker; so arrangierte er die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur Sowjetunion und war pragmatisch bezüglich der Verwendung ehemals nationalsozialistischer Funktionsträger für den Wiederaufbau der Bundesrepublik.

Adenauer war zur Kaiserzeit und in der Weimarer Republik Mitglied der katholischen Zentrumspartei. Er war seit 1917 Oberbürgermeister von Köln und wurde 1918 Mitglied des Preußischen Herrenhauses auf Lebenszeit. Als langjähriger Vorsitzender des Preußischen Staatsrates war er zunächst Anhänger einer Abspaltung des Rheinlands von Preußen und – neben Wilhelm Marx – wichtigster demokratischer Gegenspieler des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Preußens, Otto Braun.


Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Kindheit

Konrad Adenauer war das dritte von fünf Kindern des Sekretärs am Appellationsgericht (heute Oberlandesgericht) Köln und späteren Kanzleirats Johann Konrad Adenauer (1833–1906) und seiner Ehefrau Helene, geborene Scharfenberg (1849–1919). Seine Familie war römisch-katholisch geprägt. Seine Geschwister waren August (1872–1952), Johannes (1873–1937), Lilli (1879–1950) und Elisabeth (kurz nach der Geburt gestorben).

Kaiserreich, Weimarer Republik und Zeit des Nationalsozialismus

Studium und frühe Karriere

Konrad Adenauer (rechts) als Vicesenior des K.St.V. Arminia Bonn im WS 1896/97

Adenauer legte am 5. März 1894 das Abitur am Apostelgymnasium in Köln ab. Von 1894 bis 1897 studierte er an den Universitäten von Freiburg im Breisgau, München und Bonn Rechts- und Staatswissenschaft. Dort trat er jeweils in die katholischen Studentenvereine KStV Brisgovia im Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine (KV) zu Freiburg, KStV Saxonia im KV zu München und in den K.St.V. Arminia im KV zu Bonn ein, denen er zeit seines Lebens eng verbunden blieb. Sein erstes juristisches Staatsexamen legte er 1897 ab, sein zweites 1901. Anschließend wurde er Assessor in Köln. Von 1903 bis 1905 war er Vertreter des Rechtsanwaltes beim Oberlandesgericht Köln, Justizrat Hermann Kausen.

Im Jahre 1906 trat Adenauer der katholischen Zentrumspartei bei und wurde am 7. März zum Beigeordneten der Stadt Köln gewählt. Am 22. Juli 1909 wurde er Erster Beigeordneter und damit erster Stellvertreter des Oberbürgermeisters Max Wallraf. Der Aufgeschlossenheit und Initiative Adenauers ist es zu verdanken, dass in Köln-Deutz 1914 die Kölner Werkbundausstellung eröffnet wurde.

Oberbürgermeister der Stadt Köln

Wohnhaus Adenauers 1911 bis 1933 in Köln-Lindenthal (Denkmal)
Kölner Notgeld von 1920 mit Unterschrift des damaligen Oberbürgermeisters Konrad Adenauer
50 Pfennig und Rückseiten
OB Adenauer (m.) beim Stapellauf des Kreuzers Köln 1928 in Wilhelmshaven

Am 18. September 1917 wählte ihn die Kölner Stadtverordneten-Versammlung zum damals jüngsten Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt; die Verleihung des Titels erfolgte am 21. Oktober durch Erlass des Königs von Preußen. Von 1917 bis 1933 und nochmals für einige Monate des Jahres 1945 war er Oberbürgermeister der Stadt Köln.

Am 12. Februar 1918 wurde Adenauer auf Lebenszeit in das Preußische Herrenhaus berufen, welches allerdings noch im gleichen Jahr infolge der Novemberrevolution bedeutungslos wurde.

Von 1920 bis 1933 war er mit Unterstützung von Zentrum, Sozialdemokratischer Partei Deutschlands (SPD) und DDP Präsident des Preußischen Staatsrats. In dieser Funktion stand er in einer politischen Dauerfehde mit dem sozialdemokratischen, preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun, welche von Adenauer bis vor das Preußische Staatsgericht getragen wurde. Während Braun ein starkes zentralisiertes Preußen als Bollwerk der Demokratie begriff, stand Adenauer den Bestrebungen der Zentrumspartei nah, die ab 1918 auf ein Rheinland abzielten, das selbstständig von Preußen sein sollte. Damals und später wurde daher der - unberechtigte - Vorwurf gemacht, Adenauer habe das Rheinland auch von Deutschland trennen wollen (siehe auch: Rheinische Republik). Außerdem war er als Verfechter des Kolonialgedankens von 1931 bis 1933 als Vizepräsident der Deutschen Kolonialgesellschaft politisch tätig.

In der Weimarer Republik war er mehrfach (1921, 1926, 1928) als Kandidat für das Reichskanzleramt im Gespräch. Am aussichtsreichsten war dies für den Kanzler des Westens und König des Rheinlands 1926, er konnte aber seine politischen Forderungen nicht durchsetzen. Ein Tausch des sicheren und persönlich befriedigenden Amtes in Köln mit der unsicheren Reichskanzlerschaft erschien ihm auch nicht als Gewinn.

Adenauer galt als teuerster Oberbürgermeister im Deutschen Reich – wegen seiner Projekte und seines Gehaltes. 1928 verspekulierte Adenauer sein Vermögen durch den Ankauf von Glanzstoff-Aktien. Ein öffentlicher Skandal konnte dadurch verhindert werden, dass Adenauer sich aus einem sogenannten Schwarzen Fonds vom Vorstandsvorsitzenden der Glanzstoff AG ein Aktienpaket im Nominalwert von 250.000 Reichsmark zur Verfügung stellen ließ.

Im Ersten Weltkrieg zeigte Adenauer Weitblick dadurch, dass er - vor vielen anderen - den Krieg frühzeitig als verloren ansah und damit begann, Nahrungsmittel zu horten, unter anderem Graupen (Kochgerste). Die Kölner nannten ihn deshalb „Graupenauer“. Nach dem Krieg setzte er durch, dass aus dem alten preußischen Festungsring ein Grüngürtel wurde – für damalige Verhältnisse eine ungewöhnliche Neuerung. Während seiner Amtszeit wurden die Messe, die Universität zu Köln und die Kölner Werkschulen neu- beziehungsweise wieder eröffnet. Fritz Schumacher, von 1920 bis 1923 Stadtplaner unter Adenauer, sagte zu dessen Engagement in Zeiten der Inflation: „Je mehr zusammenzubrechen schien, mit desto größerer Energie trieb Adenauer die Arbeiten voran.“[1] Adenauer bemühte sich intensiv, ausländische Investoren nach Köln zu holen. 1927 hatte er bereits eine Zusage von Citroën für eine Automobilfabrik, das Projekt verlief dann aber doch im Sande. Nach intensiven Verhandlungen mit dem US-amerikanischen Autohersteller Ford, gelang es ihm, das Unternehmen davon zu überzeugen, ein komplett neues Werk in Köln zu errichten, anstatt die schon bestehenden kleineren Anlagen in Berlin auszubauen. Auch das Werk allerdings konnte die wirtschaftlichen Probleme, in die Köln wie das gesamte Reich in der Spätphase der Weimarer Republik kam, nur kurzfristig aufhalten. Beim Bau der damals technisch einmaligen Mülheimer Brücke verhandelte er taktisch geschickt mit der KPD; anders war dieses Projekt im Rat nicht durchzubringen.

