Admiral-Kusnezow-Klasse
Admiral-Kusnezow-Klasse
Kusnzov2.jpg
Die Admiral Kusnezow 1991 im Mittelmeer
Übersicht
Benutzer: UdSSR, Russland, China
Schiffe in dieser Klasse: 2 Stück
Technische Daten
Typ: Schwerer Flugdeckkreuzer
Verdrängung: 55.000 t standard, 67.500 t voll beladen
Abmessungen:

Länge 304,5 m (280 m auf Wasserlinie); Breite 72 m (37 m auf Wasserlinie); Tiefgang 11 m

Antrieb: Vier Dampfturbinen mit total 200.000 PS
Leistung: 29+ kt
Bewaffnung:
Luftgruppe:

Flugzeuge

Hubschrauber

Besatzung: 2560-2760 Mann

Die Admiral-Kusnezow-Klasse (Projekt 1143.5) war die erste echte Flugzeugträger-Klasse der Sowjetischen Marine.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Sowjetische Marine sammelte die ersten Erfahrungen über Entwicklung und Verwendbarkeit von Flugzeugträgern durch die Flugdeckkreuzer der Moskwa- und Kiew-Klasse. Beide Klassen waren jedoch nicht in der Lage, konventionelle Flugzeuge zu starten. Die Moskwa-Klasse war nur mit Hubschraubern ausgestattet, die Kiew-Klasse konnte neben Hubschraubern auch Senkrechtstarter des Typs Jak-38 tragen.

Die UdSSR begann 1983 mit der Planung ihres ersten echten Flugzeugträgers. Die zwei Schiffe der Admiral-Kusnezow-Klasse, die Admiral Kusnezow und die Warjag, sollten in den 1990er Jahren in Dienst gestellt werden. Doch das Projekt war nicht – wie erwartet – ein voller Erfolg. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden die Arbeiten an der Warjag eingestellt, die Admiral Kusnezow steht seit 1991 im aktiven Dienst der Russischen Marine.

Die Warjag, ehemals „Riga“ – ging in den Besitz der Ukraine über und wurde anschließend an die Volksrepublik China verkauft. Dort lief sie am 10. August 2011 zur ersten Probefahrt aus.[1]

Bewaffnung

Im Gegensatz zu den US-Flugzeugträgern stationierte die Sowjetische Marine auf ihren Flugzeugträgern zusätzlich schlagkräftige Anti-Schiffs-Lenkwaffen. Die Admiral-Kusnezow-Klasse wurde hierbei mit 12 Lenkwaffen vom Typ P-700 (NATO-Code: SS-N-19 Shipwreck) ausgerüstet, welche eine Reichweite von ca. 550 km haben. Sie können wahlweise mit einem 750 kg konventionellen Sprengkopf oder einem 350 kt Nuklearsprengkopf bestückt werden.

Zur Luftabwehr sind 24 Achtfachstarter des Systems 3K95 Kinschal (NATO-Code: SA-N-9 Gauntlet) installiert. Die Raketen verfügen über eine Reichweite von bis zu 12 km und eine maximale Einsatzhöhe von 6 km. Sie können sowohl gegen Flugzeuge wie auch gegen Seezielflugkörper eingesetzt werden.

Die Admiral-Kusnezow-Klasse verfügt über – selbst für sowjetische Schiffe – zahlreiche Nahbereichsverteidigungssysteme. So sind 8 Türme des Typs Kortik (NATO-Code: CADS-N-1) installiert, die sich aus 2 sechsläufigen Gatlingkanonen des Typs GSch-6-30 und zwei Vierfachstartern für Luftabwehrraketen vom Typ 9M311 (NATO-Code: SA-N-11 Grison) zusammensetzen. Die Raketen dienen zur Bekämpfung von Flugkörpern in einem Abstand von 1,5–10 km, die Gatlingkanonen zur Bekämpfung bis 1,5 km. Zusätzlich zu den Kortik-Systemen sind 6 sechsrohrige Gatlingkanonen vom Typ AK-630 installiert, welche ebenfalls als Nahbereichsverteidigung fungieren.

Zur Bekämpfung von Unterwasserzielen sind zwei zehnrohrige Wasserbombenwerfer des Typs RBU-12000 installiert. Sie verfügen über eine Reichweite von bis zu 3 km und können Ziele in einer Tiefe von 600 m bekämpfen. Der Hauptverwendungszweck liegt hierbei jedoch nicht in der U-Bootbekämpfung sondern in der Torpedoabwehr.

Rumpf und Antrieb

Abmessungen

Die Schiffslänge auf der Wasserlinie beträgt 280 m, die Breite 37 m. Das Flugdeck, welches über den Rumpf hinausragt, ist 304,5 m lang und misst an seiner breitesten Stelle 72 m. Voll beladen haben die Schiffe einen Tiefgang von 11 m. Die Mindestverdrängung liegt bei 43.000 Tonnen. Standardmässig beträgt die Verdrängung 53.000–55.000 Tonnen, voll beladen 66.600–67.500 Tonnen.

