Admiral Scheer
Reichskriegsflagge der Weimarer Republik Reichskriegsflagge des Deutschen Reiches von 1938 bis 1945
Die Admiral Scheer während des Spanischen Bürgerkriegs in Gibraltar
Die Admiral Scheer während des Spanischen Bürgerkriegs in Gibraltar
Bau und Dienstzeit
Bauwerft Reichsmarinewerft Wilhelmshaven
Kiellegung 25. Juni 1931
Stapellauf 1. April 1933
Indienststellung 12. November 1934
Verbleib 9. April 1945 in Kiel
nach Bombentreffern gekentert
Technische Daten
Wasserverdrängung
(als Neubau)
Konstruktion: 13.660 t
Maximal: 15.180 ts
Wasserverdrängung
(nach Umbau 1940)
Standard: 11.550 ts
Länge KWL: 181,7 m
über Alles: 187,9 m
Breite 21,3 m
Tiefgang 5,8 m
Panzerung unterer Gürtel: 80 mm
oberer Gürtel: 50 mm
Seiten: 40 mm
Deck: 30–45 mm
Türme: 85–140 mm
Barbetten: 100 mm
Schilde der 15-cm-Geschütze: 10 mm
vorderes Panzerschott: 40 mm
achteres Panzerschott: 50 mm
Antriebsanlage 8 MAN-Dieselmotoren
mit zusammen 56.000 PS
2 Propeller
Brennstoffvorrat 2564 t
Geschwindigkeit 26 kn
Fahrbereich 7570 sm bei 19 kn
Besatzung 1150 Mann
Bewaffnung
Schwere Artillerie: 6 × 28-cm-L/54,5-Sk
Mittelartillerie: 8 × 15-cm-L/55-Sk
Flugabwehr: 6 × 10,5-cm-Flak
6 × 4-cm-Flak
8 × 3,7-cm-Flak
24 × 2-cm-Fla-MK
Torpedorohre: 8 Torpedorohre Ø 53,3 cm
Modell der Admiral Scheer im Maßstab 1:100

Das Panzerschiff Admiral Scheer war ein Kriegsschiff der ehemaligen Deutschen Kriegsmarine.

Die[A 1] Admiral Scheer war das Schwesterschiff der Panzerschiffe Deutschland und Admiral Graf Spee. Das Schiff war nach Admiral Reinhard Scheer benannt, dem deutschen Befehlshaber in der Skagerrakschlacht.

Auch dieses Schiff wurde (wie die Deutschland) im Winter 1939/40 zum Schweren Kreuzer umklassifiziert. Gleichzeitig wurde ein umfangreicher Umbau vorgenommen. Das Vorschiff wurde verlängert und bekam einen größeren Spantenausfall. Außerdem wurde der große Gefechtsturm über der Brücke ausgebaut und durch einen schlanken Röhrenmast ersetzt, und damit dem der Lützow (dem vorherigen Panzerschiff Deutschland) angeglichen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

