Adligenswil LU
Adligenswil
Wappen von Adligenswil
Basisdaten
Kanton: Luzern
Amt: Luzern
BFS-Nr.: 1051Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde
PLZ: 6043
Koordinaten: (670375 / 213709)47.0706688.365171532Koordinaten: 47° 4′ 14″ N, 8° 21′ 55″ O; CH1903: (670375 / 213709)
Höhe: 532 m ü. M.
Fläche: 6.99 km²
Einwohner: 5412
(31. Dezember 2007)[1]
Website: www.adligenswil.ch
Karte
Karte von Adligenswil

Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Wartung/Pixel

Adligenswil (umgangssprachlich Adlige) ist eine politische Gemeinde im Amt Luzern des Kantons Luzern in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Adligenswil ist eine Streusiedlung, die östlich der Stadt Luzern, auf der Nordseite des Würzenbachtals liegt. Der Würzenbach fliesst drei Kilometer weiter südwestlich in den Vierwaldstättersee. In Richtung Westen wird das Gemeindegebiet zum Rontal hin entwässert. Die Hauptsiedlung Adligenswil befindet sich in einer Senke zwischen dem Dietschiberg und dem Dottenberg, Stuben liegt an der westlichen Gemeindegrenze und Dottenberg am Hang des gleichnamigen Hügels.

Von der Gemeindefläche sind 54,5 % landwirtschaftliche Nutzfläche, 24,3 % Wald und Gehölz und 19,5 % Siedlungsfläche. Nachbargemeinden sind Dierikon im Norden, Udligenswil im Nordosten, Küssnacht am Rigi im Osten, Meggen im Süden, Luzern im Südwesten und Ebikon im Nordwesten.

Geschichte

Der Ort wurde im Jahre 1243 erstmals unter der damaligen Bezeichnung "Adalgeswile" urkundlich erwähnt. Bis ins 13. Jahrhundert stand Adligenswil wie auch die nächste Umgebung von Luzern unter der Obhut des Stiftes Luzern und des elsässischen Klosters Murbach. Im Jahr 1291 fiel Luzern an die Habsburger. In der Zeit zwischen der Schlacht am Morgarten (1315) und der Schlacht bei Sempach (1386) ging der habsburgische Einfluss nach und nach zurück. 1406 erwarb Luzern die Grundherrschaft über die Vogtei Habsburg, zu der auch Adligenswil gehörte. 1861 wurde Adligenswil eine eigene Pfarrei.

Bevölkerung

Von 1798 bis 1970 wuchs die Bevölkerung nur langsam von 433 auf 953 Einwohner an und Adligenswil bewahrte so den Charakter eines ländlichen Bauerndorfes. Anfangs der 1970er setzte die erste Bautätigkeit ein, die sich ab 1975 immer mehr verstärkte. Ende 2005 zählte die Gemeinde 5440 Einwohner. Davon waren 4991 Schweizer Staatsangehörige und 449 (=8.2%) Ausländer. Typisch für das Dorf sind die zahlreichen Wohnsiedlungen ohne Durchgangsverkehr.

Bis weit ins 20. Jahrhundert bewahrte Adligenswil eine ausschliesslich römisch-katholische Bevölkerung. Bei der Volkszählung im Jahr 2000 gehörten bloss noch 64,29 % zur römisch-Katholischen Kirche. Religiöse Minderheiten bilden die 19,98 % evangelisch-reformierten Christen, die 1,82 % Muslime und die 9,66 % Konfessionslosen.

