Adolf Schmitthenner

Adolf Schmitthenner (* 24. Mai 1854 in Neckarbischofsheim; † 22. Januar 1907 in Heidelberg) war ein evangelischer Pfarrer und Heimatdichter.

Das Pfarrhaus in Neckarbischofsheim war Schmitthenners Geburtshaus und später nochmalige Wirkungsstätte
Grab in Heidelberg

Er besuchte die Volksschule, später die Lateinschule in Neckarbischofsheim und ab 1869 das Gymnasium in Karlsruhe. Danach studierte er Theologie in Tübingen, Leipzig und Heidelberg. Nach dem zweiten Staatsexamen war er 1876 Vikar in Brötzingen, ab 1878 in Kippenheim. Das Winterhalbjahr 1879/80 verbrachte er zu Studienzwecken in Berlin, England und Schottland, anschließend war er 1879 Vikar in Lahr, 1880 in Heidelberg, wo er am 30. März Aline Wagner heiratete. 1881 wechselte er als Stadtvikar nach Karlsruhe, 1882 als Pfarrer in seine Heimatstadt Neckarbischofsheim. 1893 wurde er als Stadtpfarrer nach Heidelberg berufen, eine seiner vielfältigen Tätigkeiten dort war auch Lehrer am evangelischen theologischen Predigerseminar. Er verstarb im Alter von nur 52 Jahren in Heidelberg und wurde auf dem dortigen Bergfriedhof begraben. Es besteht aus einem schlichten Sandsteinkreuz auf einem Granitblock.

Neben theologischen und literaturwissenschaftlichen Werken verfasste er zahlreiche Romane, Erzählungen und Dramen. Sein Roman Das Deutsche Herz und das Drama Psyche waren seine größten Erfolge. Seine ab 1881 erschienenen Erzählungen waren auch als Literatur für die Jugend beliebt.

Schmitthenner hat mit seinen Stoffen nie die Grenzen der engeren Heimat überschritten: das romantische Neckartal, die Burgen Hirschhorn und Zwingenberg am Neckar, die Reichsstadt Heilbronn und die Stadt Heidelberg sind seine Schauplätze. Er beschrieb seine Landsleute als derb, unbefangen, tüchtig, lebensfroh und mit unbefangenem Humor ausgestattet.

Schmitthenner konnte durch seine umfangreichen Quellenstudien in das 17. Jahrhundert zurückgreifen, etwa für seine Novelle Tilly in Nöten.

Vom Verein für Massenverbreitung guter Volksliteratur eingeladen, eine Bewerbung einzureichen, gilt er als Vorbereiter der Büchergilde Gutenberg.

Schmitthenner hinterließ vier Söhne und zwei Töchter. Sein Sohn Heinrich Schmitthenner (1887–1957) war ein bedeutender Geograph, sein Sohn Ludwig Paul Schmitthenner (1884-1963) war badischer Staatsminister und Professor der Wehrgeschichte und Politik.

Ehrungen

Zu Schmitthenners 70. Geburtstag wurden Schmitthenner-Gedenktafeln am Pfarrhaus Heiliggeist in Heidelberg, am Pfarr- und Geburtshaus in Neckarbischofsheim sowie auf der Burg Hirschhorn angebracht. 1965 wurde die „Adolf-Schmitthenner-Heimatstube“ im Hohen Turm in Neckarbischofsheim eröffnet und das 1968 eingeweihte Gymnasium der Stadt Neckarbischofsheim wurde ebenfalls nach Adolf Schmitthenner benannt.

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