Adolf Wissel

Adolf Wissel (* 1894 in Velber; † 1973) war ein deutscher Genremaler bäuerlich-ländlicher Sujets.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Nach einem Studium Anfang der 20er Jahre an der Kunstakademie Kassel kehrte er 1924 in seinen Geburtsort Velber bei Hannover zurück. Dort erlangte er schon vor 1933 regional erste Anerkennung. Seine Arbeiten sind in einem der Neuen Sachlichkeit verwandten Stil gestaltet. Als Maler der „Scholle“, d. h. der bäuerlichen Welt, gelangte er in der Zeit des Nationalsozialismus zu einigen Erfolgen. Insbesondere sein 1938/39 entstandenes Bild Kalenberger Bauernfamilie wurde vielfach ausgestellt und reproduziert.

Wissels Bilder wurden mehrfach in der Großen Deutschen Kunstausstellung im Haus der Deutschen Kunst in München ausgestellt:

  • 1938 die drei Ölbilder Bäuerin, Bildnis, Häkelndes Bauernmädchen
  • 1940 die vier Öl-Bilder Alter Bauer, Bildnis, Landschaft mit Kühen, Feldarbeit
  • 1941 die vier Ölbilder Heuernte, Damenbildnis, Jungmädel, Mädchenbildnis
  • 1942 die drei Ölbilder Dr. Menge, ehemaliger Oberbürgermeister von Hannover (Leihgabe der Stadt Hannover), Ernte, Bildnis
  • 1943 die drei Ölbilder Kalenberger Bauernmädchen, Bäuerin, Bauer

Er erhielt als Auszeichnung eine Ehrenprofessur.

Werke (Auszug )

Ausstellungen nach 1945

Zitate

  • Ingeborg Bloth zeigt dabei kritisch, wie das Bild „Kalenberger Bauernfamilie“ von Wissel in der nationalsozialistischen Kulturpolitik und im Ausstellungswesen als zweitrangig behandelt wurde, während es in der Forschung zur NS-Malerei zu einem „‘Prototyp‘ des ideologiologisch konformen Familienbildes“ erklärt wurde. (Aus: Andreas Zoller: Der Landschaftsmaler Edmund Steppes (1873-1968) und seine Vision einer "deutschen Malerei")
  • Nachweislich hat Adolf Wissel seinen Stil und seine Motivwahl 1933 nicht signifikant geändert. Zielgerichtete Anpassung an die neuen nationalsozialistischen Machthaber kann man ihm kaum vorwerfen. Aber wie so viele andere Deutsche war er Teilhaber und auch Profiteur des Nationalsozialismus in Deutschland. Er selbst sah sich bis zu seinem Tod 1973 als unpolitischer Maler, der lediglich seiner Profession nachgegangen ist. Ob gewollt oder nicht, ob bewusst oder unbewusst, gemeinsam mit der Mehrheit der Deutschen hat er das nationalsozialistische System gestützt - mit fatalen Folgen für Deutschland und Europa. (Aus: Irmela Wilckens, Claudia Rump: Zeitreise durch die Region Hannover. Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2005. Seite 63)

Literatur

  • Helmut Plath, Ernst Lüddeckens: Der Maler Adolf Wissel 1894 - 1973. Gedächtnisausstellung. Ausstellungsführer des Historischen Museums. Hannover 1974.
  • Ingeborg Bloth: Adolf Wissel. Malerei und Kunstpolitik im Nationalsozialismus. Berlin 1994. 144 S. + 40 Tafeln mit 80 Abbildungen, ISBN 3-7861-1740-3
  • Irmela Wilckens, Claudia Rump: Zeitreise durch die Region Hannover. Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2005. Seite 62-63. ISBN 3831315175

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ronge, Tobias, Das Bild des Herrschers in Malerei und Grafik des Nationalsozialismus: Eine Untersuchung zur Ikonografie von Führer- und Funktionärsbildern im Dritten Reich, S. 223, Berlin 2010, ISBN 978-3-643-10856-2, nach Grüttner, Michael, Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik, Heidelberg 2004, S. 115, ISBN 3935025688, abgerufen am 21. Febr. 2011

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