Adolf Lenk

Gustav Adolf Lenk (* 15. Oktober 1903; † 1987) war der Gründer des Jugendbundes der NSDAP, dem Vorgänger der Hitlerjugend.

Lenk, von Beruf ein Klavierpolierer, fand durch Reden Adolf Hitlers auf der Treppe der Feldherrnhalle, sowie im Hofbräuhaus zum Nationalsozialismus. Sein Beitrittsgesuch zur NSDAP 1920 wurde jedoch abgelehnt, da er noch nicht 18 Jahre alt war. Da auch keine Jugendorganisation der Partei existierte, schlug er vor, eine solche zu gründen. Die damalige Parteiführung unter Anton Drexler folgte diesem Vorschlag, jedoch kam Lenk mit seinem Projekt nicht voran.

Als Hitler, mittlerweile Parteivorsitzender, in einer Rede im Dezember 1921 beiläufig eine eventuelle Jugendorganisation erwähnte, kam Lenk, nunmehr Parteimitglied, auf seine Idee zurück. Im März 1922 wurde auf Hitlers Initiative ein Gründungsaufruf im Parteiblatt Völkischer Beobachter veröffentlicht. Zur Gründungsversammlung des Jugendbundes am 13. Mai 1922 im Bürgerbräukeller in München trat Lenk als Jugendführer zusammen mit Adolf Hitler als Redner auf. Organisatorisch wurde der Jugendbund dem Führer der SA, Hans Ulrich Klintzsch, unterstellt. Anfangs auf München beschränkt, wurden noch 1922 weitere Ortsgruppen in Bayern und Mitteldeutschland gegründet und eine eigene Zeitung herausgegeben.

Nach dem erfolglosen Hitler-Ludendorff-Putsch im November 1923, an dem Lenk beteiligt war, wurde der Jugendbund verboten, aber von Lenk unter verschiedenen Namen weitergeführt. Am 6. Mai 1925 trat Lenk als Jugendführer zurück, nachdem Hitler zunehmend auf die Großdeutsche Jugendbewegung unter Kurt Gruber setzte. Seine Organisation wurde von der 1926 gegründeten Hitlerjugend später nicht mehr als Vorläufer anerkannt.

Im März 1932 trat Lenk erneut der Partei bei und wurde in der SA aktiv. 1941 wurde Lenk, der mittlerweile in der SA-Reichsleitung in Berlin arbeitete, aus der Partei ausgestoßen, da er unberechtigterweise den „Blutorden“ getragen hatte. Ein erneuter Aufnahmeantrag blieb erfolglos.

Literatur

  • Brenda Ralph Lewis: "Hitleryouth - The Hitlerjugend in War and Peace 1933-1945", 2000
  • Hansjoachim Wolfgang Koch: "The Hitleryouth - Origins and Developement 1922-1945", 1975

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