Adolf Zycha

Adolf Josef Zycha (* 17. Oktober 1871 in Wien; † 19. November 1948 in Bonn) war ein österreichischer Rechtshistoriker und Rechtswissenschaftler.

Leben

Zycha studierte ab 1889 Rechtswissenschaften an der Universität Wien. Nach seinen Staatsprüfungen und Promotion (1895) trat er als "rechtskundiger Berater des Magistrats" in den Verwaltungsdienst der Stadt Wien ein. 1898 wurde er außerordentlicher Professor an der Universität Freiburg im Üchtland in Nachfolge Leo von Savignys. In Freiburg habilitierte er sich. 1903 wurde er ao. Professor an der Karls-Universität Prag, 1906 ordentlicher Professor und 1915 Rektor der Prager Karls-Universität. 1919 folgte der Ruf auf den Lehrstuhl für Rechtsgeschichte an der Universität Gießen (Nachfolge Edwin Mayer-Homberg (1881−1920)).

1923 trat er die Nachfolge von Martin Wolff an der Universität Bonn an und wurde Ordinarius für Deutsches Recht. 1932 wurde er zum Rektor der Universität Bonn gewählt. Wegen seiner Haltung gegenüber den nationalsozialistischen Angriffen auf die Universitätsverfassung wurde er als Rektor am 27. April 1933 abgelöst. Beigetragen zu seiner Ablösung hatte auch die Tatsache, dass Adolf Zycha mit einer "Nichtarierin" verheiratet war. Vier der sechs Bonner Rektoren der NS-Zeit waren im Mai 1933 in die NSDAP eingetreten, nicht jedoch Zycha. 1937 wurde er emeritiert.

Adolf Zycha wurde im Ehrengrab 23 auf dem Poppelsdorfer Friedhof zu Bonn beigesetzt.

Schriften

  • "Das Recht des ältesten deutschen Bergbaues bis ins 13. Jahrhundert", 1899 (Habilitationsschrift)
  • "Das böhmische Bergrecht des Mittelalters auf Grundlage des Bergrechtes von Iglau", Vahlen Berlin 1900
  • "Die Quellen des Iglauer Bergrechts", 1900
  • "Die Geschichte des Iglauer Bergrechts und die böhmische Bergwerksverfassung", 1900
  • "Grundriss der Vorlesungen über deutsche Rechtsgeschichte" 1910 (42 S.), 4. A. 1920 (36 S.), 5. A. 1929 (36 S.), Prag 1912,
  • "Über den Ursprung der Städte in Böhmen und die Städtepolitik der Premysliden", 1914
  • "Zur neuesten Literatur über die Wirtschafts- und Rechtsgeschichte der deutschen Salinen", in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. - 14 (1918), S. 88 - 129 und 165 - 205.
  • "Deutsche Rechtsgeschichte der Neuzeit", Weimar: Böhlau, 1937. – 2. unveränderte Auflage 1949
  • "Über die Anfänge der kapitalistischen Ständebildung in Deutschland", in: VSWG 31, 1938, S. 209-41
  • "Kampf der Deutschen um ihr Recht in Böhmen", 1940
  • "Zur neuesten Literatur über die Wirtschafts- und Rechtsgeschichte des deutschen Bergbaues", in: VSWG 34, 1941, S. 41-65

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Zycha — Adolf Josef Zycha (* 17. Oktober 1871 in Wien; † 19. November 1948 in Bonn) war ein österreichischer Rechtshistoriker und Rechtswissenschaftler. Leben Zycha studierte ab 1889 Rechtswissenschaften an der Universität Wien. Nach seinen… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Zy — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Wilhelm Weizsäcker — (* 2. November 1886 in Prag; † 19. Juli 1961 in Heidelberg) war ein sudetendeutscher Jurist und Rechtshistoriker. Er begann seine Karriere noch in der Justiz Österreich Ungarns und war während der Ersten Republik der Tschechoslowakei Richter und… …   Deutsch Wikipedia

  • Wilhelm Ebel — (* 7. Juni 1908 in Garsuche; † 22. Juni 1980 in Göttingen) war ein deutscher Rechtshistoriker. Wilhelm Ebel legte 1927 das Abitur ab und studierte von 1927 bis 1931 Rechtswissenschaft und Geschichte an der Universität Bonn. Sein erstes… …   Deutsch Wikipedia

  • Ernst Heinrich Kelter — (* 1900; † nach 1976) war ein deutscher Wirtschaftsgeograph, Wirtschaftshistoriker, Volkswirt, Kommunalpolitiker während der Zeit des Nationalsozialismus und Hochschullehrer. Inhaltsverzeichnis 1 Biografie 2 Veröffentlichungen …   Deutsch Wikipedia

  • Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft — Die Enzyklopädie der Rechts und Staatswissenschaft erscheint seit 1922 im Springer Verlag, Berlin, in zwei Abteilungen. Begründet wurde sie vor dem Ersten Weltkrieg von Franz von Liszt und Walter Kaskel. Herausgegeben wurde die Abteilung… …   Deutsch Wikipedia

  • Poppelsdorfer Friedhof — Allee im ältesten Friedhofsteil Mausoleum Soennecken …   Deutsch Wikipedia

  • Wenzel I. (Böhmen) — Wenzel I. im Codex Gelnhausen, Anfang 15. Jahrhundert Wenzel I. Přemysl (tschechisch Václav I. Jednooký; * um 1205; † 23. September 1253 in Počaply[1]) entstammte der Dynastie der Přemysliden und war von 1230 bis 1253 …   Deutsch Wikipedia

  • Botánicos por la abreviatura del autor — Anexo:Botánicos por la abreviatura del autor Saltar a navegación, búsqueda Autor botánico es quien por primera vez describe una planta. Su nombre científico viene dado por su nomenclatura binomial seguida de la abreviatura del autor/es botánico/s …   Wikipedia Español

  • Anexo:Botánicos por la abreviatura del autor — Autor botánico es quien por primera vez describe una planta. Su nombre científico viene dado por su nomenclatura binomial seguida de la abreviatura del autor/es botánico/s. Así Aconitum anthora L. indica que fue nombrada por Carlos Linneo, el… …   Wikipedia Español

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”