1931 kam es zur ersten größeren Auseinandersetzung mit den Nationalsozialisten, als diese in einer nächtlichen Aktion die Rheinbrücken mit Hakenkreuzfahnen beflaggten. Adenauer ließ die Fahnen mit Verweis darauf, dass die Brücken öffentliche Bauwerke seien, unverzüglich wieder entfernen. Durch seine Standhaftigkeit in dieser nur scheinbaren Bagatelle geriet Adenauer in das Visier der SA, die sogar öffentlich Geld für die Kugel Adenauers sammeln ließ.

Auch nach dem sogenannten Preußenschlag von 1932, als von Papen die preußische Staatsregierung absetzte, blieb Adenauer Mitglied im Dreimännerkollegium.

Zeit des Nationalsozialismus

Nach der Machtübernahme Hitlers und seiner Nationalsozialisten unterlag die Zentrumspartei in Köln bei den Kommunalwahlen vom 12. März 1933. Die NSDAP enthob Adenauer, der unter anderem beim Besuch eines nationalsozialistischen Führers in Köln diesem den Handschlag verweigerte, seines Amtes als Oberbürgermeister und wenig später auch vom Amt als Präsident des Preußischen Staatsrats.

Ohne die Berliner Dienstwohnung und in Köln bedroht von seinen nationalsozialistischen Gegnern, die auf Wahlkampfplakaten „Adenauer, an die Mauer!“ gefordert hatten und ihm Dienstvergehen vorwarfen, bat Adenauer einen ehemaligen Schulfreund um Hilfe: Der Abt von Maria Laach, Ildefons Herwegen, nahm Adenauer am 26. April 1933 vorübergehend in der Abtei auf. Der ehemalige Bürgermeister führte von hier aus das Dienststrafverfahren, das er gegen sich selbst beantragt hatte, und blieb, bis er im April 1934 ein Haus im Potsdamer Vorort Neubabelsberg bezog. Dort wurde er am 30. Juni 1934 im Zusammenhang mit dem „Röhm-Putsch“ für zwei Tage festgenommen.

Um den Druck zu mindern, verwies Adenauer in einem elfseitigen Brief vom 10. August 1934 an den NS-Innenminister in Berlin auf seine Verdienste für die NS-Bewegung: Er habe die NSDAP „immer durchaus korrekt behandelt“ und beispielsweise „jahrelang entgegen der damaligen Verfügung des preußischen Innenministers der NSDAP die städtischen Sportplätze zur Verfügung gestellt und ihr bei ihren Veranstaltungen auf diesen das Hissen ihrer Hakenkreuzfahnen an den städtischen Flaggenmasten gestattet.“ Weiterhin habe er sich einer Anordnung des preußischen Staatsministeriums widersetzt, nationalsozialistische Beamte „zwecks Disziplinierung“ namhaft zu machen, „da ich sie für unberechtigt und für ungerecht hielt“. Er behauptete in diesem elfseitigen Brief auch, öffentlich im Winter 1932/33 erklärt zu haben, „daß nach meiner Meinung eine so große Partei wie die NSDAP unbedingt führend in der Regierung vertreten sein müsse.“[2]

Konrad Adenauers Wohnhaus in Rhöndorf

Immerhin erhielt Adenauer ab 1933 eine Pension von 10.000 Reichsmark jährlich. In den Jahren nach 1934 wechselte er häufig seinen Aufenthaltsort und versteckte sich zeitweise. 1937 erhielt er nach zähem Ringen eine höhere Pension von 15.000 Reichsmark jährlich und eine Abfindung von 153.886,63 Reichsmark für sein beschlagnahmtes Kölner Haus. Von diesem Geld ließ er sich 1938 von seinem Schwager, dem Architekten Ernst Zinsser ein Haus im Bad Honnefer Stadtteil Rhöndorf errichten. Das Haus in Köln wurde ihm nach 1945 rückübertragen.

Nach dem gescheiterten Aufstand gegen Hitler am 20. Juli 1944 wurde Adenauer im Rahmen der Polizeiaktion „Gewitter“ am 23. August verhaftet. Konkrete Verdachtsmomente gegen ihn lagen nicht vor. Das ehemalige Zentrumsmitglied selbst war wiederholt von den Widerstandskämpfern angesprochen worden; er lehnte jede Beteiligung strikt ab, wohl weil er nicht an die Erfolgsaussichten glaubte. Adenauer wurde in einem Konzentrationslager auf dem Kölner Messegelände inhaftiert. Dort wurde dem bald schwer Erkrankten durch den Kölner Kommunisten Eugen Zander, der als Kapo für die neuen Häftlinge zuständig war, das Leben gerettet. Es gelang ihm in der Folge, seine Überweisung ins Krankenhaus Köln Hohenlind zu erreichen, von wo er entfliehen konnte. Er wurde später wieder gefasst, am 26. November 1944 aber aus dem Gefängnis Brauweiler frühentlassen.

Nach Kriegsende

1945 setzten ihn die Amerikaner wieder als Oberbürgermeister der Stadt Köln ein. Nach wenigen Monaten entließ ihn der britische General Barraclough wegen angeblicher Unfähigkeit (genauer: er habe sich nicht energisch genug um die Ernährungsversorgung gekümmert). Die britische Besatzungsmacht verhängte in der Zeit vom 6. Oktober bis 4. Dezember 1945 ihm gegenüber ein Verbot parteipolitischer Betätigung.

In einem Brief im Februar 1946 schrieb Adenauer an einen katholischen Geistlichen in Bonn: „Nach meiner Meinung trägt das deutsche Volk und tragen auch die Bischöfe und der Klerus eine große Schuld an den Vorgängen in den Konzentrationslagern. Richtig ist, daß nachher vielleicht nicht viel mehr zu machen war. Die Schuld liegt früher. Das deutsche Volk, auch Bischöfe und Klerus zum großen Teil, sind auf die nationalsozialistische Agitation eingegangen. Es hat sich fast widerstandslos, ja zum Teil mit Begeisterung gleichschalten lassen. Darin liegt seine Schuld.“

Adenauer an der Macht

Parlamentarischer Rat

Nachdem er als Oberbürgermeister wieder in den Ruhestand versetzt worden war, konzentrierte sich Adenauer auf die Parteiarbeit: Am 5. Februar 1946 wählte ihn die rheinische CDU zum Landesvorsitzenden, im März 1946 die CDU der britischen Zone. Adenauer formulierte mit dem Neheim-Hüstener Programm ein erstes Parteiprogramm für die Zone maßgeblich mit. Im Oktober 1946 wurde er Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag des bevölkerungsreichsten deutschen Bundeslandes, Nordrhein-Westfalen. Er nutzte die folgenden Jahre, um seine Hausmacht innerhalb der Partei auszubauen, sodass er 1948 Vorsitzender des Parlamentarischen Rates wurde, der über die Verfassung für einen deutschen Weststaat beriet. Adenauer, der außerhalb der britischen Zone nicht annähernd so bekannt war wie seine Konkurrenten Kurt Schumacher (SPD) oder Ludwig Erhard (parteilos), nutzte das eigentlich machtlose Amt als Podium; die SPD hatte für ihren Mann, Carlo Schmid, den als viel wichtiger erachteten Hauptausschuss-Vorsitz gesichert. Dieser arbeitete aber eher im Verborgenen, während Adenauer in der Öffentlichkeit als eine Art Vertreter der Deutschen (auch gegenüber den Alliierten) auftrat. Er wurde somit laut Carlo Schmid „erster Mann des zu schaffenden Staates, noch ehe es ihn gab.“[3]

