Adolf I. (Mark)

Graf Adolf I. von der Mark (* um 1194; † 28. Juni 1249), bis 1226 auch Graf Adolf I. von Altena-Mark genannt, war der Sohn von Friedrich von Berg-Altena und der Alveradis von Krickenbeck, Tochter des Reiner von Krieckenbeck-Millendonk[1][2].

Adolf gehörte zu den Grafen von Berg und Altena und war der Begründer eines neuen Adelsgeschlechts, der Grafen von der Mark. Er vereinigte ab 1226 die Güter der Grafen von Berg-Altena, die sich seit der Altenaischen Erbteilung ab 1180 im Besitz verschiedener Seitenlinien dieses Geschlechts befanden, in einer Hand und formte aus ihnen die Grafschaft Mark mit ihrer Hauptstadt Hamm. Daneben war Adolf von der Mark auch Vogt des Klosters Cappenberg und des Klosters Werden.

Inhaltsverzeichnis

Geburtsjahr

Zum Geburtsjahr von Adolf von der Mark finden sich in der Literatur unterschiedliche Angaben. Überwiegend wird das Jahr 1194 genannt[3][4][5], teilweise wird auch ein Zeitpunkt vor dem Jahr 1194 angenommen[6].

Rudolf Schulze verlegt in seinem Buch "Die Landstände der Grafschaft Mark bis zum Jahre 1510: Mit Urkundl. Beil." Graf Adolfs Geburt in das Jahr 1164[7]. Diese Angabe deckt sich nicht mit den Lebensdaten von Adolfs Eltern. Schulze stützt sich im Übrigen weitestgehend auf Levold von Northof, so dass insgesamt von einem Zahlendreher auszugehen ist und auch Schulze tatsächlich das Jahr 1194 angeben wollte.

Bei Genealogie Mittelalter wird unter Berufung auf verschiedene Quellen das Jahr 1199 als Geburtsjahr genannt[8]. Zu dieser Zeit muss Adolf von der Mark aber bereits auf der Welt gewesen sein, da sein Vater Friedrich bereits im Jahre 1198 auf der zum Oberhof Mark gehörenden Hügel in der Mark bei Hamm die Burg Mark zugunsten seines Sohnes errichtet hatte[9]. Vermutlich geht diese Angabe auf eine Verwechslung zwischen Adolfs Lebens- mit seiner Amtszeit zurück, wie man sie in Sekundärquellen des Öfteren findet. Das Jahr 1199 (nach anderen Quellen 1198) ist das Todesjahr von Adolfs Vater Friedrich. Adolf trat in diesem Jahr die Nachfolge seines Vaters an und wurde in dieser Funktion erstmals als "comes de Altena", also "Graf von Altena", bezeichnet[10].

Leben

Wie schon sein Vater wurde Adolf I. Graf von Berg und Altena sowie Vogt der Klöster Kloster Werden und Cappenberg.

Adolf führte bereits seit 1202 den Beinamen von der Mark, nach seinem Stammsitz, der Burg Mark, die sein Vater zu seinen Gunsten im Jahre 1198 auf dem Burghügel in der Mark errichtet hatte; den Oberhof Mark und das zugehörige Gelände auf dem Burghügel hatte Friedrich bereits im Jahre 1170 von den Edelherren von Rüdenberg bzw. dem Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg erworben.

Wie die gesamte Linie Berg-Altena wurde auch Adolf von der Mark in den Deutschen Thronstreit hineingezogen. Indes gibt es unterschiedliche Angaben, auf welcher Seite er gestanden hat. Nach Stirnberg stand Adolf von der Mark von Anfang an auf Seiten der Staufer[11]. Teilweise heißt es, dass Adolf im deutschen Thronfolgestreit schwankte und sich erst 1212 endgültig auf Seiten des Staufers schlug[12]. Bis 1225 scheint sich Adolf von der Mark als treuer Gefolgsmann des Stauferkaisers und des Kölner Erzbischofs etabliert zu haben. Er erhielt nach der Zerstörung Nienbrügges einen großen Teil der Güter seines Vetters Friedrich von Isenberg.

Nach der Ermordung des Kölner Erzbischofs Engelbert I. im Jahre 1225 durch die Männer des Friedrich von Isenberg (zu den Hintergründen siehe Friedrich von Isenberg sowie Nienbrügge (Hamm)) nutzte Adolf von der Mark das entstandene Machtvakuum, um die südlich der Lippe gelegenen Besitzungen der alteanischen Grafen an sich zu bringen. Adolf von der Mark stellte sich demonstrativ auf die Seite Kölns und legte symbolisch die Namen Berg und Altena ab, so dass er ab 1226 nur noch Adolf von der Mark genannt wurde. Zur Strafe für die Mordtat schleifte Adolf im Auftrage Kölns die Friedrich von Isenberg gehörenden Festungsanlagen, darunter auch Nienbrügge, einen aus Burg und Stadt bestehenden Brückenkopf, mit denen Friedrich von Isenberg in seiner Funktion als Graf von Hövel die Herrschaft über seine Ländereien im Lippebereich gesichert hatte.

