Adlkofen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Adlkofen
Adlkofen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Adlkofen hervorgehoben
48.5512.266666666667499
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Landshut
Höhe: 499 m ü. NN
Fläche: 47,82 km²
Einwohner:

3.850 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 81 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84166
Vorwahl: 08707
Kfz-Kennzeichen: LA
Gemeindeschlüssel: 09 2 74 111
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 18
84166 Adlkofen
Webpräsenz: www.adlkofen.de
Bürgermeister: Josef Scharf (CSU)
Lage der Gemeinde Adlkofen im Landkreis Landshut
Isar Landkreis Altötting Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Erding Landkreis Freising Landkreis Kelheim Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Regensburg Landkreis Rottal-Inn Landkreis Straubing-Bogen Landshut Adlkofen Aham Altdorf (Niederbayern) Altfraunhofen Baierbach Bayerbach bei Ergoldsbach Bodenkirchen Bruckberg (Niederbayern) Buch am Erlbach Eching (Landkreis Landshut) Ergolding Ergoldsbach Essenbach Furth (Niederbayern) Gerzen Geisenhausen Hohenthann Kröning Kumhausen Neufahrn in Niederbayern Neufraunhofen Niederaichbach Obersüßbach Pfeffenhausen Postau Rottenburg an der Laaber Schalkham Tiefenbach (bei Landshut) Velden (Vils) Vilsbiburg Vilsheim Weihmichl Weihmichl Wörth an der Isar WurmshamKarte
Über dieses Bild

Adlkofen ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Landshut.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Adlkofen liegt nur rund 8 km östlich von Landshut und südlich über dem Tal der Isar.

Nachbargemeinden

Gemeindegliederung

Die größeren Dörfer sind Adlkofen, Deutenkofen, Läuterkofen, Jenkofen, Beutelhausen, Reichlkofen, Günzkofen, Göttlkofen und Schwatzkofen. Es gibt jedoch noch viele weitere Ortsteile, darunter Harskirchen, insgesamt existieren über 90.

Geschichte

Der Name Adlkofen taucht zum ersten Mal als Grafschaft (pago) Adalahkevva in einer Urkunde auf, die Kaiser Otto der Große kurz vor seinem Tod 973 in Merseburg ausstellte. Er schenkte damit sein Eigengut in Beutelhausen, in der Grafschaft Adlkofen gelegen, dem Reichsstift in Niedermünster von Regensburg. Der Siedlungsname Aetelkouen dagegen tauchte erstmals in einer Urkunde von 1252 auf. Seit 1762 wird nachweislich die Schreibweise Adlkofen verwendet. Der Name leitet sich von dem Personennamen Adelo (oder Adalhoh) ab, der mit dem Grundwort -hofen (Ansiedlung, Hof) verbunden wurde. In Adlkofen war die weltliche Herrschaft schon sehr früh präsent. 1687 wurde das sogenannte Schergenamt von Wolfstein nach Adlkofen verlegt, wo es unter der Leitung eines Amtmanns des Landgerichtes Teisbach bis 1803 verblieb. Der Amtmann übte richterliche Funktionen über alle Leute aus, die nicht Untertanen eines Hofmarksherren waren. Ihm unterstanden vier Obmannschaften, nämlich Reichersdorf, Frauenberg, Günzkofen und Hohenegglkofen. Aus diesen alten Verwaltungseinheiten sind 1812 die politischen Gemeinden gebildet worden. Hofmarken bestanden zu dieser Zeit in Deutenkofen, Göttlkofen und Günzkofen. Lediglich in Deutenkofen wurde im 17. Jahrhundert ein dreigeschossiges Schloss erbaut. Dauerhaft hat darin jedoch nie eine Adelsfamilie gewohnt. Die gesellschaftlichen Verhältnisse wurden maßgebend vom Pfarrer geprägt.