Bevor Konrad Adenauer erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland wurde, war er seit dem 1. September 1949 Vorsitzender der gemeinsamen Bundestagsfraktion von CDU und CSU. Innerhalb der CDU setzte er eine „bürgerliche Koalition“ durch, obwohl CDU/CSU, FDP und Deutsche Partei nur über eine knappe Mehrheit verfügten und große Teile der CDU angesichts des staatlichen Neuanfangs eine Große Koalition vorzogen. Adenauer hielt jedoch die kleine Koalition für unumgänglich, um seine Ideen einer sozialen Marktwirtschaft und einer umfassenden Westbindung durchzusetzen. Dabei konnte er auf die gute Zusammenarbeit der Parteien im Wirtschaftsrat der britisch-amerikanischen Bizone zurückgreifen. Selbst innerhalb der CDU gab es noch Befürworter einer Planwirtschaft, die wenige Jahre vorher das Ahlener Programm der CDU durchgesetzt hatten. Die SPD hing ihr auch an, ebenso wie sie ein neutrales Deutschland anstrebte, um auf diesem Weg leichter eine Wiedervereinigung zu erringen. Auf der Rhöndorfer Konferenz vom 21. August 1949 gelang es Adenauer seinen Standpunkt durchzusetzen und endgültig sicherzustellen, dass er der Kanzlerkandidat der Unionsparteien sei. Um die Ausrichtung einer bürgerlichen Koalition zu bestärken, wählte die CDU/CSU am 12. September den damaligen FDP-Vorsitzenden Theodor Heuss in der Bundesversammlung mit zum Bundespräsidenten. Als 1950 die CDU auf Bundesebene gegründet wurde, wurde Adenauer Vorsitzender. Er blieb es bis 1966.

Als Einwohner von Rhöndorf (in Sichtweite von Bonn) war Adenauer maßgeblich daran beteiligt, dass 1949 Bonn statt Frankfurt am Main Bundeshauptstadt wurde – Frankfurt war nicht nur SPD-regiert und stark zerstört, sondern vor allem Sitz des US-amerikanischen Militärgouverneurs. Auch hier war er nicht sehr nachgiebig. Er bedrängte beispielsweise den Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, Geld bereitzustellen, obwohl es keinen Haushaltsbeschluss gab. Für dessen rechtliche Bedenken hatte er kein Verständnis.

Wahl zum Bundeskanzler

Bei der ersten Bundestagswahl am 14. August 1949 wurde Konrad Adenauer als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises 10 „Bonn Stadt und Land“ mit 54,5 Prozent der Stimmen in den Deutschen Bundestag gewählt. Er vertrat den Wahlkreis Bonn bis zu seinem Tod 1967 und wurde bei den fünf Bundestagswahlen 1949 bis 1965 mit Mehrheiten von bis zu 68 Prozent jeweils direkt gewählt.

Adenauers Arbeitszimmer im Palais Schaumburg, Foto von 1950

Der Bundestag wählte ihn am 15. September 1949 mit einer Stimme Mehrheit (einschließlich seiner eigenen) zum Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, ein Amt, das er bis zu seinem Rücktritt am 15. Oktober 1963 innehatte. Eine entscheidende Stimme in diesem Wahlgang stammte dabei vom Bayernpartei-Abgeordneten Johann Wartner, der sich dem Beschluss seiner Partei widersetzte und – wie er kurz vor seinem Tode bekannte – als wohl einziger Bundestagsabgeordneter der Opposition für Adenauer stimmte. Sonst hätte Adenauer erst in einem späteren Wahlgang mit relativer Mehrheit gewählt werden können. Erster Oppositionsführer der jungen Republik wurde somit sein Gegenspieler Kurt Schumacher (SPD).

Bundespräsident Theodor Heuss übergab Adenauer die Ernennungsurkunde am 16. September 1949, die erste Regierungserklärung der Bundesrepublik folgte am 20. September, der erste Besuch bei den Hohen Kommissaren der Alliierten am 21. September – demselben Tag, an dem das Besatzungsstatut in Kraft trat.

Adenauer wurde dreimal (1953, 1957 und 1961) wiedergewählt. Die Wahlergebnisse, die er erzielte, sind einmalig in der bundesdeutschen Geschichte. 1953 erhielten CDU und CSU genau die Hälfte der Mandate und 1957 erzielten sie die absolute Mehrheit der Stimmen. Auch nach den Wahlen, in denen die CDU/CSU allein hätte regieren können, bildete er eine Koalitionsregierung, um mit Hilfe der kleineren Parteien die CSU und widerspenstige CDU-Mitglieder in Schach halten zu können.

Attentat auf Adenauer

Am 27. März 1952 explodierte um 18:20 Uhr ein an Bundeskanzler Adenauer adressiertes Päckchen im Münchner Polizeipräsidium und tötete den Beamten Karl Reichert. Die zwei mit der Abgabe des Päckchens bei der Post beauftragten Jungen hatten es zur Polizei gebracht, während sie von ihrem Auftraggeber verfolgt wurden. Als sich im Zug der Ermittlungen herausstellte, dass die Spuren zu Splittergruppen der 1948 aufgelösten jüdischen Partisanen- und Untergrundorganisation Irgun führten, entschloss sich die Bundesregierung, das Beweismaterial geheim zu halten, um keine antisemitischen Reaktionen in der Öffentlichkeit zu provozieren. Fünf Verdächtige wurden letzten Endes nach Israel abgeschoben; der mutmaßliche Drahtzieher, Jakob Farshtej, der Bombenbauer, Elieser Sudit, sowie der Überbringer der Bombe, Josef Kronstein, entkamen, woraufhin von deutscher Seite keine weiteren Schritte mehr unternommen wurden. Israels Premierminister David Ben-Gurion begrüßte diese Entscheidung und soll sich Adenauer zeitlebens dafür verbunden gezeigt haben. In stillschweigendem Einvernehmen war es den beiden Staatsmännern damit gelungen, der Münchner Bombe ihre auch politische Sprengkraft zu nehmen. Wären die Ermittlungen erfolgreich durchgeführt worden, hätte die Bundesregierung möglicherweise einen Auslieferungsantrag an Israel stellen und einem hochrangigen Israeli den Prozess machen müssen, woran wenige Jahre nach den Verbrechen des Holocaust keiner der beiden Staaten interessiert war. Um die allmählich neu erwachsenden bilateralen Beziehungen nicht noch zusätzlich zu belasten, stellten die deutschen Behörden die Ermittlungen ein.

Zur Urheberschaft des Anschlags veröffentlichte Elieser Sudit in späterer Zeit ein Buch, wonach als Auftraggeber, Organisator und Geldbeschaffer für die insgesamt drei Attentate auf Adenauer der ehemalige Kommandant des Irgun, gesuchte Terrorist und spätere israelische Ministerpräsident Menachem Begin fungiert habe[4]. Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Juni 2006 sei es ihm dabei nicht darum gegangen, Adenauer zu töten (daher die dilettantische Vorgehensweise), sondern vor allem um die Aufmerksamkeit von Presse und Öffentlichkeit. Der Grund dafür sei in der nach Begins Ansicht verfehlten Reparationspolitik der Bundesregierung gegenüber Israel zu suchen. Begin habe die Meinung verfochten, die Wiedergutmachungszahlungen seien nicht an die israelische Regierung, sondern direkt an die Familien der Opfer abzuliefern. Andere Quellen, vorwiegend Zeitungsberichte des Daily Telegraph, machten dagegen einen weiteren führenden Kopf des Irgun, Kommodore Christopher Sebastian, für mindestens zwei der Attentate verantwortlich.

