Adolf von Dalberg
Fürstabt Adolf von Dalberg, zeitgenössischer Kupferstich.
Fürstabt Adolf von Dalberg, über einer Ansicht der Stadt Fulda (Kupferstich von Johann Salver)
Adolf von Dalbergs Wappenrelief am Eingang der Heilig-Geist-Kirche.

Anton Adolph Freiherr von Dalberg (* 29. Mai 1678 in Speyer; † 3. Oktober 1737 auf Schloss Hammelburg) war von 1726 bis 1737 ein herausragender und prägender Fürstabt von Fulda. Während seiner Amtszeit wurde Fulda Universitätsstadt.[1]

Leben und Wirken

Unter Fürstabt Adolph von Dalberg wurde die Bildungstradtion der Stadt Fulda entscheidend weiterentwickelt. Die Gründung der Adolphs-Universität Fulda (auch: Alma Mater Adolphiana)[2] im Jahre 1734, die aus vier Fakultäten (Katholische Theologie, Philosophie, Medizin und Rechtswissenschaften) bestand, bezog neben dem Fuldaer Jesuitenkolleg auch das Institut der Benediktiner mit ein.[3]

Einen wichtigen Beitrag für die Frauen- und Mädchenbildung in Fulda leistete Adolph von Dalberg durch die Berufung der Schwestern des Instituts der Englischen Fräulein, der Maria-Ward-Schwestern, im Jahre 1733.[3]

Fürstabt Adolph ließ sich mit dem Schloss Fasanerie-Adolphseck eine Sommerresidenz bauen, die später Fürstbischof Amand von Buseck ausbaute. Er gründete in Fulda ein Orchester.

Dalbergs soziales Wirken wird mit der Neubegründung des Heiliggeist-Hospital in Fulda von 1729 bis 1733 dokumentiert. Traditionell aus Verbindung von Wohn- und Sakralbau eingerichtet, übernahm es die Funktion von Armen- und Waisenhaus, diente aber auch als Altenheim oder Pilgerherberge.[3] [4]

1718 war Adolph Propst zu Zella.

Weblinks

 Commons: Adolf von Dalberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Vgl. Akademie für Raumforschung und Landesplanung: Veröffentlichungen der Akademie für Raumforschung und Landesplanung. Forschungs- und Sitzungsberichte, Band 52, Curt R. Vincenz Verlag, Hannover 1988, S. 298.
  2. Werner August Mühl: Die Aufklärung an der Universität Fulda mit besonderer Berücksichtigung der philosophischen und juristischen Fakultät (1734-1805) (Quellen und Abhandlungen zur Geschichte der Abtei und der Diözese Fulda 20), Fulda 1961, S. 20.
  3. a b c Vgl. Werner Kathrein / Dieter Wagner: Erbe und Sendung, II. Das Hochstift Fulda - Vom Mittelalter zum Barock, Straßburg 1999, S. 42.
  4. Vgl. Heike Schwerdel-Schmidt: Herbey Ihr Armen! - Fürstabt Adolf von Dalberg un das Heiliggeist-Hospital in Fulda, in: Fuldaer Geschichtsblätter 77, 2001. S. 103-132.


Vorgänger Amt Nachfolger
Konstantin von Buttlar Abt von Fulda
1726–1737
Amand von Buseck

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