Flugdeck

Auf dem Flugdeck können drei verschiedene Startpositionen eingenommen werden

Die Fläche des Flugdecks beträgt 14.700 m2. Die Admiral-Kusnezow-Klasse arbeitet mit einem STOBAR Start- und Landesystem; Am Bug befindet sich ein um 12° ansteigender Ski-Jump. Dafür sind keine Katapulte zur Beschleunigung der Flugzeuge vorhanden. Dies führt dazu, dass die heute stationierten Flugzeuge nie mit voller Waffenlast abheben können. Zur Landung sind Fangseile installiert. Auf dem Flugdeck können drei Startpositionen eingenommen werden.
Der Hangar ist mit dem Flugdeck über zwei Lifte verbunden. Diese befinden sich steuerbords, je einer vor und hinter der Insel.

Antrieb

Entgegen den Erwartungen westlicher Analysten, die Admiral-Kusnezow-Klasse werde mit einem CONAS-System ähnlich dem der Kirow-Klasse ausgerüstet, entschied sich die Sowjetische Marine für einen konventionellen Antrieb.

Der Antrieb der Admiral-Kusnezow-Klasse besteht aus 8 befeuerten Druck-Kesseln und 4 Dampfturbinen, wovon jede eine Leistung von 50.000 PS erbringt. Diese treiben das Schiff auf 4 Wellen mit fixierten Schrauben an. Die damit erreichbare Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 29 Knoten. Bei einer Idealgeschwindigkeit von 18 Knoten beträgt die Reichweite etwa 15.000 km.

Luftgruppe

Eine Suchoi Su-33 auf dem Flugzeugträger Admiral-Kusnezow

Während der Planungsphase der Admiral-Kusnezow-Klasse war vorgesehen, bis zu 52 Lufteinheiten auf den Trägern zu stationieren. Dazu gehörten konventionelle Flugzeuge, Senkrechtstarter sowie auch zahlreiche Hubschrauber.

Geplant war die Stationierung von:

Die Entwicklung der Jak-141 wurde jedoch 1991 aufgrund von Geldmangel eingestellt. So konnten auf der Admiral Kusnezow nur die 12 Su-33 stationiert werden. Auch diese wurden aber erst 1994 in Dienst gestellt, 3 Jahre nach der Indienststellung der Admiral Kusnezow selbst.

In den folgenden Jahren waren auf der Admiral Kusnezow folgende Flugzeuge stationiert:

  • 12 Suchoi Su-33 Jagdflugzeuge
  • 5 Suchoi Su-25 UTG Trainer
  • 24 Kamow Ka-27 Hubschrauber in verschiedenen Versionen

Im Jahr 2007 wurde die Admiral Kusnezow überholt und teilweise umgebaut. Auch hier wurde die Anzahl stationierter Flugzeuge und Typen nochmals geändert.

Aktuell sind auf der Admiral Kusnezow folgende Flugzeuge stationiert:

  • 20-24 Suchoi Su-33 Jagdflugzeuge
  • 16-18 Kamow Ka-27 und Kamow Ka-31 Hubschrauber

Klassifizierung

Die Admiral-Kusnezow-Klasse ist offiziell nicht als Flugzeugträger, sondern als Schwerer Flugdeckkreuzer (russisch: Тяжёлый авианесущий крейсер (ТАКР); Transkription: Tjascholy awianessuschtschi kreisser (TAKR); dt.: Schwerer Flugdeckkreuzer) klassifiziert. Neben der Tatsache, dass diese Bezeichnung der Konstruktion der Admiral-Kusnezow-Klasse besser entspricht als die Klassifizierung als Flugzeugträger, liegt der Hauptbeweggrund dafür im Vertrag von Montreux. Dieser erlaubt der Türkei, Flugzeugträgern die Passage der Dardanellen zu verwehren.

Einheiten und Einsatzbereitschaft

Hauptartikel: Admiral Kusnezow ; Warjag

Zur Zeit steht nur die Admiral flota Sowetskowo Soiusa Kusnezow (russisch: Адмирал флота Советского Союза Кузнецов) im aktiven Dienst der Russischen Marine. Sie wurde seit ihrer Indienststellung 1991 mehrere Male überholt und war bei zahlreichen Manövern der Nordmeerflotte beteiligt.

Die Warjag wurde 1985 auf Kiel gelegt. Der Bau wurde jedoch 1992 bei 60%-70% eingestellt. Das unfertige Schiff ging mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den Besitz der Ukraine über, welche es 1998 an ein chinesisches Unternehmen verkaufte. Es war vorgesehen, aus dem Schiff eine Art schwimmendes Hotel zu machen. Das Unternehmen entpuppte sich aber als Tarnung für die chinesische Marine. Das Schiff wird seitdem im Hafen von Dalian ausgerüstet, den es im August 2011 zu einer ersten Probefahrt verließ.

Name Name Russisch Kiellegung Indienststellung Außerdienststellung Bemerkungen
Admiral flota Sowetskowo Soiusa Kusnezow Адмирал флота Советского Союза Кузнецов 1983 1991 - Einziges Schiff der Klasse im aktiven Dienst
Warjag Варяг 1985 2011 -
  • Bau 1992 bei 60%-70% eingestellt, anschließend im Besitz der Ukraine;
  • 1998 verkauft;
  • Marine der Volksrepublik China (im Probebetrieb seit August 2011);

Weblinks


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