Kirchen

Die Pfarrkirche St. Thomas in Adlkofen

Hinsichtlich der Seelsorge ist die Gemeinde in drei Pfarrsprengel geteilt. Die Pfarrei Adlkofen war einst eine der größten und reichsten in der Diözese Regensburg, obwohl der Ort Adlkofen selbst nur aus wenigen Häusern bestand. 1802 wirkte hier unter anderem der spätere Bischof Schwabl als Supernumerar. Er gründete die Feiertagsschule und setzte didaktische Verbesserungen in der Volksschule durch. Zur Pfründe gehörten ein großes landwirtschaftliches Anwesen und ein ansehnlicher Waldbesitz. Darüber hinaus übte der Pfarrer bis 1803 die Grundherrschaft über eine Reihe von Gehöften aus. Die Pfarrei ist seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar. Der Bau der Kirche wurde 1733 in der heutigen Form anstelle einer Vorkirche begonnen. Reichlkofen (1876), vormals Filiale und später Vikariat der Pfarrei Kirchberg, wurde 1717 eine selbstständige Pfarrei, die zum Kloster Niederviehbach gehörte. Seit dem Zweiten Weltkrieg werden in Adlkofen auch regelmäßig Gottesdienste für die evangelischen Gemeindebürger zelebriert. Die Kirche in Jenkofen (1422), die zur Pfarrei Hohenegglkofen und damit zum Bistum Freising gehört, ist ein Kunstdenkmal von überörtlicher Bedeutung. Die prachtvollen Fenster aus dem Jahre 1447 im Chor der Kirche gehören zu den schönsten Glasgemälden, die in Bayern erhalten sind. Sie zeigen unter anderem den Stifter, Herzog Heinrich von Landshut, in voller Rüstung im Gebet. Die romanische Nebenkirche in Dechantsreit ist das älteste Bauwerk in der Gemeinde. Sie wurde 1280 errichtet, als die Rodung des Kröninger Forstes erneut vorangetrieben wurde.

Schulen

Adlkofen zählt zu den ältesten Schulorten des Landkreises Landshut. Bereits 1635 ist eine Lehrerfamilie namentlich feststellbar. Die Organisation der Schule ist der Entwicklung der Gebietsreform nicht gefolgt. So besuchen heute Kinder der Gemeinde Adlkofen auch auswärtige Grund- und Hauptschulen. An der Schule in Adlkofen werden seit dem Schuljahr 2005/2006 nur noch 4 Jahrgangsstufen weitgehend zweizügig unterrichtet. Das Schulgebäude wurde 1991 grundlegend umgebaut und von acht auf zehn Klassen erweitert.

Kindergarten

Der erste Kindergarten in Adlkofen bestand bereits von 1939 bis 1944 als sogenannter Erntekindergarten in der Landshuter Straße 28. 1973 wurde auf Initiative von Eltern ein Vorschulkindergarten im Schulgebäude eingerichtet, der bis zur Eröffnung eines viergruppigen Kindergartens 1977 „Am Himmelreich“ betrieben wurde. Bereits 1993 wurde der Kindergarten um zwei neue Gruppenräume erweitert und grundlegend umgestaltet. Der Kindergarten der Gemeinde Adlkofen zählt heute zu den am besten ausgestatteten im gesamten Landkreis. Auch ein sehr umfangreiches und vielfältiges Programm wurde in den vielen Jahren des Betriebes kontinuierlich aufgebaut.

Eingemeindungen

Mit der Gemeindegebietsreform in den Jahren schlossen sich am 1. April 1971 die früheren Gemeinden Deutenkofen, Jenkofen und z. T. Oberaichbach mit Adlkofen zusammen. Bis 1978 kamen dazu noch Teile der Gemeinden Dietelskirchen, Frauenberg und Wolfsbach.

Einwohnerentwicklung

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 2.387, 1987 dann 3.090 und im Jahr 2000 3.778 Einwohner gezählt.

Politik

Bürgermeister ist Josef Scharf (CSU). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Franz Xaver Gallecker (Freie Wähler).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1.639.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 241.000 €.

Wappen

Adlkofen führt seit 1963 ein Gemeindewappen. Die künstlerische Gestaltung übernahm der passauer Heraldiker Max Reinhart auf der Grundlage des Vorschlags von Ernst Josef Schröder. Das Wappen ist gespalten und zeigt links einen silbernen Kelch auf blauem Grund und rechts drei heraldische Rosen übereinander auf silbernem Grund.