Politik der Westbindung

Konrad Adenauer mit Hermann Josef Abs beim Staatsbesuch des indischen Ministerpräsidenten Jawaharlal Nehru 1956

Die Bundesrepublik wurde erst mit dem Inkrafttreten der Pariser Verträge am 5. Mai 1955 und der Aufhebung des Besatzungsstatus zur selben Zeit ein formell souveräner Staat, die volle Souveränität wurde jedoch erst 1990 mit der Wiedervereinigung und dem Zwei-plus-vier-Vertrag erlangt. Vorher waren alle politischen Maßnahmen von der direkten Zustimmung der westlichen Siegermächte des Zweiten Weltkriegs abhängig. Für Adenauer war deshalb die Außenpolitik der bestimmende Faktor seiner politischen Strategie. Von 1951 bis 1955 besetzte er auch, einmalig in der Geschichte der Bundesrepublik, das Amt des Außenministers.

Er setzte dabei auf eine enge Anbindung an die westeuropäischen Staaten (Magnet-Theorie), eine wirtschaftliche Verflechtung mit Frankreich und Belgien und insbesondere gute politische Beziehungen zu den USA. Adenauer setzte sich für „Vereinigte Staaten von Europa“ ein, da nur diese ein langfristig friedliches Europa garantieren könnten. Er griff dabei sowohl auf seine politischen Vorstellungen aus der Weimarer Republik zurück, als auch auf die Erfahrungen, die er mit dem Nationalsozialismus gemacht hatte. Hitler hatte die europäischen Länder nacheinander erobert; Stalin sollte nicht das gleiche gelingen.

Wirtschaftlich ging der bereits vor 1949 durch den Marshallplan angestoßene Prozess durch die Montanunion, die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und Euratom auf. Adenauer setzte sein Vertrauen in den Bankier Hermann Josef Abs, der Einfluss auf die Verteilung der Marshallplan-Gelder hatte. Er bat Abs gelegentlich, als Gast zum Kabinettstisch zu erscheinen und lud ihn regelmäßig zu seiner sonntäglichen Rhöndorfer Kaffeetafel ein, an der er seine Ratgeber zusammenkommen ließ. Er ernannte ihn zum Verhandlungsführer der Londoner Schuldenkonferenz. Deutschland erlebte mit dem Wirtschaftswunder einen Aufstieg und integrierte sich in den Europäischen Markt. Die wirtschaftliche Seite dieses Strebens mündete schließlich in die europäischen Einigungsprozesse, auf denen die heutige EU beruht. Schon im Jahr 1954 wurde Adenauer mit dem Karlspreis ausgezeichnet.

Eingelegte Bodenplatte vor der Kathedrale zu Reims anlässlich des 8. Juli 1962

Eine langfristige historische Leistung Konrad Adenauers war die Aussöhnung mit Frankreich, die schließlich im Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrag mündete. Bei dem tiefen Misstrauen, mit dem sich Deutsche und Franzosen zu jener Zeit begegneten, war hierbei sein gutes persönliches Verhältnis zum Präsidenten der Französischen Republik, Charles de Gaulle, von großer Bedeutung. Anfangs war Adenauer eher skeptisch: Als de Gaulle 1958 Präsident wurde, sah Adenauer in ihm noch eine Art Hindenburg, einen ehemaligen General, der sich mit negativen Folgen in die Politik einmischte.

Schließlich bemühte sich Konrad Adenauer auch tatkräftig um die Versöhnung mit den Juden, nachdem er den mit Hermann J. Abs entwickelten anfänglichen Plan, als – wie sie es sahen – ausreichende „Wiedergutmachung“ ein Krankenhaus in Israel für zehn Millionen DM zu spenden, verworfen hatte. 1952 schloss er mit dem neu gegründeten Staat Israel das Luxemburger Abkommen als erste Geste der Entschuldigung. Gegen den Widerstand seines Finanzministers setzte er die Zahlung einer Wiedergutmachung von 3,45 Milliarden DM – 3000 DM für jeden israelischen Flüchtling – als symbolische Geste an Israel durch, die vorwiegend aus Warenlieferungen bestand, die aus deutscher Produktion stammten. In New York traf er 1960 mit dem israelischen Ministerpräsidenten David Ben Gurion zusammen. 1966 reiste er als erster hochrangiger deutscher Politiker nach dem Zweiten Weltkrieg nach Israel.

Die militärische Seite wurde nicht, wie von Adenauer erhofft, durch eine eigenständige Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG), sondern durch die Aufnahme der Bundesrepublik in die NATO (1955) verwirklicht.

In der Öffentlichkeit weniger bekannt war, dass Adenauer schon 1949 auf die deutsche Wiederbewaffnung drängte. Nach außen stellte er dies als Forderung der westlichen Alliierten dar; die Alliierten selbst waren wenig begeistert davon. Bereits 1950 trat sein Innenminister, Gustav Heinemann zurück, vor allem, da diese Politik auch vor Heinemann geheim gehalten worden war. Im April 1950 forderte Adenauer, nach dem Aufbau einer kasernierten Volkspolizei in der SBZ, den Aufbau einer mobilen Polizeitruppe auf Bundesebene in der Bundesrepublik, was auch 1951 mit der Gründung des Bundesgrenzschutzes erfolgte. Die Öffentlichkeit erfuhr erst Jahre später, dass er schon 1957 ein Projekt genehmigte, mit Frankreich und Italien gemeinsam eine Atombombe zu entwickeln. Durch den Machtantritt Charles de Gaulles wurde das Projekt hinfällig, Frankreich steuerte auf ein eigenes Projekt hin (die Force de Frappe).

Deutschlandpolitik und Verhältnis zur Sowjetunion

Adenauer im Bundestag, 1955

Die enge Politik der Westbindung musste unter den damaligen Gegebenheiten zwangsläufig zum Konflikt mit der Sowjetunion führen. Eine deutsche Wiedervereinigung schien in weitere Ferne zu rücken. Die in der Folge des Zweiten Weltkriegs zu Tage getretenen ideologischen Gegensätze führten zur Teilung Europas und der Welt in zwei Blöcke: Dem Ostblock unter der damals noch unstrittigen Führung der Sowjetunion und dem westlichen Lager unter der Führung der USA.

Obwohl er öffentlich anerkannte, dass in allen Staaten Osteuropas nach dem Zweiten Weltkrieg ein berechtigtes Misstrauen gegenüber Deutschland herrschte, weigerte sich Adenauer, auf die politischen Forderungen der Ostblockstaaten einzugehen. Für ihn war eine Wiedervereinigung nur möglich und anzustreben, wenn diese mit freien, demokratischen Wahlen einhergehen würde. Für ihn führte der Kurs der Stärke, zumindest öffentlichen Bekundungen nach, langfristig zur Wiedervereinigung unter freien Bedingungen. Kooperation mit der kommunistischen DDR war für ihn nur in sehr kleinen Schritten möglich. Auf damals häufige deutschlandpolitische Konzepte, die eine Neutralität und einen „Dritten Weg“ zwischen westlichem und östlichem System in einem Gesamtdeutschland vorsahen, gab er nichts. Deutschland müsse sich, nach dem „von Deutschen vom Zaune gebrochenen Krieg“, das Vertrauen der freien Welt wieder verdienen und keine „Schaukelpolitik“ treiben. Adenauer lehnte daher im Jahr 1952 die „Stalin-Noten“ ab, in denen Stalin eine Wiedervereinigung unter der Bedingung der Neutralität des vereinigten Deutschlands vorschlug.

