Dietrich III. von Isenberg


Dietrich III. von Isenberg

Dietrich III. von Isenberg († 1226) war Bischof von Münster von 1218 bis 1226 und Graf von Isenburg, aus dem Geschlecht der Grafen von Altena (in Westfalen).

Dietrich wird 1196 durch Vermittlung seines Onkels, des Erzbischofs Adolf von Köln, Propst von Soest und folgt 1216 dem Vetter seines Vaters, Graf Engelbert von Berg, nach dessen Erhebung auf den erzbischöflichen Stuhl von Köln im Besitz der dortigen Dompropstei.

Wohl durch den Einfluss des Erzbischofs Engelbert erfolgte am 22. Juli 1218 die Wahl Dietrichs zum Bischof von Münster. Seine nur kurze Regierung ist für Münster nicht ohne Bedeutung geblieben; die bischöfliche Autorität in Friesland wurde neu befestigt und im Stift selbst der Entwicklung des Städtewesens weiterer Aufschwung gegeben. Mit Bernard von der Lippe, Bischof von Selburg, weihte er 1222 die Kirche des von letzterem gegründeten Klosters Marienfeld; 1225 legte er den ersten Stein zum Bau des münsterischen Domes, der, von Bischof Hermann II. begonnen, unter Bischof Otto ins Stocken geraten war.

Dietrichs Beteiligung an der Verschwörung westfälischer Bischöfe und Dynasten gegen den Erzbischof Engelbert von Köln, deren Folge die Ermordung des Erzbischofs durch Dietrichs älteren Bruder Graf Friedrich von Isenberg am 7. November 1225 war, führte seinen Sturz herbei. Dietrich, ebenso wie sein jüngerer Bruder Engelbert, erwählter Bischof von Osnabrück, der Mitschuld angeklagt, verlangte von dem gerade am Niederrhein anwesenden päpstlichen Legaten Kardinal Konrad von Porto Verhandlung der Anklage, um sich von derselben reinigen zu können. Die Brüder erschienen auf der zu diesem Zweck vom Kardinal auf den 2. Februar 1226 nach Lüttich berufenen Versammlung, waren aber nach längeren tumultuarischen Verhandlungen nicht im Stande, die Beschuldigungen von sich abzuwälzen. Auf Bischof Dietrich schien die Hauptschuld an dem Frevel zu lasten; seine Ministerialen waren bei der Ausführung des Mordes besonders beteiligt. Der Kardinal verhängte über die Brüder die Suspension und verwies sie zur weiteren Verhandlung nach Rom. Dorthin begaben sich die Bischöfe, begleitet von ihrem Bruder Friedrich, dem Mörder Engelberts, ohne ihr Schicksal mildern zu können. Das Urteil des Papstes lautete auf Absetzung. Dietrichs Tod erfolgte auf der Rückreise von Rom 1226, wahrscheinlich am 18. Juli.

Urkunden Dietrichs, Münster. Chroniken; Ficker, Engelbert der Heilige. Sauer.

Literatur


Vorgänger Amt Nachfolger
Otto I. von Oldenburg Bischof von Münster
12181226
Ludolf von Holte

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Dietrich III. von Isenburg — Dietrich III. von Isenberg († 1226) war Bischof von Münster von 1218 bis 1226 und Graf von Isenburg, aus dem Geschlecht der Grafen von Altena (in Westfalen). Dietrich wird 1196 durch Vermittlung seines Onkels, des Erzbischofs Adolf von Köln,… …   Deutsch Wikipedia

  • Dietrich III. von Limburg — (* um 1291; † 9. August 1364) war deutscher Adliger, durch Abstammung und Erbe regierender Graf von Limburg. Abstammung Dietrich war ein Sohn von Graf Eberhard I. von Isenberg Limburg und Prinzessin Agnes, Tochter des Herzogs Walram V. von… …   Deutsch Wikipedia

  • Dietrich I of Isenberg — Dietrich I, last count of Isenberg and Altena, first count of Limburg (Limburg a.d. Lenne) (before 1215 – 1301), son of Friedrich II of Isenberg, count of Isenberg and Altena. Dietrich I was disinherited of all his territories in the First Reich… …   Wikipedia

  • Dietrich III. — Dietrich hießen folgende Herrscher: Inhaltsverzeichnis 1 Dietrich 2 Dietrich I. 3 Kirchliche Herrscher 4 Siehe auch // …   Deutsch Wikipedia

  • Dietrich II. von Limburg-Styrum — Graf Dietrich II. von Limburg Styrum (* um 1292; † um 1368) war ein deutscher Adliger, durch Abstammung Graf von Limburg und durch Erbe Herr von Styrum und dem Kolkerhof. Abstammung Dietrich war ein Sohn von Dietrich I. von Isenberg Limburg und… …   Deutsch Wikipedia

  • Graf Friedrich von Isenberg — (* vor 1193; hingerichtet am 14. November 1226 in Köln) war Sohn von Graf Arnold von Altena († nach 1205) und Mechtild zu Styrum. Sein Stammsitz war die Burg Isenberg bei Hattingen. Inhaltsverzeichnis 1 Werdegang 1.1 Der Konflikt mit den… …   Deutsch Wikipedia

  • Engelbert I. von Isenberg — Engelbert von Isenberg († 1250) war von 1224 bis 1226 zum ersten Mal Bischof von Osnabrück. In diese Zeit fällt die eigentliche Gründung des Hochstifts Osnabrück als weltliches Territorium. Wegen der Beteiligung an der Ermordung von Erzbischof… …   Deutsch Wikipedia

  • Bruno von Isenberg — († 20. Dezember 1258) war von 1250 bis 1258 Bischof von Osnabrück. Familie Er stammte aus dem Geschlecht der Grafen von Isenberg, eines Zweiges des Geschlechts Berg Altena. Der Vater war Arnold von Altena. Seine Mutter war Mechtild zu Styrum.… …   Deutsch Wikipedia

  • Friedrich von Isenberg — Graf von Isenberg , auch Friedrich de Novus Ponte genannt (* vor 1193; † 14. November 1226 in Köln) war Sohn von Arnold von Altena, Graf von Altena († nach 1205) und Mechtild zu Styrum. Sein Stammsitz war die Burg Isenberg bei Hattingen. Er… …   Deutsch Wikipedia

  • Isenberg — ist der Name folgender Personen: Beate Isenberg (1846–1933), Frau von Paul Isenberg, Bremer Mäzenin Dietrich III. von Isenberg († 1226), Bischof von Münster von 1218 bis 1226 und Graf von Isenburg, aus dem Geschlecht der Grafen von Altena (in… …   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.