Adlergestell
Adlergestell (rot) mit Verlängerungen

Das Adlergestell im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick ist mit 11,9 Kilometern die längste Straße Berlins. Der Begriff steht synonym für eine der längsten Magistralen, die von der Innenstadt zum südöstlichen Stadtrand führt. Parallel zur Straßenmagistrale wurde die Görlitzer Bahn erbaut.

Inhaltsverzeichnis

Namensgebung

Der Name ist alt überliefert. Bekannt ist, dass der Ausdruck „Gestell“ für die im Wald ausgehauenen Schneisenwege der Forstwirtschaft genutzt wurde, über die geschlagenes Holz abtransportiert wurde. Diese Wortbedeutung lebt in der Jägersprache noch heute fort.[1] Woher der Namenszusatz „Adler“ kommt, ist nicht bekannt. Die Volksetymologie verweist auf Adler an Baumstämmen, die als Wegweiser für den König dienten, wenn er zum Schloss Wusterhausen ritt – heute die Stadt Königs Wusterhausen. Es kann sich jedoch auch auf die gleiche Wurzel wie die Bezeichnung des Guts Adlershoff beziehen, dem Namensgeber der Ortschaft Adlershof, die heute ein Berliner Ortsteil am Adlergestell ist.

Wegeverbindung

Richtung Schmöckwitz

Stadteinwärts gesehen beginnt das heutige Adlergestell in Schmöckwitz, dem südlichsten Ortsteil Berlins, als Verlängerung der Straßen vom Stadtrand aus Wernsdorf und Eichwalde. Von dort verläuft es fast zehn Kilometer durch den Berliner Forst auf den S-Bahnhof Grünau im gleichnamigen Ortsteil an der Görlitzer Bahn zu. Dort knickt die Straße wenige Grad ab, und verläuft nun parallel zur Görlitzer Bahn, die sich in ihrer Anlage an dem älteren Adlergestell orientiert.

Richtung Adlershof
Verlängerung nach Baumschulenweg (Köpenicker Landstraße)
Briefmarke der Deutschen Post der DDR (21. September 1976)

Die Straße gehört ab Grünau zur B 96a und ist sechsstreifig ausgebaut. Sie führt geradlinig etwa zehn Kilometer über Adlershof nach Niederschöneweide. Dort endet der Name Adlergestell, jedoch führt die Straße gleichförmig geradeaus weiter, sodass im Sprachgebrauch die nachfolgenden Straßenabschnitte zur Magistrale Adlergestell zugeschlagen werden.

Die Verlängerung des Adlergestells heißt in Niederschöneweide Michael-Brückner-Straße (früher Grünauer Straße), dann Schnellerstraße und danach Köpenicker Landstraße. Die Köpenicker Landstraße führt schnurgerade über die Ortsteile Baumschulenweg und Plänterwald zum Treptower Park.

Am Treptower Park teilt sich heute der Straßenzug in zwei richtungsgebundene Teile, je dreistreifig zu beiden Seiten des Parks, und münden dann in Alt-Treptow in die Bebauung der Innenstadt Berlins. Die Fernstraße überquert die Spree im Zuge der Elsenbrücke, und auf dem anderen Ufer der Spree führt dann ein sechsstreifig ausgebauter Straßenzug zwischen der Stadtbahn und der Spree direkt zum Roten Rathaus.

Die Verlängerung des Adlergestells als Stadtstraße führt noch gerade weiter durch Kreuzberg und erreicht etwa an der Heinrich-Heine-Straße in Mitte den historischen Stadtkern.

Bei der Fahrt über das Adlergestell und dessen Verlängerungen fährt man auf den weithin sichtbaren Berliner Fernsehturm zu.

Das Adlergestell ist eine der wichtigsten Ausfallstraßen im Süden Berlins. Bis zur Vollendung der A 113 am 23. Mai 2008 führte ein Großteil des Verkehrs zur A 13 über das Adlergestell und eine kurze querlaufende Schnellstraße der B 96a zum Autobahndreieck Treptow wo auf die alte A 113 (heute A 117) gewechselt wurde.

Weblinks

 Commons: Adlergestell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. F. A. Brockhaus, Mannheim (1995): Brockhaus Enzyklopädie (19. Auflage), Band 26, Deutsches Wörterbuch A-GULB, S. 1319.
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