Adolf Hueck
Adolf Hueck

Adolf Hueck (* 25. Juli 1882 in Hettensen; † 10. August 1955 in Gelsenkirchen-Buer) war ein deutscher Manager im Ruhrbergbau sowie Politiker der DVP.

Der Vater Eduard Hueck war Besitzer des Rittergutes Hettensen. Hueck begann nach dem Abitur eine praktische bergmännische Ausbildung in Form eines einjährigen Praktikums auf den Schachtanlagen Hamburg und Franziskaner im Wittener Revier. Anschließend studierte er das Bergfach in Tübingen, Berlin und Aachen. Im Jahr 1904 wurde Hueck Bergreferendar und 1909 Bergassessor. In dieser Zeit unternahm Hueck eine ausgedehnte Studienreise zu den Bergbaugebieten in Großbritannien und in die USA. Nach der Rückkehr trat er für kurze Zeit in den Staatsdienst ein, ehe Hueck eine Anstellung beim Verein für die bergbaulichen Interessen annahm. Im Jahr 1912 wurde er Betriebsdirektor von Schachtanlagen der Gelsenkirchener Bergwerks AG (GBAG). Hueck war im Ersten Weltkrieg Soldat und wurde nach einer schweren Verwundung 1916 aus dem Militär entlassen.

Danach leitete er zwei Zechen in Witten ehe er 1918 die Leitung der Zechen Rheinelbe und Alma in Gelsenkirchen übernahm. Dort war er auch für den Bau einer Kokerei verantwortlich. Seit 1920 gehörte er dem Vorstand der GBAG an. Nach der Gründung der Vereinigten Stahlwerke AG (VESTAG) 1926 saß er auch in dessen Vorstand. Seit 1927 war er technischer Leiter der Zeche Bonifatius.

In der Zeit der Weimarer Republik kümmerte sich Hueck vor allem um die technische und organisatorische Modernisierung des Ruhrbergbaus. Er war maßgeblich am Beginn des Bergbaus unter dem Rhein beteiligt. Als Mitglied von Organisationen des Bergbaus wie dem Verein für die bergbaulichen Interessen war Hueck 1930 auch am Ausbau von Gasschutzwehren in der Montanindustrie beteiligt.

Politisch gehörte Hueck nach 1918 der DVP an. Für diese war er zwischen 1928 und 1930 Mitglied des Reichstages. Er war auch dort vor allem Sachwalter der Bergbau- und Arbeitgeberinteressen. In der Debatte zur Arbeitslosenversicherung 1930 drängte er offen für den Bruch seiner Partei mit den Sozialdemokraten. Ihm und anderen Mitgliedern des schwerindustriellen Flügels gelang es die Mehrheit der Fraktion zu überzeugen. Damit hat Hueck zum Ende der großen Koalition (Kabinett Müller II) maßgeblich beigetragen.[1]

Zwischen 1933 und 1945 war Hueck Leiter der Bergbaugruppe Hamborn der VESTAG. Von 1938 bis 1944 war er auch Vorsitzender des Deutschen Ausschusses für das Grubenrettungswesen. Außerdem war er von 1935 bis 1942 Vorsitzender der Sektion II der Bergbauberufsgenossenschaft. Zeitweilig war Hueck auch Vorsitzender der Tarifkommission der Deutschen Kohlebergbauleitung sowie von 1927 bis 1937 Richter am Reichsarbeitsgericht in Leipzig.

Im Jahr 1945 leitete er vorübergehend die Hauptverwaltung der VESTAG und wurde anschließend stellvertretender Direktor. Hueck war am Wiederaufbau des Ruhrbergbaus in der Nachkriegszeit beteiligt. Nach der Zerschlagung der VESTAG wurde er 1953 Vorsitzender der Hamborner Bergbau AG und Aufsichstsratmitglied der Friedrich Thyssen AG. Politisch schloss sich Hueck nach dem Krieg der CDU an.

Einzelnachweise

  1. Heinrich August Winkler: Der Schein der Normalität. Arbeiter und Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik. Berlin und Bonn 1985, ISBN 3-8012-0094-9, S. 807

Literatur

Weblinks


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