Adventfjord
Adventdalen Richtung Norden. Links die Grubenseilbahn von Grube 6 nach Longyearbyen, rechts der Fjord
Polarfahrt Dampfer "München", Advent Bay 1925, im Hintergrund Longyearbyen

Das Adventdalen ist ein etwa 30 km langes U-Tal auf der Insel Spitzbergen in Svalbard. Es mündet beim Adventfjorden in den Isfjorden. An der Mündung befindet sich die Ortschaft Longyearbyen, der Hauptort der Inselgruppe. Das Tal verläuft von der Mündung her zunächst süd-, dann ostwärts.

Das Tal hat mehrere Seitentäler, im Uhrzeigersinn von Norden her: Mälardalen, Helvetiadalen, Eskerdalen, im Süden Janssondalen, Foxdalen, Bolterdalen, Todalen und das Endalen, 4 km vor Longyearbyen. Die Adventelva durchfließt das Tal.

Zwei der sieben Kohleminen Longyearbyens befinden sich entlang des Tals, Mine 6 und Mine 7 (plus Grube 3 ganz an der Mündung zum Eisfjord). Die Universitäten von Tromsø und Alaska betreiben ein Nordlichtobservatiorium im Adventdalen.

Geschichte und Name

Das Tal hat seinen Namen vom Fjord, dessen Nennung deutlich älter ist. Der Name hat nichts mit dem Advent zu tun, sondern ist eine Verunstaltung des englischen Adventure Bay, wohl von einem englischen Wahlfänger mit Namen "Adventure" (dt: Abenteuer), der im Jahr 1656 hier stationiert war.[1] Ursprünglich hieß der Fjord Billefjorden, diesen Namen (nach dem dänischen Walfänger Cornelius Claeszoon Bille) trägt heute jedoch ein Fjord auf der Nordseite des Isfjorden. Ältere Namen sind daher Claas Billen Baaij[2], Klaas Billen Bay[3], Klaas bille Baay[4], Be de Nicolas Bille[5] oder Klaasbillen Baai[6]. Der Name Advent Bay taucht das erste Mal 1865 bei Dunér und Nordenskiöld auf. Conway (1906) nennt den Golf Adventure Bay und gibt Hinweise auf die Herkunft.

Auf der Ostseite des Fjordes befand sich Advent City, eine Minenarbeitersiedlung, die von 1904 bis 1917 bewohnt war. Die Häuser wurden später nach Hiorthhamn (etwa 2,5 km südwestlich) verlegt, deshalb sind hier nur noch Fundamente übrig.

Einzelnachweise

  1. Conway (1906), S 202
  2. v. Keulen (1707)
  3. Giles & Rep (1710)
  4. Zorgdrager (1720)
  5. de Reste (1801)
  6. Bennet & van Wijk 1829

Literatur und Quellen

  • Norsk Polarinstitutt; "C9 Adventdalen", aus dem 1:100.000-Kartenset für Svalbard
  • Norsk Polarinstitutt; The Place-Names of Svalbard; Oslo; 1942, Ausgabe 2001; ISBN 82-90307-82-9

78.16666666666715.57Koordinaten: 78° 10′ 0″ N, 15° 30′ 0″ O


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