Dillingen an der Donau
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Dillingen a. d. Donau
Dillingen an der Donau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Dillingen a. d. Donau hervorgehoben
48.57694444444410.493888888889433
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Dillingen a.d.Donau
Höhe: 433 m ü. NN
Fläche: 75,59 km²
Einwohner:

18.215 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 241 Einwohner je km²
Postleitzahl: 89407
Vorwahl: 09071
Kfz-Kennzeichen: DLG
Gemeindeschlüssel: 09 7 73 125
Adresse der
Stadtverwaltung:
Königstraße 37/38
89407 Dillingen a. d. Donau
Webpräsenz: www.dillingen-donau.de
Oberbürgermeister: Frank Kunz (CSU)
Lage der Stadt Dillingen a. d. Donau im Landkreis Dillingen a.d.Donau
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Über dieses Bild

Dillingen an der Donau (amtlich: Dillingen a. d. Donau) ist eine Große Kreisstadt und Verwaltungssitz des gleichnamigen Landkreises im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Dillingen liegt in Nordschwaben, am Nordufer der Donau im Donauried. Die Grenze zu Baden-Württemberg verläuft ca. 15 Kilometer von Dillingen entfernt. Augsburg als nächstgelegenes Oberzentrum liegt rund 50 Kilometer entfernt.

Ausdehnung des Stadtgebietes

Zu Dillingen an der Donau gehören seit der Gemeindegebietsreform unter anderem die Ortsteile Dillingen an der Donau, Donaualtheim, Fristingen, Hausen, Kicklingen, Schretzheim und Steinheim.

Pfarrkirche "Maria Rosenkranz" in Schretzheim

Geschichte

Königsstraße in Dillingen

Die Ursprünge der Stadt Dillingen lassen sich bis auf eine alemannische Siedlung zurückverfolgen.

Mittelalter

Aus Wittislingen kommend, ließen sich die späteren Grafen von Dillingen im 10. Jahrhundert im Donautal nieder, wobei deren Burg zum Zentrum der heutigen Kreisstadt Dillingen wurde. 973 erstmals urkundlich erwähnt fiel Dillingen 1258 als Schenkung an das Hochstift Augsburg und war spätestens ab dem 15. Jahrhundert bis zur Säkularisierung 1803 Residenzstadt der Bischöfe von Augsburg.

1551 erfolgte die Gründung der Universität Dillingen durch den Augsburger Bischof Kardinal Otto Truchseß von Waldburg.

Moderne

1802/03 kam die Stadt zu Bayern. Die Universität wurde in ein Lyzeum zur Ausbildung katholischer Theologen umgewandelt, aus dem wiederum 1923 die „Philosophisch-Theologische Hochschule Dillingen" entstand. 1862 wurde das Bezirksamt Dillingen an der Donau gegründet. Am 1. Juli 1972 entstand der Landkreis Dillingen an der Donau in seiner heutigen Form. Zudem wurde an diesem Tag die ursprünglich selbständige Gemeinde Hausen eingegliedert.[2]

Eingemeindungen

Ehemalige
Gemeinde
Einwohner
(1970)
Eingemeindungs-
datum
Donaualtheim 911 1. Mai 1978
Fristingen 700 1. Mai 1978
Hausen 540 1. Juli 1972
Kicklingen 683 1. Mai 1978
Schretzheim 1144 1. Mai 1978
Steinheim 1102 1. Mai 1978

Politik

Der Stadtsaal – zentraler Veranstaltungsort Dillingens

Allgemeines

Der Stadtrat hat 24 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 2. März 2008 führte zu folgender Sitzverteilung im Stadtrat:

  • CSU: 9 Sitze
  • SPD/Freie Bürger: 4 Sitze
  • Schretzheimer Liste: 2 Sitze
  • Wählergemeinschaft Steinheim: 2 Sitze
  • Wählervereinigung Kicklingen: 1 Sitz
  • Wählerschaft Fristingen: 2 Sitze
  • Bürgergemeinschaft Hausen: 2 Sitze
  • Grüne: 1 Sitz
  • Allgemeine Wählerliste Donaualtheim: 1 Sitz

Bürgermeister

Bürgermeister ist seit 2008 Frank Kunz (CSU).

Partnerstädte, Patenschaften und Freundschaften

Städtepartnerschaften:

Patenschaften:

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Goldener Saal der Akademie für Lehrerfortbildung

Kultur

Die bekannteste Person, die in Dillingen gewirkt hat, dürfte wohl Sebastian Kneipp sein. Kneipp wurde 1844 am örtlichen Gymnasium aufgenommen und begann 1848 sein Studium der Theologie in der Stadt an der Donau. Heute erinnert ein Kneipp-Rundweg durch die Stadt an das Wirken des Priesters und Hydrotherapeuten in Dillingen. Im Stadt- und Hochstiftsmuseum existiert zudem eine Ausstellung über Kneipps Heilerfolg und das Entstehen seiner Kneipp-Medizin.

Im Jahr 2007 wurden die Dillinger Basilikakonzerte ins Leben gerufen. Seitdem finden jährlich drei Konzertzyklen mit verschiedenen Veranstaltungen in der Basilika St. Peter statt.

Alle zwei Jahre im Herbst finden zudem die Dillinger Kulturtage statt.

Sehenswürdigkeiten

Teilansicht der Altstadt von Dillingen

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie erfolgte vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg.

Namhafte in Dillingen ansässige Unternehmen sind beispielsweise:

Verkehr

Der Dillinger Stadtbus

Durch die Stadt führt die auch als Donautalbahn bezeichnete Strecke Regensburg – Neuoffingen (–Ulm). Die Regionalbahnen zwischen Donauwörth und Günzburg begegnen sich dabei in Dillingen. Bis 1972 war Dillingen zudem Start- und Endpunkt der Härtsfeldbahn, einer Schmalspurbahn (1000 mm), die bis nach Aalen führte.

