Adolf von Groß
Grabmal Adolf von Groß (Bayreuth-St.Georgen)

Adolf von Groß (* 25. März 1845 in Bamberg; † 5. Juni 1931 in Bayreuth) war ein enger Freund der Familie Richard Wagners, langjähriger Finanzverwalter der Bayreuther Festspiele und Ehrenbürger von Bayreuth.

Inhaltsverzeichnis

Kindheit

Adolf von Groß wurde in Bamberg geboren, wo seine Familie ein ehemaliges Kloster besaß, das sein Großvater Johann Benedikt aufgekauft hatte und wo er in seiner Jugend lebte. Sein Vater war der Tabakfabrikant und Magistratrat Rudolph Groß, seine Mutter hieß Henriette.

Karrierebeginn

Adolf von Groß verließ Bamberg, um erstmals in Hamburg als Bankier tätig zu werden. Seine nächste Karrierestation war in Marseille, wo er sich bald eine außerordentliche Stellung verschaffte. Bereits im frühem Alter von 21 Jahren hat er in einer der wichtigsten Bankfirmen in Marseille die sogenannte Prokura erhalten und damit eine für sein Alter eine ungewöhnlich bedeutsame Stellung erhalten.

Einstieg in Bayreuth

Nach dem Beginn des Deutsch-Französischen Kriegs 1870 war er gezwungen, nach Deutschland heimzukehren. Von den beiden Möglichkeiten wieder nach Hamburg zu gehen oder eine Einladung nach Bayreuth nachzukommen, entschied er sich für letzteres und trat in die Bank von Friedrich Feustel ein. Schnell hatte er das absolute Vertrauen seines Chefs erlangt. Am 19. Juni 1872 führte er Feustels Tochter Henriette Marie in eine glückliche, aber kinderlose Ehe.

Beziehungen zu Richard Wagner

Der Kontakt zur Familie Wagner entstand über den Schwiegervater von Adolf von Groß, den Bayreuther Bankier Friedrich Feustel. Sowohl Adolf von Groß als auch sein Schwiegervater waren begeisterte Verehrer von Richard Wagner. Zuerst unterstützte das Bankhaus Feustel Richard Wagner nur finanziell, bald aber wurde von Groß nicht nur dessen Vertrauter in finanziellen, sondern auch in häuslichen und familiären Angelegenheiten. Bereits 1882 war er es, der die Existenz der Bayreuther Festspiele sicherte. Im Winter 1882/1883 reiste er zweimal nach Venedig und brachte von dort mit der letzten amtlichen Unterschrift Richard Wagners die Urkunde zurück, welche die Festspiele für 1883 bestimmte und nach dem Tod von Richard Wagner im Februar desselben Jahres die Rettung für die Fortführung der Festspiele bedeuteten sollte.

Rettung der Bayreuther Festspiele

Nach dem Tode Richard Wagners im Jahre 1883 übernahm dessen Witwe, Cosima Wagner, die Leitung der Festspiele auf Anregung von Hans Paul von Wolzogen. Hierbei stand ihr Adolf Groß in allen finanziellen und administrativen Fragen zur Seite; er war zudem von dem Komponisten zum Vormund seiner Kinder bestimmt worden. Er opferte viel Leistung und Geld und trug selbstlos die ganze Last der sowohl in den ersten schweren, wie in den später besseren Zeiten schwierigen und vielseitigen geschäftlichen Aufgaben des gesamten Festspielunternehmens ganz alleine und führte die Bayreuther Festspiele zu außergewöhnlichen Erfolgen. Er reiste nach dem Tode von Ludwig II. nach München, um die vom König zugesicherten Geldmittel für die Festspiele zu retten. Es gab Schwierigkeiten, weil der Minister von Crailsheim seine Forderung ablehnte, mit der Begründung, dass der König geisteskrank gewesen sei, und dass somit seine brieflichen Äußerungen wie seine ganzen Handlungen keine Gültigkeit hätten. Adolf von Groß antwortete kühl: „Der Brief ist zwei Jahre vor der Ernennung des Ministers von Crailsheim geschrieben. Wird also dieser Brief als das Werk eines Geisteskranken betrachtet, dann sei auch die Ernennung des Freiherrn von Crailsheim zum Minister hinfällig“. Nach etlichen Verhandlungen konnte von Groß doch noch die Geldmittel für die Festspiele sichern.

In den 1920er Jahren gelang es von Groß allerdings nicht, die Festspiele vor den Folgen der Inflation zu schützen. Es kam zum Zerwürfnis mit dem damaligen Festspielleiter Siegfried Wagner, sodass Groß aus der Leitung der Festspiele ausschied.

Ehrung und Lebensende

Für seine Verdienste um den Erhalt der Festspielidee erhielt von Groß im Jahre 1901 den Ehrenbürgerbrief der Stadt Bayreuth. Der Wagner-Biograph Carl Friedrich Glasenapp nannte ihn den Bismarck von Bayreuth. Er starb am 5. Juni 1931 in Bayreuth nach einem Leben, das ganz von der Freundschaft mit Richard Wagner erfüllt gewesen war.


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