Adolph (Nassau)
Großherzog Adolf I. von Luxemburg
Denkmal Herzogs Adolph von Nassau in Königstein im Taunus
Großfürstin Elisabeth Michailowna Romanowa, die erste Ehefrau von Großherzog Adolf I.
Prinzessin Adelheid von Anhalt-Dessau, die zweite Ehefrau von Großherzog Adolf I.

Adolph Wilhelm Carl August Friedrich (* 24. Juli 1817 auf Schloss Biebrich in Wiesbaden-Biebrich; † 17. November 1905 in Schloss Hohenburg, Bayern) war von 1839 bis 1866 Herzog von Nassau und von 1890 bis zu seinem Tod Großherzog von Luxemburg.

Inhaltsverzeichnis

Familie

Adolf stammte aus dem Haus Nassau Weilburg aus der ersten Ehe von Wilhelm I. Herzog von Nassau-Weilburg (1792-1839) und Prinzessin Luise von Sachsen-Hildburghausen (1794-1825), Tochter von Friedrich Herzog von Sachsen-Altenburg und Charlotte Georgine Herzogin von Mecklenburg-Strelitz.

Leben

Adolph übernahm im Jahr 1839 nach dem Tod seines Vaters, Herzog Wilhelm I., als 22-Jähriger die Herrschaft über das Herzogtum Nassau. In den Anfangsjahren seiner Herrschaft eher der Reiterei zugewandt, entwickelte er sich zu einem sehr leutseligen und populären Herrscher. In die Zeit seiner Regentschaft fielen unter anderem der Eisenbahnbau, die Entwicklung des Kurbetriebes in Wiesbaden und den anderen Badeorten des Herzogtums sowie die Industrialisierung mit der Errichtung großer Fabriken in Wiesbaden und Höchst. 1840 gründete der Herzog die „Herzoglich Nassauische Landes-Credit-Casse“, aus der später die Nassauische Sparkasse hervorging.

1844 heiratete Adolph die Prinzessin Elisabeth Michailowna, Großfürstin von Russland. Nachdem sie nur ein Jahr später im Alter von 19 Jahren bei der Geburt ihrer Tochter gemeinsam mit dem Kind starb, ließ Adolph unter Verwendung von einer Million Rubel aus der Mitgift seiner Frau auf dem Neroberg in Wiesbaden eine prunkvolle Grabkapelle errichten.

Adolph war eigentlich in der Tradition seines Vaters streng konservativ und reaktionär, beugte sich aber dem Druck der Märzrevolution des Jahres 1848 und gab am 4. März den „Neun Forderungen der Nassauer“ statt, indem er den Bürgern des Herzogtums erstmals Bürgerrechte gewährte.

1851 heiratete Adolph Prinzessin Adelheid Marie von Anhalt-Dessau. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor.

Nassau stand im Deutschen Krieg von 1866 auf Seiten des Deutschen Bundes unter dem Vorsitz Österreichs und wurde nach dem Sieg Preußens von diesem annektiert. Herzog Adolph schied am 20. September 1866 mit einer Abfindung, die aus 15 Millionen Gulden, verzinslich zu 4,5 %, sowie mehreren Schlössern bestand, aus dem Amt, hielt sich danach hauptsächlich in Wien und in Frankfurt auf und reiste darüber hinaus viel. Er erwarb Schloss Hohenburg in Lenggries/Oberbayern, wo er sich gerne zur Jagd aufhielt.

1890 endete die Personalunion zwischen den Niederlanden und Luxemburg, da der niederländische König Wilhelm III. ohne männliche Nachkommen blieb und in Luxemburg – anders als in den Niederlanden – das salische Erbrecht galt. Adolph wurde – als Protestant in einem katholischen Land – Großherzog von Luxemburg und Begründer des Hauses Luxemburg-Nassau. Im liberalen Luxemburg hielt er sich aus der Tagespolitik heraus. 1902 setzte er seinen Sohn Wilhelm als Statthalter ein, behielt sich aber wichtige Regierungsakte vor.

Als er 1905 starb, war er mit 88 Jahren der älteste regierende Monarch in Europa.

Nachkommen

Aus der Ehe mit Elisabeth Michailowna Romanowa (1826–1845), Tochter von Großfürst Michael von Russland:

  • Tochter (*/† 27. Januar 1845)

Aus der Ehe mit Adelheid Marie von Anhalt-Dessau (1833-1916), Tochter von Friedrich August, Prinz von Anhalt-Dessau:

  • Wilhelm IV. (* 22. April 1852; † 25. Februar 1912), Großherzog
  • Friedrich (* 28. September 1854; † 23. Oktober 1855)
  • Marie (* 14. November 1857; † 28. Dezember 1857)
  • Franz Joseph Wilhelm (* 30. Januar 1859; † 2. April 1875)
  • Hilda (* 5. November 1864; † 8. Februar 1952) – verheiratet mit Friedrich II., Großherzog von Baden.

Literatur

  • Pierre Even: Adolph, Herzog zu Nassau, Großherzog von Luxemburg 1817–1905. Wiesbaden 1992.
  • Pierre Even: Dynastie Luxemburg-Nassau. Luxemburg 2000, S. 199–243.

Weblinks



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