Rückkehr Adenauers aus Moskau am 14. September 1955 in Köln-Wahn

Adenauer setzte die Hallstein-Doktrin durch, die den Alleinvertretungsanspruch der Bundesrepublik für Deutschland festschrieb. Nachdem die Sowjetunion im Januar 1955 offiziell den Kriegszustand mit Deutschland beendete, reiste er nach Moskau und erreichte die Freilassung der letzten deutschen Kriegsgefangenen aus dem Zweiten Weltkrieg, welche sich noch als von der Sowjetunion als Kriegsverbrecher verurteilt in sowjetischer Gefangenschaft befanden. Als nach dem Tod Adenauers (1967) in einer Umfrage nach dessen größter Leistung gefragt wurde, wurde die so genannte Heimkehr der Zehntausend am meisten genannt.

Wirtschafts- und Sozialpolitik

Nachdem die Grundsatzentscheidung für die Soziale Marktwirtschaft gefallen war, überließ Adenauer die Wirtschafts- und Sozialpolitik weitgehend seinen Fachministern, insbesondere dem Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard. Er selbst konzentrierte sich auf die Außenpolitik. „Von der Außenpolitik, der außenpolitischen Entwicklung hängt alles ab, hängt die ganze Wirtschaft ab, hängt ab, was wir auf sozialem Gebiet machen“ [5], so seine Begründung.

Allerdings war Adenauer, im Vergleich zu Erhard, wesentlich aufgeschlossener gegenüber Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften. Auch in die Sozialpolitik mischte er sich ein: Im Jahr 1957 beispielsweise setzte Adenauer - gegen den Rat von Ludwig Erhard - die Umstellung der gesetzlichen Rentenversicherung auf eine Umlagefinanzierung durch. Dadurch wurde es möglich, die Renten einmalig erheblich anzuheben und sie fortan jedes Jahr proportional zur Entwicklung der Bruttolöhne zu erhöhen. Die früher alltägliche Altersarmut als Folge steigender Verbraucherpreise bei stagnierenden Renten verschwand dadurch für Jahrzehnte. Über Warnungen seines Wirtschaftsministers setzte sich Adenauer mit dem Hinweis „Kinder kriegen die Leute immer“ hinweg. Befürworter des Umlageverfahrens beriefen sich auch auf das sogenannte Mackenroth-Theorem, nach dem die Finanzierung der Renten immer aus dem laufenden Volkseinkommen erfolgen müsse.

Neben seinem Engagement für das Umlageverfahren setzte sich Adenauer auch dafür ein, die Kriegsfolgen sozial aufzufangen. Dies führte zu Gesetzen zur Versorgung von Kriegsbeschädigten und -hinterbliebenen, zu Eingliederungsgesetzen für Vertriebene und Flüchtlinge und dem sogenannten Lastenausgleich. Darüber hinaus trat Adenauer dafür ein, möglichst viele Menschen am Wirtschaftswunder und seinen Erfolgen teilhaben zu lassen. Dies führte zum Betriebsverfassungsgesetz (u. a. Mitbestimmung), dem Montan-Mitbestimmungsgesetz, der Teilprivatisierung von Firmen wie Preussag und Volkswagen mit sogenannten Volksaktien sowie zum Vermögensbildungsgesetz.

Gesellschaftspolitik

In Adenauers Amtszeit war die Außenpolitik am heftigsten umstritten. Im Nachhinein wird er aber häufig für seine gesellschaftspolitischen Maßnahmen kritisiert. Während es ihm gelang, die Bundesrepublik außenpolitisch bis zur Wiedervereinigung in ihren Grundzügen festzulegen, versuchte Adenauer gesellschaftspolitisch eine konservative Politik aus Kaiserreich und Weimarer Republik weiterzuverfolgen. Die Besetzungen für die Ressorts Innenpolitik und Justiz glückten ihm jedoch nur mäßig. Sein Wunschkandidat für das Innenministerium Robert Lehr (CDU) scheiterte 1949 am Widerspruch der Fraktion und nach nur einer Amtszeit wurde das ehemalige DNVP-Mitglied von der CDU nicht einmal mehr für den Bundestag nominiert. Der erste Justizminister Thomas Dehler (FDP) musste nach nur einer Amtszeit gehen, da Bundespräsident Theodor Heuss sich weigerte, seine Ernennungsurkunde zu unterschreiben und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts Hermann Höpker-Aschoff mit Rücktritt drohte, sollte Dehler wieder Minister werden.

Adenauer setzte auf einen konfrontativen Kurs gegenüber den Kommunisten, aber auch den Sozialdemokraten. Die Sozialdemokraten waren seiner Rhetorik nach ideologisch eng mit den Kommunisten verwandt; besonders misstrauisch war er gegenüber Herbert Wehner. In seine Amtszeit fiel das von der Bundesregierung beantragte und vom Bundesverfassungsgericht ausgesprochene Verbot der KPD, das wenige Jahre nach dem Verbot der NSDAP-Nachfolgepartei Sozialistische Reichspartei erfolgte. Die 1952 gegründete Bundeszentrale für Heimatdienst, Vorläufer der Bundeszentrale für politische Bildung, verfolgte im Kalten Krieg einen strikt antikommunistischen Kurs.

Während Adenauer vehement versuchte, jeden Ansatz kommunistischer Politik im Zweifel auch strafrechtlich zu unterbinden, verfolgte er die Strategie, auch ehemalige Amtsträger des nationalsozialistischen Staates einzugliedern, sofern sie sich zur Bundesrepublik und zur Demokratie bekannten. Am symbolträchtigsten geschah dies mit Hans Globke. Der ehemalige Herausgeber des Kommentars zu den Nürnberger Rassegesetzen leitete seit Oktober 1953 für Adenauer das Bundeskanzleramt, Adenauer ließ sich durch alle Kritik nicht davon abbringen, ihm die Stelle zu erhalten. Die Organisation Gehlen, deren Chef und zahlreiche Mitarbeiter ebenfalls schon in ähnlichen Aufgaben für das NS-Regime gearbeitet hatten, ging im Wesentlichen unverändert im Bundesnachrichtendienst auf. Ebenso 1953 berief Adenauer Theodor Oberländer zum Minister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte. Noch wirkungsreicher aber war, dass FDP-Justizminister Thomas Dehler mit Adenauers Zustimmung in das neu aufzubauende Justizministerium und die Gerichtsbarkeit viele Juristen aus der Zeit des Nationalsozialismus übernahm. In die frühen Jahre der Adenauer-Regierung fielen umfangreiche Revisionen der Kriegsverbrecherprozesse direkt nach dem Zweiten Weltkrieg, ein Straffreiheitsgesetz für minder NS-belastete sowie die Beibehaltung zahlreicher Gesetze aus der NS-Zeit. So übernahm er und seine Regierung den von den Nazis verschärften Paragraphen 175 unverändert. Dieser stellte homosexuelle Handlungen, die Adenauer als „lasterhaftes Treiben“ bezeichnete, unter Strafe.[6]

Adenauer und die katholische Kirche

Katholikentag in Köln, 1956

Da Adenauer bekennender und praktizierender Katholik war, argwöhnten viele Zeitgenossen, seine Politik sei von der Kirche beeinflusst. In der Realität war der Einfluss der katholischen Kirche auf seine Politik längst nicht so groß wie behauptet. Soweit es um weltanschauliche Dinge ging, bemühte er sich, Ansichten zu vertreten, die von gläubigen Christen beider Konfessionen unterstützt wurden. Adenauer erreichte, dass im traditionell konfessionell zerstrittenen Deutschland eine Partei mit christlichen Grundsätzen entstand, die für beide Konfessionen wählbar war. Zum Ende seiner Regierungszeit spielten denn auch konfessionelle Motive bei den Wahlen nur noch eine geringere Rolle.