Der örtliche öffentliche Personennahverkehr wird von zwei Stadtbuslinien bewältigt, die die Kernstadt sowie die Stadtteile Hausen, Donaualtheim und Schretzheim bedienen.

Mit dem Auto ist Dillingen über die Bundesstraße 16 zu erreichen. Die nächsten Autobahnanschlüsse liegen in Giengen an der Brenz (A 7) und Günzburg (A 8) und sind rund 25 Kilometer entfernt. Die nächstgelegenen Flughäfen sind Augsburg (rund 50 Kilometer), sowie die Flughäfen München und Stuttgart (jeweils rund 130 Kilometer)

Außerdem führt der Donauradweg durch die Stadt.

Gesundheitswesen

Mit dem Kreiskrankenhaus St. Elisabeth steht der Stadt eine leistungsfähige Krankenanstalt zur Verfügung. Betrieben wird das Krankenhaus durch die Kreiskliniken Dillingen-Wertingen gGmbH

Mit der Regens-Wagner-Stiftung gibt es zudem eine Einrichtung zur Betreuung und Förderung mehrfach behinderter und hörgeschädigter Menschen. Weiterhin existiert eine ökumenische Sozialstation sowie das Heilig-Geist-Stift, ein Senioren- und Pflegeheim.

Bildung

Öffentliche Einrichtungen

  • Sechs Kindergärten im Stadtgebiet
  • Studienbibliothek (darunter Bestände der ehem. fürstbischöflichen Bibliothek)
  • Stadtbücherei
  • Amtsgericht

Behörden

Die Luitpold-Kaserne am östlichen Stadtrand beherbergt das Führungsunterstützungsbataillon 292 (ehemals Fernmeldebataillon 230), die Soldaten der ehemaligen 8./Bataillon Elektronische Kampfführung 922 (heute die 6. Kompanie des Führungsunterstützungsbataillon 292) der Bundeswehr sowie das Führungsunterstützungsregiment 29, die Luftlandefernmeldekompanie 200, die noch bis Ende des Jahres 2008 mit Teilen anwesend war und die Teile des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Ellwangen.

Sport

Unweit der Donau befindet sich das erst 2007 komplett renovierte Donaustadion.

Persönlichkeiten

In Dillingen geboren

Mit Dillingen verbunden

  • Heinrich Wangnereck (1595–1664), Jesuit, Theologe, Kanzler der Universität
  • Johann Michael Fischer (1717–1801), der in Dillingen gestorbene Bildhauer schuf u. a. die Altäre und die Kanzel der Studienkirche, den Hochaltar in Steinheim und Nebenaltäre in Violau
  • Matthias Klostermayr (1736-1771), "Bayrischer Hiasl", Wilderer, Anführer einer Räuberbande, in Dillingen verurteilt und erdrosselt, anschließend zertrümmert, geköpft und gevierteilt.
  • Josef Anton Laucher (1737–1813), Organist, Musikdirektor, Gesangslehrer, Komponist, seit 1774 in Dillingen als Lehrer tätig. Es ist eine Grundschule nach ihm benannt.
  • Johann Michael Sailer (1751–1832), kath. Theologe, Professor der Ethik und Pastoraltheologie in Dillingen an der Donau, 1821 Domkapitular und 1822 Weihbischof mit dem Recht der Nachfolge, 1829 Bischof von Regensburg
  • Johann Evangelist Wagner (1807–1886), kath. Geistlicher, Professor in Dillingen und Gründer der Regens-Wagner-Stiftungen
  • Sebastian Kneipp (1821–1897), deutscher Priester und Hydrotherapeut, begann 1848 sein Studium der Theologie in Dillingen.
  • Barbara Renz (1863–1955), die erste Frau in Süddeutschland, die einen Doktorgrad trug, hat hier lange Zeit gelebt und ist hier gestorben. Es ist auch eine Straße nach ihr benannt
  • Peter Dausch, (1864–1944), Exeget, Buchautor und Professor der Theologie, wirkte von 1903 bis 1930 in Dillingen und starb dort als Emeritus 1944.
  • Georg Graf (1875–1955) katholischer Theologe, Orientalist
  • Schwester Agreda Dirr (1880–1949), Taubstummenpädagogin
  • Heinz Piontek (1925–2003), Schriftsteller
  • Carmen Hanganu (* 1934), Opernsängerin, Gesangspädagogin
  • Erich Pawlu (* 1934), Schriftsteller
  • Die Killerpilze, eine Rockband

Literaturauswahl

  • Wolfgang Wüst: Hochstift Augsburg, Stadt Dillingen und Universität: topographische, rechtliche, wirtschaftliche und soziale Verflechtungen, in: Rolf Kießling (Hrsg.): Die Universität Dillingen und ihre Nachfolger. Stationen und Aspekte einer Hochschule in Schwaben. Festschrift zum 450 jährigen Gründungsjubiläum (Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen an der Donau 101) Dillingen/Donau 1999, S. 407–448; ISBN 3-00-005143-0.
  • Wolfgang Wüst: Geistlicher Staat und Altes Reich: Frühneuzeitliche Herrschaftsformen, Administration und Hofhaltung im Augsburger Fürstbistum (Studien zur Bayerischen Verfassungs- und Sozialgeschichte XIX/1 und XIX/2) München 2001, zu Dillingen insbes. S. 511–528; ISBN 3-769-69709-X.

Weblinks

 Commons: Dillingen an der Donau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Dillingen a. d. Donau – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 601

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