Die Tür mit den 7 Schlössern

Die Tür mit den 7 Schlössern
Filmdaten
Deutscher Titel: Die Tür mit den sieben Schlössern
Originaltitel: Die Tür mit den sieben Schlössern /
La porte aux sept serrures
Produktionsland: Deutschland /
Frankreich
Erscheinungsjahr: 1962
Länge: 91 Minuten
Originalsprache: Deutsch
Altersfreigabe: FSK 12
Stab
Regie: Alfred Vohrer
Drehbuch: Harald G. Petersson
Johannes Kai
Gerhard F. Hummel
Produktion: Horst Wendlandt
Musik: Peter Thomas
Kamera: Karl Löb
Schnitt: Carl Otto Bartning
Besetzung

Die Tür mit den sieben Schlössern ist ein deutsch-französischer Kriminalfilm (französischer Titel: La porte aux sept serrures) und der elfte deutschsprachige Edgar-Wallace-Film der Nachkriegszeit. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Edgar Wallace (Originaltitel: The Door with Seven Locks) wurde von der deutschen Rialto Film unter finanzieller Beteiligung der französischen Les Films Jacques Leitienne produziert. Der Film wurde vom 26. Februar bis 30. März 1962 in West-Berlin und Hamburg unter der Regie von Alfred Vohrer gedreht. Uraufführung war am 19. Juni 1962 im Europa Palast in Frankfurt am Main.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Scotland Yard-Chef Sir John ist ratlos. Innerhalb kürzester Zeit werden zwei auf den ersten Blick nicht in Zusammenhang stehende Personen ermordet. Inspektor Dick Martin und sein Assistent Holmes übernehmen die Ermittlungen, kommen erst weiter, als der Ganove Pheeny bei Martin auftaucht und ihm eine seltsame Geschichte von einer Tür mit sieben Schlössern erzählt, die er für einen unbekannten Auftraggeber hätte aufbrechen sollen. Als Pheeny kurz darauf umgebracht wird, bleibt Martin lediglich die Zeichnung eines Familienwappens, die Pheeny ihm hinterlassen hat.

Im Gewand des in der Waterloo Station getöteten Mannes wird ein Brief mit der Aufforderung, sich beim Advokaten Haveloc einzufinden, gefunden. Haveloc ist der Testamentsvollstrecker des verstorbenen Lord Selford, der, wie sich später herausstellt, kurz vor seinem Tod an sieben seiner Bekannten je einen Schlüssel schickte, mit denen sie am Tag der Volljährigkeit seines Sohnes in der Familiengruft der Selfords eine Tür mit sieben Schlössern öffnen sollten, hinter der sich das Erbe des jungen Lord Selford befinden sollte.

Mit Hilfe der Bibliothekarin Sybil Lansdown findet Inspektor Martin heraus, das die Zeichnung von Pheeny das Wappen der Familie Selford zeigt. Gemeinsam mit seinem Assistenten Holms besucht Martin Schloss Selford und trifft dort den Gangster Tom Cawler und den Arzt Dr. Staletti, der ihm gleich etwas seltsam vorkommt.

Wieder im Büro von Notar Haveloc trifft Inspektor Martin erneut auf Sybil Lansdown die sich als Nichte des verstorbenen Lord Selford herausstellt. Ängstlich bittet sie Martin um Hilfe, da sie einen Brief von Lopez Silva, dem ehemaligen Gärtner ihres Onkels erhalten hat, in dem Silva seine Ankunft in London ankündigt und Sybil vor einer drohenden Gefahr für ihr Leben warnt. Doch der Mann aus Lissabon wird im Flugzeug ermordet. Man findet seine Leiche in der Maschine, eine zerrissene Kette um den Hals aber der Schlüssel fehlt.