  • 1936/37 – Sicherungsaufgaben in südspanischen Gewässern
Das Panzerschiff Admiral Scheer war während des Spanischen Bürgerkrieges insgesamt siebenmal zur Ausübung der Internationalen Seekontrolle in diesen Gewässern eingesetzt. Der am meisten herausragende Einsatz war der vierte: Nachdem republikanische Flugzeuge am 29. Mai 1937 das vor Ibiza liegende Panzerschiff Deutschland angegriffen und durch Bombentreffer erhebliche Personalverluste und Schäden verursacht hatten, erhielt die Admiral Scheer den Befehl, den Hafen von Almería – Liegeplatz der republikanischen Flotte – unter Feuer zu nehmen. Der Artillerieeinsatz sollte sich gegen das dort liegende Schlachtschiff Jaime I. richten. Am Angriffsmorgen herrschte jedoch so starker Frühnebel, dass die im Hafen liegenden Schiffe nicht oder nur ganz schlecht ausgemacht werden konnten. Die Jaime I. war zudem tags zuvor ausgelaufen. So blieb das Ergebnis des Angriffs mager, während viele Granaten ihr Ziel verfehlten und in der Stadt einschlugen.
  • 1940 – Umbau, bis 1. April 1941 Handelskrieg im Atlantik und Indischen Ozean
Am 23. Oktober 1940 verließ sie Gotenhafen, und begab sich nach Brunsbüttel, das als Ausgangspunkt für die bevorstehende Fernunternehmung ausersehen war. Als sie am 27. Oktober von dort ausgelaufen war, gelang es ihr, nach einem kurzen Aufenthalt in Stavanger unbemerkt die Dänemark-Straße zu passieren und am 1. November den Nordatlantik zu erreichen. Dort stieß sie fünf Tage später auf den von Halifax nach England gehenden Konvoi HX-84 und versenkte aus diesem sechs Frachter. Dabei kam es zum Gefecht mit dem Hilfskreuzer Jervis Bay, dessen Gegenwehr dem Gros des Geleitzuges das Entkommen ermöglichte, während er selbst in diesem ungleichen Kampf unterlag und unterging. Mitte Dezember operierte die Admiral Scheer im Südatlantik, und im Februar stieß sie in den Indischen Ozean bis zu den Seychellen vor. Danach trat sie den Rückmarsch an und lief am 1. April 1941 in Kiel ein. Bei diesen Einsatz hatte die Admiral Scheer in 155 Tagen rund 46.000 sm zurückgelegt. Ihre Versenkungszahl belief sich auf 17 Schiffe mit über 113.000 BRT.
  • 1942 – In Norwegen stationiert und nahm währenddessen am Unternehmen Wunderland vor der sibirischen Nordküste teil.
  • 1943 – Ausbildungsschiff und Einsatz in der Ostsee
  • 9. April 1945 – nach Bombentreffern im Bauhafen der Deutschen Werke in Kiel gekentert. Der Rumpf wurde von ortsansässigen Unternehmen ausgeschlachtet (insbesondere nach Buntmetallen). Bei der Demontage der Werftanlagen mit Trümmern und Sand bedeckt und später überbaut. Die Schiffsglocke befindet sich heute im Marinemuseum in Wilhelmshaven.

Kommandanten

  • Kapitän zur See Wilhelm Marschall --- 12. November 1934 bis 21. September 1936
  • Kapitän zur See Otto Ciliax --- 22. September 1936 bis 30. Oktober 1938
  • Kapitän zur See Hans-Heinrich Wurmbach --- 31. Oktober 1938 bis 24. Oktober 1939
  • Kapitän zur See Theodor Krancke --- 31. Oktober 1939 bis 4. Februar 1940
  • Kapitän zur See Theodor Krancke --- 17. Juni 1940 bis 3. Juni 1941
  • Kapitän zur See Wilhelm Meendsen-Bohlken --- 12. Juni 1941 bis 28. November 1942
  • Fregattenkapitän Ernst Gruber --- 29. November 1942 bis 31. Januar 1943 (in Vertretung)
  • Kapitän zur See Richard Rothe-Roth --- 1. Februar 1943 bis 4. April 1944
  • Kapitän zur See Ernst-Ludwig Thienemann --- 5. April 1944 bis 9. April 1945

Anmerkungen

  1. Die Admiral Scheer war eines der Schiffe, die in der Marine unerklärlicherweise für 'männlich' gehalten wurden, denn der Eingeweihte sagte der Scheer, aber die Lützow oder die Bismarck (vgl. Cajus Bekker - „Verdammte See. Ein Kriegstagebuch der deutschen Marine 1939–1945“, Seite 192, letzter Absatz).

Literatur

  • Jochen Brennecke & Theodor Krancke: Schwerer Kreuzer Admiral Scheer, Köhlers Verlagsges., ISBN 3-7822-0831-5

Weblinks

 Commons: Admiral Scheer – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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