Adolf Hennecke
Adolf Hennecke (1949)
Plakat der Hennecke-Aktivistenbewegung 1948
Propagandaplakat der Bewegung (Fotomontage mit einmontierten Arbeitern)
Grab von Adolf und Helene Hennecke auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin

Adolf Hennecke (* 25. März 1905 in Meggen (Lennestadt), Westfalen; † 22. Februar 1975 in Berlin) war ein deutscher Bergmann. Er wurde Namensgeber der Hennecke-Aktivisten-Bewegung in der DDR.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Hennecke war der Sohn eines Bergmanns und wuchs nach dem Tod seiner Eltern bei seinem Onkel auf. Nach der Schule absolvierte er von 1919 bis 1922 eine kaufmännische Lehre. Seit 1925 arbeitete er als Bergmann und wechselte 1926 in den sächsischen Bergbau. 1931 trat er in die Revolutionäre Gewerkschaftsopposition und nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 in die SPD ein. 1948 wurde er in die Betriebsgewerkschaftsleitung gewählt und war Mitglied der Wettbewerbskommission des Karl-Liebknecht-Werkes sowie im Verwaltungsrat der VVB Kohle. 1950 wurde Hennecke zum Studium an die Bergakademie Freiberg delegiert.[1]

Im Oktober 1950 wurde er in die Volkskammer der DDR gewählt.[2]

Später wurde Hennecke leitender Mitarbeiter der Staatlichen Plankommission der DDR und war bis zu seinem Tod Mitglied des Zentralkomitees der SED. Er wurde in der Grabanlage „Pergolenweg“ der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin-Lichtenberg beigesetzt. Die Grabstätte befindet sich im Pergolenweg 3.

Leistungen

Adolf Hennecke wurde vom Revierdirektor ausgewählt, um nach dem Vorbild des sowjetischen Bergmanns Alexei Stachanow eine Aktivistenbewegung in der sowjetischen Besatzungszone (später DDR) zu initiieren. Hennecke war 43 Jahre alt, SED-Mitglied und hatte eine Parteischule besucht. Anfangs weigerte er sich, da er befürchtete, dass ihm die Arbeitskollegen diese Aktion übelnehmen könnten (was dann auch in Form des Rufes „Normbrecher“ geschah). Aber später erklärte er sich bereit, seine Hochleistungsschicht zu fahren.

Hennecke fuhr in den Karl-Liebknecht-Schacht des Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenreviers ein und förderte am 13. Oktober 1948 statt der üblichen 6,3 Kubikmeter (Hauer-Norm) in einer gut vorbereiteten Schicht 24,4 Kubikmeter Kohle. Die Abbaustelle hatte er sich am Tag zuvor ausgesucht. Damit erfüllte er die Arbeitsnorm mit 387 Prozent[3][4][5]. Für diese Leistung erhielt Hennecke 1,5 Kilogramm Fettzulage, drei Schachteln Zigaretten, eine Flasche Branntwein, 50 Mark Geldprämie sowie einen Blumenstrauß des Kollektivs. Diese Normübererfüllung wurde zum Auslöser der sogenannten Hennecke-Bewegung. Ein Jahr später erhielt Hennecke 1949 als eine der ersten Personen den neu gestifteten Nationalpreis der DDR I. Klasse, der mit 100.000 Mark dotiert war.

Hennecke-Aktivisten

Der 13. Oktober wurde in der SED-Geschichtsschreibung zum Jahrestag der bahnbrechenden Tat Adolf Henneckes,[6] und in der DDR als Tag der Aktivisten gefeiert.

Die erste Hennecke-Aktivisten-Konferenz des FDGB fand am 4. und 5. Februar 1949 in Ost-Berlin[7] in der Deutschen Staatsoper (später Metropol-Theater im Admiralspalast) statt. Zum Themenkreis der 1200 Hennecke-Aktivisten aus der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands und aus Berlin gehörten u. a. Fragen des Leistungslohns und die Entwicklung der Aktivistenbewegung zu einer Massenbewegung.

Schriften

  • mit Boleslaw Zagala, Gertrud Tzschoppe: Der Steiger führt. Kinderbuchverlag, Berlin 1952.
  • mit Herbert Deeg: Aktivisten zeigen den Weg…. Verlag Die Wirtschaft, Berlin 1948.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED: Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Band 7, Von 1949 bis 1955. Autorenkollektiv: Walter Ulbricht u. A., Seite 42 f, Dietz Verlag, Berlin 1966
  2. ADOLF HENNECKE. Ddr-geschichte.de. Abgerufen am 18. Juli 2010.
  3. Von Menschen und Übermenschen (Bundeszentrale für politische Bildung)
  4. Kurzbiographie (ddr-im-www.de)
  5. Chronik 1948. Dhm.de. Abgerufen am 18. Juli 2010.
  6. Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED: Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Band 7, Von 1949 bis 1955. Autorenkollektiv: Walter Ulbricht u. A., Seite 13 und Seite 37, Dietz Verlag
  7. Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED: Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Band 6, Von 1945 bis 1949. Autorenkollektiv: Walter Ulbricht u. A., Dokument Nr. 58, Appell der Hennecke-Aktivisten-Konferenz des FDGB, Seite 507 ff, Dietz Verlag, Berlin 1966

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Adolf Hennecke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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