Der Kelch ist das Sinnbild der Pfarrei, die Adlkofen geprägt hat. Sie war einst eine der größten in der Diözese Regensburg. Die drei Rosen erinnern an das Wappen der Adelsfamilie der Günzkofer, die 1670 ausgestorben ist. Sie waren Herren der Hofmark Günzkofen, von der sie auch ihren Namen ableiteten.

Gemeindepartnerschaft

Badia Calavena, Italien

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Patzinger Linde

Naturdenkmäler

Patzinger Linde

Die Patzinger Linde ist ein weithin sichtbares Naturdenkmal. Ihr Alter wird auf ca. 500 Jahre geschätzt. Der Baum wurde 1957 saniert, nachdem er von Wind und Wetter beschädigt worden war. Seine Lebenskraft ist ungebrochen, obwohl der Boden, auf dem er steht, durch Erosionen abgetragen worden ist. Der Stamm hat einen Umfang von 8,50m.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft neun, im produzierenden Gewerbe 233 und im Bereich Handel und Verkehr 29 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren 96 Personen am Arbeitsort sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1.235. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe 13 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 131 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2.872 ha, davon waren 2.454 ha Ackerfläche.

Bildung

Im Jahr 1999 existierten folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 100 Kindergartenplätze mit 114 Kindern
  • Volksschulen: eine Grundschule I (Klassen 1 - 4) mit 10 Lehrern und 196 Schülern

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Georg Eierkaufer (†)
  • Franz Xaver Hofbauer († 8. Mai 2007)
  • Ernst J. Schröder
  • Michael Loreh
  • Manfred Wanner (†)

Vereine

Allgemeine Vereine

Heimat- und Trachtenverein, KLJB Adlkofen, Kindergartenverein, KSK Adlkofen, Schützenverein Immergrün Jenkofen/Günzkofen, Waldschützen Blumberg, Gartenbauverein Günzkofen, VDK-Ortsverein Adlkofen, DJK-SV Adlkofen, Adlkofen Sharks Inline Slalom Team, Adlkofen Tigers American Football, Reit- und Fahrverein St. Leonhard, Liederkranz Adlkofen, KSK Reichlkofen, Edelweißschützen Göttlkofen, BJB Jenkofen, BJB Reichlkofen, SC Adlkofen, Stock-Car-Club Landshut, Siedler- und Eigenheimervereinigung Adlkofen e.V., KDFB Adlkofen, Ski-Club Göttlkofen, Frauen - Union, Motorradfreunde Adlkofen, Bund Naturschutz Aichbachtal, Schule und Freizeit Adlkofen, KAB Reichlkofen, Blasorchester Adlkofen, Bund der Selbständigen, Wuide Andn Adlkofen e.V., Händlmaier-Freunde Niederbayern,

Politische Gruppierungen / Parteien

CSU-Ortsverband Adlkofen, SPD-Ortsverband Adlkofen, JU-Ortsverband Adlkofen, CSU-Ortsverband Reichlkofen, Freie Wähler Adlkofen, Ortsverband Bündnis90 / Die Grünen Adlkofen

Feuerwehren

FF Adlkofen, FF Günzkofen, FF Deutenkofen, FF Reichlkofen, FF Jenkofen

Literatur

  • Ernst J. Schröder: Die Raiffeisenbank Adlkofen - 1894 – 1981. 1981, ISBN 3406106137.
  • Hans Wagensonner, Ernst J. Schröder: Adlkofen - Bilder und Dokumente aus alter Zeit. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1987, ISBN 3-89264-133-1.
  • Ernst J. Schröder: Geschichte der Schulen in der Gemeinde Adlkofen. 1993.
  • Ernst J. Schröder: Adlkofen - Bilder und Texte aus der Gemeinde. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1998, ISBN 3-89570-403-2.
  • Ernst J. Schröder: Adlkofen - Die 50er und 60er Jahre. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 978-3-86595-165-6.

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)

Weblinks

 Commons: Adlkofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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