Die damals oft geäußerte Unterstellung, er habe die Wiedervereinigung nicht gewollt, um eine protestantische Wählermehrheit zu verhindern, hat einen gewissen wahren Kern. Er hatte schon 1946 vor dem „Zonenausschuss“ der CDU davor gewarnt, dass bei politischer und wirtschaftlicher Gleichstellung der sowjetisch besetzten Zone die Sozialdemokraten bei Wahlen die Mehrheit bekämen.

Während seiner Kölner Zeit galt Adenauer jedoch bei aller partiellen Aufgeschlossenheit zum Beispiel was Städtebau, Universitätsgründung betrifft, als „der engstirnige katholische Zentrumspolitiker, für den es keine uneingeschränkte Freiheit von Wissenschaft und Kunst gab, sobald es um Fragen der katholischen Grundanschauung ging.“ (Peter Koch, 1985). Dies ging so weit, dass er eigenhändig den Text in Brechts „Dreigroschenoper“ änderte, Bartóks Tanzpantomime „Der wunderbare Mandarin“ verbot und ein Gemälde des Expressionisten Otto Dix, das später von den Nationalsozialisten in die Ausstellung „Entarteter Kunst“ aufgenommen wurde, aus dem Wallraf-Richartz-Museum entfernen ließ.

Adenauer als Wahlkämpfer

Konrad Adenauer galt bei seinen Anhängern als unübertrefflicher Wahlkämpfer. Für ihn begann die nächste Wahl am Tag nach der Wahl. Neben seinem Sinn für wichtige Themen zeichneten ihn Schlagfertigkeit und eine für sein Alter unglaubliche Leistungsfähigkeit aus. Trotz seiner relativ schwachen Gesundheit – vom Militärdienst war er wegen schwächlicher Konstitution befreit worden, später wollte ihn aus dem gleichen Grund keine Lebensversicherung haben und auf zwei schwere Grippe-Erkrankungen ihres Chefs musste seine Umgebung sich jedes Jahr einstellen – konnte er mehrere Veranstaltungen pro Tag bestreiten, nebenher die Regierungsgeschäfte erledigen, bis in die Nacht mit Journalisten diskutieren und am nächsten Tag in voller Frische antreten. Dem widersprechen allerdings teilweise Berichte, dass er seit einem Autounfall 1933 nicht mehr ohne Tabletten schlafen konnte und mittags oft Schlaf brauchte. (vgl. Spiegel 42/1948 „Es gibt nur einen Adenauer“)

Späte Zeit als Bundeskanzler

Adenauer mit John F. Kennedy, 1963

Adenauer hatte bereits auf der Rhöndorfer Konferenz seinen Arzt Paul Martini zitiert, der meinte, Adenauer könne gesundheitlich problemlos noch ein oder zwei Jahre Kanzler bleiben. Tatsächlich blieb er, der erst mit 73 Jahren Kanzler wurde (jeder seiner Nachfolger war mit diesem Alter bereits nicht mehr im Amt), 14 Jahre im Amt und hatte damit nach Helmut Kohl die längste Amtszeit aller deutschen Bundeskanzler.

1959 brachte sich Adenauer als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten ins Gespräch, nachdem er vorher vergeblich versucht hatte, Ludwig Erhard auf diesen Posten wegzuloben. Nach einigen Wochen zog er seine Kandidatur wieder zurück - vermutlich einerseits, weil er erkannt hatte, dass die Macht des Bundespräsidenten geringerer Natur war, andererseits, weil er die Wahl Ludwig Erhards zum Bundeskanzler verhindern wollte.

Adenauer und Erhard, 1956

An dem übergroßen Streit um seine Nachfolge hatte er durchaus selbst schuld. Seiner begründeten Meinung nach war Ludwig Erhard ohne die nötigen Führungsqualitäten, außerdem hatte er keine Hausmacht in der CDU. Später als Kanzler versuchte Erhard mit Appellen direkt an das Volk zu regieren, ohne auf vermittelnde und interessengeleitete Akteure wie Parteien oder Verbände Rücksicht nehmen zu wollen. Sein Führungsstil war an den Idealen der Aufklärung orientiert, setzte auf die rationale Einsichtskraft des Bürgers zu vernünftigen Entscheidungen und hatte keinen Sinn für das politische Tagesgeschäft und den dauernden Zwang zum Kompromiss. In der pluralistischen Demokratie rieb er sich innerhalb weniger Jahre auf, ohne als Kanzler sonderliche Erfolge zu erzielen. Adenauer aber unternahm nichts, um einen besseren Kandidaten aufzubauen. Die zwischenzeitlichen Favoriten Adenauers, die Bundesminister Franz Etzel, Heinrich Krone und Gerhard Schröder, bekamen nie genug Unterstützung von ihm, um wirklich ernsthafte Herausforderer des populären Erhard zu sein.

Nach der darauf folgenden Wahl 1961, als er die absolute Mehrheit verlor, gelang es ihm, gegen den Willen der FDP sowie Teilen der CDU/CSU nochmals zum Kanzler gewählt zu werden. Dafür versprach er, rechtzeitig vor der nächsten Wahl zurückzutreten, um einem Nachfolger Platz zu machen – einen verbindlichen Termin zu nennen weigerte er sich. Die Spiegel-Affäre brachte ihn schließlich dazu, sich auf den Herbst 1963 festzulegen. Adenauers Verabschiedung fand am 12. Oktober 1963 auf dem Fliegerhorst Wunstorf statt.

Seine letzten Jahre als Kanzler wurden durch seinen hartnäckigen Kampf, so lange wie möglich im Amt zu bleiben, und durch den – vergeblichen – Versuch, die Wahl Ludwig Erhards als Nachfolger zu verhindern, überschattet. In dieser Zeit passierten Fehlschläge, die beim größten Teil der Deutschen auf Unverständnis und Kritik stießen. Sein Versuch, ein regierungskontrolliertes „Deutschland-Fernsehen“ als Konkurrenz zur ARD aufzubauen, scheiterte am Bundesverfassungsgericht. Das ZDF hatte nur wenig mit Adenauers ursprünglichen Plänen zu tun. Als er nach dem Bau der Berliner Mauer zwei Wochen abwartete, bevor er nach Berlin reiste, stieß er auf Unverständnis, ebenso mit seiner deutlichen Kritik am damaligen Berliner Bürgermeister Willy Brandt. Die Spiegel-Affäre am Ende seiner Kanzlerschaft erregte öffentliches Aufsehen. Dass Adenauer Franz-Josef Strauß zu dessen Handlungsweisen ermächtigt hatte, wurde erst später bekannt.