Den Einwohnern Nienbrügges bot Adolf von der Mark auf einem nahegelegenen Flurstück im Winkel zwischen Lippe und Ahse eine neue Heimstatt. Mit ihrer Hilfe gründete Adolf von der Mark Aschermittwoch im März des Jahres 1226 die Stadt Hamm im Winkel zwischen Lippe und Ahse, dem Hamme. Von seiner neuen Hauptstadt aus regierte er seine Grafschaft, die Grafschaft Mark, in der weite Teile der früheren Grafschaft Hövel und andere Ländereien aufgingen, die Adolf im Laufe der Zeit erwerben konnte. Zudem baute Adolf die Burg Blankenstein (Hattingen) als weiteres Machtzentrum für den Isenburger Besitz aus.

Da Friedrichs Sohn Dietrich von Altena-Isenberg ebenfalls seine Ansprüch geltend mache, kam es zum Erbkrieg, der bis 1243 andauerte. In diesem Zusammenhang lehnte Adolf von der Mark sich zeitweise an Erzbischof Konrad von Köln an und gewann schließlich Altena-Isenburg. Dietrich hingegen hatte für sich (lediglich) das kleine Landstück Hohen-Limburg und eine Mitherrschaft in Bochum erstritten; später trat Adolf zudem die Grafschaft Berg an Limburg ab. Darüber hinaus musste Adolf von der Mark auf die nördlich der Lippe gelegenen Ländereien verzichten (etwa die Kirchspiele Bockum-Hövel und Heessen), die beim Fürstbistum Münster verblieben.

In der Folgezeit gewann Adolf von der Mark die Krumme Grafschaft bei Dortmund und Teile von Rüdenberg. Sein Territorium sollte zu einem der stärksten in Westfalen werden und geriet deshalb mehr und mehr in Konkurrenz zu den Erzbischöfen von Köln. Für Teilgebiete allerdings war Adolf von der Mark erzbischöflicher Vasall.

Familie

Adolf von der Mark war in erster Ehe (ab 1210) mit Lutgardis verheiratet, möglicherweise Tochter des Gerhard von Looz, in zweiter Ehe mit Irmgard von Geldern († nach 1230). Er hatte fünf Kinder: Eberhard von Altena († 1241), Engelbert I. von der Mark († 1277), Otto von Altena († 1262 bzw. 1269), Propst in Aachen und Maastricht, seit der Erbteilung 1249 Graf von Altena, Gerhard von der Mark (* 1220; † 1272), Bischof von Münster, sowie Richarda, Äbtissin des Klosters Fröndenberg.

Tod

Adolf von der Mark starb am 28. Juni 1249. Er ist in Cappenberg beigesetzt[13].

Einzelnachweise

  1. Genealogische Tafeln (Kleve).
  2. Genealogie Mittelalter
  3. Vgl. etwa "Die Chronik der Grafen von der Mark" von Levold von Northof, de Northof Levolous, Fritz Zschaeck, veröffentlicht von Weidmann, 1955.
  4. Über Adolf von der Mark
  5. Zur Burg Schwarzenberg
  6. Ralf G. Jahn: Die Genealogie, der Vögte, Grafen und Herzöge von Geldern. In: Johannes Stinner und Karl-Heinz Tekath (Hrsg.): Gelre – Geldern – Gelderland. Geschichte und Kultur des Herzogtums Geldern. Geldern 2001, S. 29–50 (Veröffentlichungen der Staatlichen Archive des Landes Nordrhein–Westfalen, Reihe D, Band 30)
  7. Rudolf Schulze, Die Landstände der Grafschaft Mark bis zum Jahre 1510: Mit Urkundl. Beil., 1907, S. 188.
  8. Genealogie Mittelalter
  9. Stellvertretend für viele weitere Quellen: Die Homburg und die Burg Mark, Kreisfreie Stadt Hamm. Herausgegeben vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe als Schrift Frühe Burgen in Westfalen 19 im Jahre 1979.
  10. Dr. Julius Ficker, Engelbert der Heilige, Erzbischof von Köln und Reichsverweser, Köln 1853, S. 253 mit Verweis auf die erste urkundliche Erwähnung als comes de Altena, Cod. dipl. W. 2, 263.
  11. Reinhold Stirnberg, Aufsatz Bevor die Märker kamen, Teil VI: Die Grafen von Altena und das Ende des deutschen Thronstreites, in: Aktive Senioren, Zeitschrift für Schwerte, Ausgabe 60, S. 17-18[1]
  12. Adolf von der Mark bei Genealogie Mittelalter.
  13. Dr. Julius Ficker, Engelbert der Heilige, Erzbischof von Köln und Reichsverweser, Köln 1853, S. 253.

Weblinks


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