Adolf Waldmann

Adolf Waldmann (* 1889 in Pforzheim; † 1964 ebenda) war ein deutscher Tüftler und Erfinder.

Lebenslauf

Adolf Waldmann gründete im Jahr 1918 die Waldmann Manufaktur, heute Adolf Waldmann KG. Hier stellte er nach dem Ersten Weltkrieg mechanische Druck- und Drehbleistifte aus Sterlingsilber her. Dies war zur damaligen Zeit etwas Ungewöhnliches und Besonderes. Die Firma befand sich damals in der Maximilianstraße in der Goldstadt Pforzheim.

Im Jahr 1932 entwickelte Waldmann den ersten 4-Farben-Drehbleistift, wofür er sich die weltweiten Patentrechte sichern ließ. Auf der Pariser Weltausstellung 1937 wurde ihm für diese Innovation die Silbermedaille für „außergewöhnliches Design und Funktion eines 4-Farben-Drehbleistiftes“ verliehen.

Im Zuge der Bombardierung der Stadt Pforzheim am 23. Februar 1945 wurde die Waldmann Manufaktur komplett zerstört. Der Wiederaufbau gestaltete sich als schweres Unterfangen und geschah ausschließlich in Eigenleistung.

Ab 1956 nahm Waldmann Schreibgeräte aus Messing, Silber, Walzgold-Doublé und 18 Kt. Gold in seine Produktpalette auf. 1958 wurden ihm weltweite Patente für 2- und 4-Farben-Kugelschreiber mit Drehsystem gewährt.

Im Jahr 1959 kreierte Waldmann eine Spezialkollektion für Rotring Germany, den damaligen Marktführer im Segment der Zeichen- und Malutensilien. Schreibgeräte wurden unter dem Namen Rotring vertrieben. Innerhalb kürzester Zeit wurde Rotring, mit 75 % Anteil am Output, Hauptkunde bei Waldmann.

Adolf Waldmann starb im Jahre 1964 im Alter von 76 Jahren in Pforzheim.

Heute

Heute besteht das Unternehmen, das der einstige Kreativling aufgebaut hatte, in Birkenfeld bei Pforzheim. Waldmann ist bekannt als wichtiger Hersteller auf dem Feld exklusiver Schreibgeräte aus massivem Sterlingsilber, die in über 60 Länder weltweit exportiert werden. Alle Produkte werden heute zu einem Großteil automatisiert hergestellt, wobei sie den „letzten Schliff“ immer noch von ausgebildeten Spezialisten bekommen.

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