Späte Jahre und Tod

Auf dem Bundesparteitag 1966 in Düsseldorf

Auch nach seinem Rückzug aus der Politik verunglimpfte er seinen ungeliebten Nachfolger nach Kräften. Kurz vor seinem Tod erlebte er noch den Sturz Erhards – „Der eine is wech!“ war sein Kommentar. Er griff durch Zeitungsartikel, Reden und Interviews noch ins politische Geschehen ein. So äußerte er sich vor der Bundestagswahl 1965 noch positiv über eine mögliche große Koalition und stellte nach ihrem Amtsantritt 1966 fest, dass diplomatische Beziehungen zu Staaten Osteuropas möglich seien. Dies wäre eine 180-Grad-Wendung gegenüber der Hallsteindoktrin gewesen. Er führte mehrere international beachtete Auslandsreisen durch und 1964 nahm ihn die Académie des Sciences Morales et Politiques auf. Bis zu seinem Tode war er Mitglied des Bundestages und war damit mit 91 Jahren und 3 1/2 Monaten der bisher älteste Bundestagsabgeordnete.

Trauerfeier für Konrad Adenauer 1967

Konrad Adenauer starb am 19. April 1967 nach kurzer Grippe und drei Herzinfarkten in seinem Haus in Rhöndorf. Seinen ersten Herzinfarkt hatte er bereits Ende 1962, seinen zweiten am 29. März 1967 und seinen dritten wenige Tage später erlitten. In der Familie und im Freundeskreis sind Adenauers letzte Worte an seine am Krankenbett in Tränen ausgebrochene Tochter Libet verbürgt: „Da jitt et nix zo kriesche!“ („Da gibt es nichts zu weinen!“)

Grab auf dem Waldfriedhof

Adenauer wurde mit einem Staatsbegräbnis und einem Pontifikalamt im Kölner Dom durch den Kölner Erzbischof Kardinal Frings geehrt. An seiner Beerdigung nahmen zahlreiche Staatsoberhäupter und Außenminister teil. Am Sarg hielten abwechselnd hochrangige Offiziere, allesamt Ritterkreuzträger, der Bundeswehr die Ehrenwache. Nach der Zeremonie überführte die Bundesmarine den Sarg mit einem Schnellboot auf dem Rhein nach Bad Honnef/Rhöndorf, wo er auf dem dortigen Waldfriedhof beigesetzt wurde.

Mitgliedschaften

Konrad Adenauer war Mitglied im Rotary Club Köln (Gründungsmitglied), Mitglied des Deutschen Ordens, seit 1951 Magistral-Großkreuzritter des Souveränen Malteserordens und Mitglied in der Bonner Studentenvereinigung Arminia.

Familie und Privates

Stammbaum Konrad Adenauer (Auszug)
Mit dem Sohn Georg 1956 im Schwarzwald

Am 28. Januar 1904 heiratete Adenauer Emma Weyer (1880–1916), die Tochter eines angesehenen Kölner Galeristen. Aus dieser Ehe erwuchsen die Kinder Konrad (1906–1993), Max (1910–2004) und Ria (1912–1998). Am 6. Oktober 1916 starb seine erste Frau Emma.

Am 26. September 1919 heiratete Adenauer seine zweite Frau Auguste „Gussie“ Zinsser (1895-1948), mit der er weitere fünf Kinder hatte: Ferdinand (* 1921, bald nach der Geburt verstorben), Paul (1923–2007), Lotte (* 1925), Libet (* 1928) und Georg (* 1931). Auguste Adenauer starb 1948 an den Spätfolgen eines während der Gestapo-Haft drei Jahre zuvor unternommenen Selbstmordversuchs.

Adenauers Enkel Sven-Georg Adenauer (Sohn von Georg) ist Landrat im Kreis Gütersloh.

Wenig bekannt ist, dass Adenauer nicht nur Politiker, sondern auch Erfinder war. Er sicherte sich drei Patente[7], so etwa das für ein „Verfahren zur Herstellung eines dem rheinischen Roggenschwarzbrot ähnelnden Schrotbrotes“ (Kölner Brot, zusammen mit Jean und Josef Oebel). [8] [9]. Eine weitere Erfindung war die „von innen beleuchtete Stopfkugel“. Da aber bereits die AEG ein Patent angemeldet hatte, wurde das Stopfei Adenauers nur von seiner Frau eingesetzt. Außerdem meldete er kurz nach dem Ersten Weltkrieg eine neue Tülle für Gartengießkannen an, die mit einer beweglichen Klappe abgedeckt werden konnte; entsprechende Patente wurden jedoch nicht veröffentlicht.

Außerdem erfand er 1916 eine Sojawurst (Kölner Wurst), da in diesen Zeiten Fleisch knapp war. Der Patentantrag wurde jedoch wegen eines Formfehlers in Deutschland nicht anerkannt und stattdessen nur in England angemeldet[10].

Nachdem er in der Zeit des Nationalsozialismus sein Amt verloren hatte, verbrachte er die freigewordene Zeit auch damit, an weiteren Erfindungen zu arbeiten. In dieser Zeit entstand die „Einrichtung zum Schutz gegen Blendung durch Scheinwerfer entgegenkommender Fahrzeuge, bestehend aus einem Kopfschirm oder einer Brille“. Diese wurde jedoch am 22. September 1937 vom Patentamt abgelehnt mit der Begründung, dass dies nichts Neues sei. Weitere kuriose Erfindungen waren die „Elektrobürste zur Schädlingsbekämpfung“ und der „ortsfeste Brausekopf für Gießkannen“. Da ihm bei der Anmeldungen solcher Erfindungen zum Patent vielfach kein Erfolg beschieden war, erwähnte Adenauer diese Aktivitäten in seinen Memoiren nicht.[11]

Um sein Wohnhaus in Rhöndorf pflegte er einen großen Garten mit einer südländisch anmutenden Vielfalt von Pflanzen, Plastiken und Brunnen sowie vor allem Rosen, die Adenauer liebte, aber entgegen einer weit verbreiteten Legende nicht züchtete. Allerdings wurde zur Internationalen Gartenbauausstellung 1953 eine von Adenauer selbst ausgesuchte Rosensorte nach ihm benannt. Der Garten erinnert an das nördliche Italien, das Adenauer schätzen und lieben lernte. In Cadenabbia am Comer See, wo er in den letzten zehn Jahren seines Lebens regelmäßig seinen Urlaub verbrachte, lernte er auch das Boccia-Spiel kennen, das ihn so sehr faszinierte, dass er sich in seinem Garten in Rhöndorf sowie im Park des Palais Schaumburg in Bonn eine Bahn dafür bauen ließ.