Politik

Politisch ist Adigenswil eher fortschrittlich geprägt. Seit längerem sind drei der fünf Gemeinderatssitze (Gemeindeexekutive) von Frauen besetzt. Bei den Gemeinderatswahlen im Frühling 2004 hat sich auch die bisherige Zusammensetzung (2 CVP, 2 FDP, 1 SP) geändert, die SP verfügt neu über zwei Sitze. Bei der Ersatzwahl 2006 verlor die SP den zweiten Sitz wieder, so dass die alte Verteilung wiederhergestellt ist. Die Gemeinderäte sind:

  • Pia Hirschi-Schmid (CVP), Gemeindepräsident; Kultur und Jugend
  • Hans Lustenberger (FDP), Vizepräsident; Soziales und Gesundheit
  • Markus Sigrist (CVP), Finanzen und Bauwesen
  • Irma Kerbler-Stadler (SP), Umwelt und Sicherheit
  • Peter Kälin (FDP), Schulwesen

Marianne Häfliger (55) ist am Freitag, 20. Oktober 2006, im Kantonsspital Luzern gestorben. Ihre Krebskrankheit hatte sie im Sommer dazu gezwungen, ihren Rücktritt als Gemeinderätin von Adligenswil auf Ende August einzureichen.

Bei den Ersatzwahlen für Marianne Häfliger vom 26. November 2006 erhielt Peter Kälin (FDP) 1019 Stimmen bei einem absoluten Mehr von 957 Stimmen. Sein Gegenkandidat Jörg Meyer (SP) erzielte 819 Stimmen. Somit besetzt Peter Kälin den fünften Sitz im Gemeinderat.

Bei den letzten Wahlen zum Kantonsparlament (2007) erreichten die Parteien folgende Wähleranteile: CVP 27,0 %, SP 21,9 %,FDP 20,3 %, SVP 17,9 %, Grünes Bündnis 10,2 %.

Wirtschaft

Der Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft ist in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Die Landwirtschaft bietet nur noch 6,2% der Erwerbstätigen in 23 Landwirtschaftsbetrieben eine berufliche Existenz. Bedeutender sind heute Industrie und Gewerbe mit 51,2% und der Dienstleistungsbereich mit 42,1% der Arbeitsbevölkerung. Die grössten Arbeitgeber sind die Druckerei Ringier und das Marktforschungsinstitut DemoScope. Insgesamt gibt es in Adligenswil 2'730 Arbeitsplätze. Dennoch fällt die Pendlerbilanz mit 1'933 Wegpendlern (davon 51,8% in die Stadt Luzern) und nur 897 Zupendlern (meist aus den Nachbargemeinden) negativ aus.

Verkehr

Adligenswil ist durch die Postautolinie zwischen Luzern und Rotkreuz sowie die VBL-Buslinie 26 (Brüelstrasse Luzern-Adligenswil) gut erschlossen. Die nächsten Autobahnanschlüsse befinden sich in Emmen, Root und Luzern.

Bildung

In Adligenswil besuchten (Schuljahr 2007/2008) 70 Kinder die vier Kindergartenklassen im Sigristenhaus (2), Dorf und Chriesibüel. Die Schulhäuser Dorf, Kehlhof und Obmatt boten 465 Primarschülern und 250 Oberstufenschülern eine Bildungsmöglichkeit. Für den Besuch von Mittelschulen und der Universität pendeln die Lernenden in die Nachbargemeinde Luzern.

Schuljahr
(2007/2008)
Kindergarten Primarschule Sekundarstufe
Abteilungen 4 22 14
Lernende 70 465 250

Sehenswürdigkeiten

Die 1825 bis 1827 von den Brüdern Josef und Franz Händli erbaute Kirche St. Martin mit klassizistischen Altären und einem Chorgestühl aus dem Biedermeier sowie die von Wilhelm Keller 1863 in neugotischem Stil erbaute Kapelle St. Jost (St. Jodokus) mit Altargemälden von Melchior Paul von Deschwanden sind die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten.

Dazu kommen verschiedene Bauernhäuser am Dottenberg, deren Architektur von nationaler Bedeutung ist.

Einzelnachweise

  1. Statistik Schweiz – Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen, Bezirken und Gemeinden

Literatur

  • Die Gemeinden des Kantons Luzern. Hochdorf/Basel/Luzern 1949
  • Die Luzerner Gemeinden und ihre Wappen. Chapelle-sur-Moudon 1987. ISBN 2-88114-006-8
  • Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Basel 1946

Weblinks



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