Adolzfurt

Adolzfurt ist ein Ortsteil von Bretzfeld im Hohenlohekreis im nördlichen Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Adolzfurt liegt im südwestlichen Hohenlohekreis am rechten Ufer des sich zur Hohenloher Ebene hin weitenden Tals der Brettach. Auf der gegenüberliegenden Uferseite liegt der Bretzfelder Ortsteil Scheppach, mit dem Adolzfurt durch die jüngere Siedlungsausdehnung zusammengewachsen ist.

Ortsgliederung

Zu Adolzfurt (1121 Einwohner, Stand: 31. Dezember 2006) gehören die Weiler Hälden (auch zu Geddelsbach), Hahnenbusch und Hohenacker (auch zu Scheppach) und das Haus Wiesental sowie eine abgegangene Burg auf dem Schloßbuckel, die möglicherweise mit dem 1334 genannten Burgstall Nuwen Heimeberc identisch ist.[1]

Geschichte

Adolzfurt wurde als Adelhardtsfurt erstmals 1327 urkundlich erwähnt. Der Name des Ortes bedeutet Furt des Adelhard und wandelte sich im Laufe der Zeit zu seiner heutigen Schreibweise. Den Ort besaßen um 1300 die Herren von Neideck-Maienfels als Lehen der Herren von Weinsberg. 1335 kam der Ort an die Fürsten von Hohenlohe. 1336 verlieh Kaiser Ludwig IV. dem Ort die Rechte der Stadt Hall, jedoch wurde Adolzfurt bereits 1350 wieder Dorf genannt und konnte keine städtische Bedeutung erlangen, wenngleich der Ort als Zollstation auch an einer alten Salzhandelsstraße von Mainhardt nach Heilbronn lag. Mehr als der Handel prägte die Landwirtschaft den Ort: seit 1491 ist Weinbau nachweisbar, außerdem hatten Ackerbau, Obstbau und Viehzucht große Bedeutung.

In Adolzfurt befand sich einst eine Wasserburg, die später Sitz der hohenlohischen Vögte und Amtssitz war. Der Ort kam 1553 an die Linie Hohenlohe-Waldenburg, 1615 an Hohenlohe-Pfedelbach und später an Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst. Der Grundbesitz am Ort war stark zersplittert, im 17. Jahrhundert befand sich nahezu die Hälfte der Ackerflächen in bäuerlichem Eigenbesitz. Als in Folge des Reichsdeputationshauptschlusses die Hohenlohischen Lande 1806 ihre Unabhängigkeit verloren, kam auch Adolzfurt zum Königreich Württemberg. Dort wurde es dem Oberamt Neuenstein zugeordnet und wechselte 1812 in das Oberamt Öhringen.

Die Gemeinde erreichte 1852 einen vorläufigen Bevölkerungshöchststand mit 755 Einwohnern, danach ging die Einwohnerzahl bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs durch Aus- und Abwanderung auf nur noch 516 Einwohner zurück. Die bereits um 1830 als Zweigbetrieb der Pulvermühle Unterheimbach gegründete Adolzfurter Pulvermühle für Schwarzpulver war später Teil der Dynamit Nobel und wurde während des Zweiten Weltkriegs zu einem bedeutenden Arbeitgeber im Ort. Durch eine schwere Explosion am 30. März 1990 wurden 3 Personen getötet und 4 Personen verletzt. Weite Teile der Pulvermühle wurden zerstört. Nach dem Unglück wurde die Pulvermühle nicht mehr aufgebaut. [2]

Mit der Kreisreform 1973 kam Adolzfurt vom Landkreis Öhringen zum Hohenlohekreis. Im Zuge der Gemeindereform erwog Adolzfurt gemeinsam mit Geddelsbach, Scheppach und Unterheimbach die Bildung einer Großgemeinde Weinfurt, da man die Bildung einer das gesamte Brettachtal umfassenden Einheitsgemeinde zunächst ablehnte. Am 1. Januar 1975 kam es dennoch zum Zusammenschluss von Adolzfurt, Bitzfeld, Bretzfeld, Dimbach, Geddelsbach, Scheppach, Schwabbach, Siebeneich, Unterheimbach und Waldbach zur neuen Gemeinde Bretzfeld.

Wappen

Wappen

Die Blasonierung des ehemaligen Gemeindewappens lautet: Unter silbernem Schildhaupt, darin ein schreitender rotbezungter schwarzer Leopard mit nach unten geschlagenem Schwanz, in Grün ein goldener Rebzweig mit einer goldenen Traube und drei goldenen Blättern.

Sehenswürdigkeiten

Dorfkirche Adolzfurt

Der ehemalige nordöstliche Eckturm und der südliche Wohnflügel künden noch vom einstigen Schloss in Adolzfurt, das auf eine mittelalterliche Wasserburg zurückgeht und lange Zeit hohenlohischer Amtssitz war. Das Schloss wurde 1777 teilweise abgerissen, die erhaltenen Teile wurden vollständig umgebaut. Die Anlage befindet sich seit dem 19. Jahrhundert in Privatbesitz. Der freistehende Turm ist von einer sechseckigen Haube bekrönt.

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählen die von Heinrich Schickhardt 1618 umgebaute Dorfkirche, das Pfarrhaus von 1612 mit repräsentativem Renaissancegiebel und das ehemalige Amtshaus. Die Alte Mühle in der Nähe des Schlosses zählt zu den ältesten Gebäuden des Ortes.

Etwas außerhalb auf dem Schloßberg sind einige wenige Spuren einer mittelalterlichen Burg erhalten, die im Volksmund Scheppacher Schloss genannt wird und bei der es sich möglicherweise um die in der Literatur bezeugte Burg Nuwen Heimeberc (Neuen Heimberg) handelt.

Persönlichkeiten

  • August Benz, Professor und Zeichner, geboren in Adolzfurt
  • Theodor Lauxmann (1865–1920), Professor und Kunstmaler, geboren in Adolzfurt

Einzelnachweise

  1. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 173–179
  2. http://www.geocaching.com/seek/cache_details.aspx?guid=a4dd753e-5498-4892-8bd9-679f9169983e Explosion der Pulvermühle

Literatur

  • Jürgen Hermann Rauser: Brettachtaler Heimatbuch. Jahrbuch-Verlag, Weinsberg 1983 (Heimatbücherei Hohenlohekreis. Band 14)

Weblinks

 Commons: Adolzfurt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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