Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt
Luftbild

Die Adršpašsko-Teplické skály (deutsch Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt) ist eine Gruppierung von Sandsteinfelsen. Sie befindet sich bei Adršpach (Adersbach) und Teplice (Weckelsdorf) in einem Naturschutzgebiet in der Region Broumov (Braunau) in Tschechien, etwa 500 Meter über dem Meeresspiegel.

Die Felsen breiten sich auf einer Fläche von 1772 Hektar (17,7 Quadratkilometer) aus und ragen gerade in die Höhe. Es bildete sich im Verlauf der Kreidezeit eine einheitliche Sandsteinplatte, die auf älteren Sandsteinen, Konglomeraten und Tonsteinen aus permokarbonischer Zeit und Arkosen der Trias der Innersudetischen Senke (vnitrosudetská pánev) aufliegt. Durch den erosiven Einfluss von Wasser, Sonne, Frost und Wind ist diese allmählich zergliedert worden und es formten sich auf diese Weise Klüfte und Schluchten aus, die bis zu 100 m hoch sind. So entstanden auch viele Felsnadeln, Terrassen und Mulden mit steilen Wänden oder Höhlen.[1] Der höchste Berg ist Starozámecký vrch (671 m n.m.).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ende des 13. Jahrhunderts wurden hier zwei Burgen erbaut: Střmen und Adersbach, später die Burg und heutige Ruine Bischofstein (tschechisch Skály). Viele Felsengebilde bekamen fantasievolle Namen, wie Spanische Wand, Großvaterstuhl, Henkelkrug, Zuckerhut, Bürgermeister, Liebespaar, Rübezahlorgel, Rübezahls Zahnstocher usw. Die Bevölkerung traute sich nur in die Felsenstadt, wenn sie sich bedroht fühlte. Um 1700 kamen die ersten Naturliebhaber aus Schlesien in die Felsenstadt. Seitdem ist sie zugänglich. Im Jahr 1770 besuchte sie Goethe. 1824 brach in den Felsen ein mehrere Wochen dauernder Waldbrand aus, der den ganzen Waldbestand vernichtete. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden von den Herrschern erste Wanderwege angelegt um die Felsen besser zu erschließen. Seit 1933 steht die Felsenstadt unter Naturschutz.

Klettern

Das Gebiet ist ein Klettergebiet. Aber erst in den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts begann in diesem Gebiet das Klettern unter sportlichen Gesichtspunkten. Zum großen Teil handelte es sich um Erstbesteigungen durch deutsche Kletterer aus Dresden und Sachsen, die in der Sächsischen Schweiz bereits Erfahrung gesammelt hatten. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs waren in diesem Felsengebiet ca. 40 Gipfel bestiegen. Nach dem Krieg begann hier die goldene Zeit des Kletterns. Es folgten Erstbesteigungen von Hunderten von Türmen und das Durchsteigen immer schwierigerer Wege. Zu nennen wären hier die Haupterschließer des Gebietes Stanislaw Lukavsky und Petr Mocek und der deutsche Herbert Richter. Zurzeit sind etwa 2.000 Türme und Massive bestiegen.

Liebespaar
Bürgermeister und Bürgermeisterin
Zuckerhut

Die bekanntesten Felsformationen in Adršpach (Adersbach), sind das Liebespaar, Bürgermeister und Bürgermeisterin sowie die Felsenkrone in Teplice (Weckelsdorf). Der schwerste Gipfel (Schwierigkeit Xc sächsisch), der Zuckerhut (Homole cukru), wurde im Herbst 1996 erstmalig sportlich einwandfrei bestiegen, obwohl er direkt am Hauptwanderweg liegt.

Für das Klettern gelten bis auf wenige Ausnahmen die Sächsischen Kletterregeln. Erschwerend zum Verzicht auf in anderen Gebieten gebräuchliche Sicherungsmittel kommt hinzu, dass Ringe (Sicherungshaken) noch seltener und im Gegensatz zu denen in der Sächsischen Schweiz teilweise in schlechtem Zustand sind.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Stanislaw Čech, Elżbieta Gawlikowska: Adršpašsko-Teplické skály. Geologická mapa pro turisty 1:50 000. Państwowy Instytut Geologiczny, Český geologický ústav, Warszawa, Praha 2000 ISBN 80-7075-344-7I (CZ)
50.61133611111116.115016666667

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