Bei der Vernehmung der Flugzeugpassagiere trifft Inspektor Martin auf einen gewisser Mr.Cody und dessen Ehefrau. Cody verwickelt sich bei der Befragung in Widersprüche wodurch das Misstrauen des Inspektors geweckt wird. Sein alter Bekannter Tom Cawler arbeitet im Hause der Codys als Butler. Er ist der Neffe von Mrs. Cody und arbeitet im Hause nur zur Tarnung.

Mit einem Trick lockt Mrs. Cody Sybil aus ihrer Wohnung und Mr. Cody entführt Sybil in die Villa des Paares. Eingesperrt in einer Dachkammer des Cody Anwesens soll Sybil eine Verzichtserklärung auf ihren gesamten Besitz und Alles was ihr als Miterbin Lord Selfords je zufallen sollte verfassen.

Bei einem Angriff des grobschlächtigen Riesen Giacco, wehrt sich Mr. Cody mit einer Maschinenpistole und tötet dabei versehentlich seine Frau, bevor er von Giacco erwürgt wird. Sybil Lansdown wird von Tom Cawler aus der Dachkammer befreit, noch bevor Giacco dort eindringen kann.

Sybil und Tom galangen in das benachbarte Schloss Selford, wo sie von dem wahnsinnigen Dr. Staletti in sein geheimes Labor gebracht werden, das sich in der Gruft unter der Kapelle befindet. Tom Cawler soll das nächste menschliche Versuchsobjekt für die Experimente von Staletti werden.

Dazu kommt es aber nicht mehr, da die Polizei rechtzeitig eintrifft um Staletti das Handwerk zu legen. Auch der eigentliche Drahtzieher der Morde, der Notar Haveloc kann von Inspektor Martin überführt und unschädlich gemacht werden.

Kritiken

„Wieder ein deutscher Kriminalfilm und wieder eine Niete. Das ist ein ärgerliches Gemisch von grober Gruseltaktik und ein paar heiteren Momenten, die aber keineswegs mit diesem Film versöhnen.“

Der Tag, 29. Juli 1962

„Die Greuel und Verbrechen, sie wirken nicht, sie nehmen sich albern aus. Das Publikum, enttäuscht, quittiert's mit Zwischenrufen.“