Ehrungen und Nachwirkung

Mercedes Benz 300D,
der „Adenauer-Mercedes“

Adenauer ist Ehrenbürger von Berlin, Bonn, Köln, Trier, Baden-Baden, Griante Cadenabbia, seines letzten Wohnortes Bad Honnef und der Universität zu Köln. 1953 erhielt er das Großkreuz des Verdienstordens der Italienischen Republik, außerdem ist er der erste Träger des Großkreuzes in besonderer Ausführung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 1958 wurde ihm der bayerische Verdienstorden verliehen. Im Jahre 1953 wurde Adenauer vom TIME-Magazin zur Person des Jahres gewählt. Am 27. Mai 1954 erhielt er den Karlspreis der Stadt Aachen als kraftvollen Förderer eines einigen Europa. Von Papst Pius XII. wurde Adenauer 1955 zunächst mit dem Orden vom Goldenen Sporn ausgezeichnet und im September 1963 erhielt er den ranghöheren Christusorden. Durch den Orden vom Goldenen Sporn hatte er theoretisch das Recht, auf einem Pferd in eine Kirche einzureiten. Lorenz Kardinal Jaeger und Friedrich August Freiherr von der Heydte nahmen im Juli 1965 die Investitur des Altbundeskanzlers in den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem in Aachen vor. Eine weitere Möglichkeit der Würdigung, die Benennung von Bauwerken nach ihm, wurde auch ausgenutzt. Der Flughafen Köln/Bonn trägt seinen Namen; ebenso die Berliner Parteizentrale der CDU (das frühere Bonner Gebäude wurde im Jahre 2003 abgerissen). Neben zahlreichen Plätzen, Straßen und Alleen sind auch mehrere Brückenbauwerke nach ihm benannt (siehe Konrad-Adenauer-Brücke), Konrad Adenauer wurde mit einer Büste in der Walhalla bei Regensburg ein weiteres Denkmal gesetzt.

Eine der beiden Regierungsmaschinen Airbus A310 der Luftwaffen-Flugbereitschaft trägt ebenso wie eine Kaserne in Köln den Namen des ersten deutschen Bundeskanzlers.

Der Mercedes-Benz 300, deutsche Staatskarosse der 1950er-Jahre, ist noch heute nach seinem prominenten Benutzer als „Adenauer-Mercedes“ bekannt. Der original "Adenauer-Mercedes" ist im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn ausgestellt.

Berliner Gedenktafel in Berlin-Mitte (Wilhelmstr. 54)

Im Mai 1982 wurde vor dem damaligen Bundeskanzleramt in Bonn eine Plastik seines Kopfes aufgestellt. Sie wurde zum Symbol der „Bonner Republik“, viele Kameraleute schwenkten auf das Portrait, wenn sie das damalige Bundeskanzleramt zeigten.

Zu unterscheiden sind die parteinahe Konrad-Adenauer-Stiftung und die bundesunmittelbare Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus in Rhöndorf. Letztere finanziert und organisiert die Erhaltung des früheren Wohnhaus des Bundeskanzlers und betreibt dort Führungen. Ferner ist dort ein umfassendes Archiv über sein Leben und Wirken eingerichtet worden.

Im November 2003 wurde Konrad Adenauer im Rahmen der ZDF-Sendereihe Unsere Besten zum „größten Deutschen“ gewählt.

Adenauer-Preise

Etwa 20 Institutionen, darunter auch ausländische, vergeben Konrad-Adenauer-Preise. Seine Vaterstadt ehrte ihn 2002 mit der Stiftung ihres Konrad-Adenauer-Preises, der alle zwei Jahre (undotiert) verliehen wird.

Belege

  1. Zitiert und zurückübersetzt nach Hans-Peter Schwarz: Konrad Adenauer: A German Politician and Statesman in a Period of War, Revolution, and Reconstruction. Band 1. Berghahn Books, Providence/Rhode Island 1995, S. 160
  2. Zitiert nach Peter Koch: Adenauer. Reinbek 1985
  3. Zitiert nach Hans-Peter Mensing: Konrad Adenauer. In: Udo Kempf, Hans-Georg Merz: Kanzler und Minister 1949–1998. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2001, S. 82
  4. Artikel zum Attentat von Henning Sietz auf einestages, dem Zeitgeschichte-Portal von Spiegel Online
  5. Zitiert nach Hans-Peter Mensing: Konrad Adenauer. In: Udo Kempf, Hans-Georg Merz: Kanzler und Minister 1949–1998. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2001, S. 86
  6. Hans-Georg Stümke: Homosexuelle in Deutschland. Eine politische Geschichte. München 1989, S. 183 f.
  7. Patente von Prominenten: Konrad Adenauer
  8. Jean Oebel, Josef Oebel, Konrad Adenauer: Verfahren zur Herstellung eines, dem rheinischen Schwarzbrot ähnelnden Schrotbrotes. Patent-Nr.: DE296648, Veröffentlicht am 19. Februar 1917
  9. Jean Oebel, Josef Oebel, Konrad Adenauer: Verfahren zur Herstellung eines, dem rheinischen Schwarzbrot ähnelnden Schrotbrotes. Patent-Nr.: AT74310B, Veröffentlicht am 10. April 1918
  10. Konrad Adenauer: Improvements in the Composition and Manufacture of Sausage Meat and the like. Patent-Nr.: GB131402, Veröffentlicht am 28. August 1919
  11. Radio Bremen, As time goes by, 22. September 1937, „Das Widerspenstige Patentamt“

Siehe auch

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Erinnerungen (4 Bände), Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1965-68
    • Band 1: Erinnerungen 1945–1953, ISBN 3-421-01140-0, 1965 erschienen
    • Band 2: Erinnerungen 1953–1955, ISBN 3-421-01396-9, 1966 erschienen
    • Band 3: Erinnerungen 1955–1959, ISBN 3-421-01432-9, 1967 postum erschienen
    • Band 4: Erinnerungen 1959–1963. Fragmente, ISBN 3-421-01473-6, 1968 postum erschienen

Literatur

Sachbücher
  • Hans-Joachim Gerboth: Meine Adenauer-Memo(a)iren. Von Karlchen Schmitz. dtv 1983, ISBN 3-423-01152-1 (verschiedene Ausgaben, vergriffen)
  • Peter Koch, Klaus Körner: Konrad Adenauer. Patmos, Düsseldorf 2004, ISBN 3-491-96117-3
  • Henning Köhler: Adenauer. Eine politische Biographie. Propyläen, Berlin 1994, ISBN 3-549-05444-0
  • Reichshandbuch der Deutschen Gesellschaft - Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild, Erster Band, Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1930, S. 8, ISBN 3-598-30664-4
  • Günther Schulz (Hg.): Konrad Adenauer 1917-1933, SH-Verlag, Köln 2007, ISBN 3-89498-161-X
  • Hans-Peter Schwarz: Adenauer. Der Aufstieg 1876–1952. DVA, Stuttgart 1986, ISBN 3-421-06323-0
  • Hans-Peter Schwarz: Adenauer. Der Staatsmann 1952–1967. DVA, Stuttgart 1991, ISBN 3-421-06613-2
  • Hans-Peter Schwarz: Anmerkungen zu Adenauer. DV, Stuttgart 2004, ISBN 3-421-05838-5
  • Henning Sietz: Attentat auf Adenauer. Siedler, Berlin 2003, ISBN 3-88680-800-9
  • Kurt Sontheimer: Die Adenauer-Ära. Grundlegung der Bundesrepublik. 3. aktualisierte Neuauflage. dtv, München 2003, ISBN 3-423-34024-X
  • Gösta von Uexküll: Konrad Adenauer. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek 1976, ISBN 3-499-50234-8
  • Riesenberger, Dieter : Das Ringen um die Entlassung deutscher Kriegsgefangener aus der Sowjetunion ( 1952 - 1955 ) In: Dieter Riesenberger : Den Krieg überwinden . Bremen : Donat - Verlag, 2008 . ISBN 978-3-938275-44-3 ( S. 324 - 339 )
Medien

Weblinks


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