Adolf-Stoecker-Stiftung

Die Stephanus-Stiftung ist eine am Weißen See in Berlin gelegene Einrichtung zur Betreuung von pflegebedürftigen und geistig behinderten Menschen. Aus den Vorgängern Stiftung Bethabara, Stiftung Bethabara-Beth-Elim und Adolf-Stoecker-Stiftung entstanden, ist sie eine der ältesten karitativen Einrichtungen dieser Art. Seit der Stiftungsgründung befindet sie sich auf dem Gelände der Albertinenstraße in Berlin-Weißensee.Hier gibt es ein Altenheim, Wohnbereiche für Menschen mit Behinderung (Kinder/Jugendliche/Erwachsene), Diakonie Werkstätten für Menschen mit Behinderung, die Friedenskirche, eine Kita, eine Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und eine Physiotherapiepraxis.

Inhaltsverzeichnis

Gründung

Im Jahre 1878 gründete der evangelische Pfarrer Ernst Gottlieb Georg Berendt die Stiftung Bethabara ("Jordanfurt in der Nähe der Taufstelle Jesu"). Er erwarb ein Grundstück mit Haus an der Albertinenstraße und stellte es als "Zufluchtsheim" zur Verfügung, um aus der Haft entlassenen Frauen zu helfen, im Leben wieder Fuß zu fassen.

Erweiterung

In den Jahren von 1878 bis 1919 wurden weitere Einrichtungen auf dem ursprünglichen und hinzuerworbenen benachbarten Grundstücken errichtet. So wurde eine Entbindungsstation, ein "Versorgungshaus" für ledige Mütter, ein Station für geschlechtskranke Frauen und ein Wohnheim mit Lehrküche aufgebaut. Die Anfangs unter jeweils eigenem Namen errichteten Gebäude wurden seit 1902 unter dem gemeinsamen Namen Bethabara-Beth-Elim-Stiftung geführt.

Unter der Leitung von Pfarrer Ernst Berendt, des Sohnes von Ernst Gottlieb Georg Berendt, der nach dessen Tod im Jahre 1919 die Leitung der Stiftung übernommen hatte, wurde im Jahre 1931 ein Kleinstkinderheim errichtet.

1928 errichtete die Stiftung das erste homöopathische Krankenhaus in Deutschland. Im gleichen Jahr wurde in Bad Freienwalde ein Übergangsheim für gesundheitlich schwache und pflegebedürftige Mädchen in Betrieb genommen.

Während des Nationalsozialismus

1936 musste die Stiftung 3 Häuser an die NS-Studentenschaft abtreten. 1938 wurde Pastor Theodor Wenzel als neuer Leiter der Stiftung vom Provinzial-Ausschuß für Innere Mission der Provinz Brandenburg eingesetzt. 1940 schied Ernst Berendt aus der Stiftung aus und übernahm ein Pfarramt in Baden-Baden. Im Zuge der "Ausmerzung jüdischer Namen" wurde die Stiftung 1941 umbenannt in Adolf-Stoecker-Stiftung. Ernst Berendt wurde in das KZ Dachau verschleppt, weil er sich für verfolgte Christen, insbesondere auch für Martin Niemöller, und Juden einsetzte und wo er im Jahre 1942 starb.

Nach dem Kriegsende

Im April 1945 wurde Berlin-Weißensee von der Roten Armee eingenommen. Die Soldaten belegten die Gebäude der Stiftung, obwohl die Häuser der Stiftung fast alle beschädigt waren. Ab Ende 1945 nahm jedoch die Entbindungsstation wieder ihre Arbeit auf.

1947 wurde Pastor Heinz Beuster (* 1913) bis zu seinem Tod 1949 zum Leiter der Stiftung. Im gleichen Jahr zogen die sowjetischen Soldaten ab.

1948 wurde die Stiftung um ein Heim für heimatlose ältere Menschen erweitert.

Mit Zustimmung der sowjetischen Kommandantur wurde das Gelände der Stiftung zum Tagungsort für die Generalsynode der Evangelischen Kirche in Deutschland erklärt.

In der DDR

1950 wurde Pastor Willi Federlein zum neuen Leiter der Stiftung berufen. Im April 1950 fand die Weißenseer Friedenssynode auf dem Gelände der Stiftung statt. In der DDR entwickelte sich die Stiftung zur ökumenischen Tagungs- und Begegnungsstätte für Menschen aus Ost und West.

Ab 1951 wurden weitere Heime durch die Stiftung übernommen.

1963 wurde die Stiftung in Stephanus-Stiftung umbenannt, nach dem Namen des Apostels Stephanus.

In den 70er Jahren wurde die Fürsorge für geistig behinderte Menschen intensiviert. Von der Stiftung wurden übernommen:

1979 ging der bisherige Leiter Pastor Willi Federlein in den Ruhestand. Er wurde abgelöst durch Pastor Werner Braune.

1984 wurde das Zweite Zentrale Sportfest des Diakonischen Werkes in der DDR für Menschen mit geistiger Behinderung ausgerichtet.

1985 entwickelte und vertrieb die Stiftung das Spiel "Benennen-Erkennen-Ordnen-Spielen-Gestalten".

Nach der Wende

Nach der Wende im Jahre 1989 erweiterte die Stiftung ihre Tätigkeit auf dem Gebiet der Versorgung und Betreuung geistig behinderter Menschen. Es wurden gegründet:

  • "Stephanus-Schule" für geistig Behinderte in der Parkstraße in Berlin-Weißensee
  • "Laurentiusschule" für geistig Behinderte in Bad Freienwalde
  • "Werkstatt für Behinderte Heilbrunn" in Brunn
  • "Waldhofschule" in Templin
  • "Laurentiusschule " in Köthen
  • "Trainingswohnung für Menschen mit geistiger Behinderung" in Biesenthal
  • Alten- und Pflegeheim Brüssow, Grimmer Weg
  • Alten- und Pflegeheim Bad Freienwalde, Beethovenstraße
  • Frühförder- und Beratungsstelle in Templin
  • "Zweite Abteilung der Werkstatt für Behinderte Heilbrunn" in Neuruppin
  • "Dritte Abteilung der Werkstatt für Behinderte Heilbrunn" in Dosse-Park
  • Werkstatt für Behinderte" in Kyritz
  • Wohnhaus "Bethesda" in Rüdersdorf
  • Wohngemeinschaften für Menschen mit geistiger Behinderung werden eingerichtet
  • "Betreutes Einzelwohnen" von Menschen mit geistiger Behinderung wird ermöglicht
  • Alten- und Pflegeheim "Daniel Vergara" in Berlin-Köpenick
  • Alten- und Pflegeheim "Alberto Corvalan" in Berlin-Köpenick
  • Wohnstätte des "Betreutes Wohnens" in Altranft
  • Alten- und Pflegeheime "Haus am Werlsee" in Grünheide wird errichtet

2001 ging Pastor Werner Braune in den Ruhestand. Seine Nachfolge übernahm Pastor Torsten Silberbach.

Stiftungsleiter

  • 1878 - 1919: Pfarrer Ernst Gottlieb Georg Berendt
  • 1919 - 1938: Pfarrer Ernst Berendt
  • 1938 - 1945: Pastor Theodor Wenzel
  • 1947 - 1949: Pastor Heinz Beuster
  • 1950 - 1979: Pastor Willi Federlein
  • 1979 - 2001: Pastor Werner Braune
  • ab 2001: Pastor Torsten Silberbach

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