Die Welt, 30. Juli 1962

„Bewährte Besetzung in der spannenden Verfilmung eines Edgar Wallace-Krimis.“

Dirk Jasper FilmLexikon

„Spannender Edgar Wallace-Krimi von Alfred Vohrer.“

Rhein-Zeitung, 18./19. Mai 1998

„Standard-Unterhaltung, in ihren besten Momenten von unfreiwilliger Komik.“

Lexikon des Internationalen Films

Sonstiges

Das Schloss Pfaueninsel in Berlin: Hier und in der unmittelbaren Umgebung entstanden die meisten Außenaufnahmen zu diesem Film.
  • Das erste Drehbuch von Johannes Kai sah als Schauplätze unter anderem Mexiko-Stadt, Caracas, Rio de Janeiro, Santiago de Chile, Tokio, Hongkong, Bombay, Kapstadt und Madeira vor. Produzent Horst Wendlandt, der das Projekt bereits Ende 1961 realisieren wollte, erschien das Drehbuch zu aufwendig und produzierte zunächst den Film Das Rätsel der roten Orchidee. Noch vor dem Kinostart dieses Edgar-Wallace-Films, begannen die Dreharbeiten zu Die Tür mit den sieben Schlössern, dessen Drehbuch inzwischen von Harald G. Petersson umfangreich in eine wesentlich kostengünstigere Fassung umgearbeitet wurde.
  • Zum ersten Mal beteiligte sich eine französische Firma an den Produktionskosten eines Wallace-Krimis der Rialto Film.
  • Regie führte Alfred Vohrer, der für die Rialto Film bereits erfolgreich die Wallace-Verfilmung Die toten Augen von London und den Abenteuerfilm Unser Haus in Kamerun inszenierte.
  • Die Außenaufnahmen fanden in Berlin-Tempelhof und auf der Berliner Pfaueninsel statt. Die London-Aufnahmen stammten aus dem Archiv. Die Innenaufnahmen entstanden in den Ufa-Filmstudios in Berlin-Tempelhof.
  • Für die Rolle des Inspektors Dick Martin engagierte man Heinz Drache, der gerade erst durch den Straßenfeger Das Halstuch nach Francis Durbridge einem Millionenpublikum bekannt wurde. Zwei Jahre vorher wirkte er bereits in dem von Kurt Ulrich produzierten Wallace-Film Der Rächer mit.
  • Neben einigen, in der Wallace-Serie bereits etablierten Darstellern spielten erstmals Gisela Uhlen, Werner Peters und Hans Nielsen in einem Film der Serie mit. Siegfried Schürenberg mimte erstmals den Scotland-Yard-Chef Sir John. In insgesamt dreizehn Filmen sollte er den energischen und leicht trotteligen Polizeichef spielen. Außerdem war er in vier weiteren Wallace-Verfilmungen in anderen Rollen zu sehen.
  • Beim Endschnitt, also noch vor der Prüfung durch die FSK, entfernte man die ursprünglich vorgesehene Eröffnungssequenz des Films. Diese Szenen werden in Joachim Kramps Buch Hallo! Hier spricht Edgar Wallace (1998) wie folgt beschrieben: Der eben ertrinkende Peter Livingston (gespielt von Arthur Schilski) wird von einem Polizisten (gespielt von Hector Hecht) mit Hilfe einer Stange aus der Themse gezogen. Noch bevor er jedoch an Land kriechen kann, wird der Polizist von einem Unbekannten niedergeschlagen und Livingston mit einem Fußtritt zurück ins Wasser befördert. Während er sich an den glitschigen Stufen festzuhalten versucht, greifen zwei Hände nach ihm und zerreißen mit einem Ruck das Hemd am Hals. Eine Halskette mit Schlüssel wird sichtbar - mit allerletzter Kraft setzt sich der Ertrinkende zur Wehr und versinkt schließlich gurgelnd in den Fluten. Als Polizeisirenen ertönen flieht der Unbekannte und das Geschehen geht weiter wie bekannt, an der Waterloo Station. Im Trailer des Films sind Fragmente dieser Szenen zu sehen.
  • Der Film wurde von der FSK ohne Schnittauflagen ab 16 Jahren freigegeben. 1991 folgte die Freigabe ab 12 Jahren. Dennoch wurde der Film vom Fernsehen später in einer stark gekürzten Fassung ausgestrahlt. Auch der im Original farbige Vorspann wurde lediglich in Schwarzweiß wiedergegeben. Inzwischen wurde der Film in der originalen Kinofassung auf DVD veröffentlicht.
  • Trotz weitaus schlechterer Kritiken gelang Rialto Film nach dem Misserfolg von Das Rätsel der roten Orchidee wieder ein Kassenschlager. Die Tür mit den sieben Schlössern gehört zu den sechs Wallace-Filmen mit mehr als drei Millionen Kinobesuchern bei der Erstaufführung.
  • In den anfänglichen Bahnhofszenen ist sehr deutlich eine Lokomotive der Baureihe V65 der DB zu sehen. Dies verrät, dass die Szenen in einem deutschen Bahnhof gedreht wurden und nicht - wie der Film durch angebrachte englischsprachige Schilder glauben machen will - in einem Bahnhof in London.

Literatur

  • Edgar Wallace: Die Tür mit den sieben Schlössern / Die Bande des Schreckens / Der Doppelgänger. Drei Romane in einem Band. Deutsche Übersetzung. Goldmann Verlag, München 2007. 560 Seiten. ISBN 344255506X
  • Joachim Kramp: Das Edgar Wallace Lexikon. Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004. 720 Seiten. ISBN 3896025082
  • Joachim Kramp: Hallo! Hier spricht Edgar Wallace. Die Geschichte der legendären deutschen Kriminalfilmserie von 1959–1972. 3. Auflage. Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 2005. 500 Seiten. ISBN 3-89602-645-3

Weblinks


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