Domino (Film)
Filmdaten
Deutscher Titel Domino – Live Fast Die Young
Originaltitel Domino
Produktionsland Frankreich und USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2005
Länge ca. 122 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Tony Scott
Drehbuch Richard Kelly
Produktion Skip Chaisson
Samuel Hadida
Tony Scott
Musik Harry Gregson-Williams
Kamera Daniel Mindel
Schnitt Tony Ciccone
William Goldenberg
Christian Wagner
Besetzung

Domino ist ein Film des britischen Regisseurs Tony Scott. Der Actionfilm basiert lose auf der wahren Lebensgeschichte der Titelfigur und wurde von den Filmproduktionsgesellschaften Scott Free Productions, Domino 17521 Inc., Davis-Films und Metropolitan Filmexport produziert. Der deutsche Kinostart war am 29. Dezember 2005. In den USA wurde der Film von New Line Cinema vertrieben, in Deutschland von Constantin-Film.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Der Film beginnt mit einem Gespräch zwischen Domino Harvey und einer FBI-Psychologin. Dann folgt eine Rückblende: Ex-Model Domino arbeitet mit ihrem Boss Ed und Choco als Kopfgeldjäger. Sie zwingen eine Frau einen Tresor zu öffnen, in dem 10 Millionen US-Dollar sind. Sie kann ihn nicht öffnen, da ihr Sohn die Kombination auf dem Arm tätowiert hat. Die Kopfgeldjäger haben jedoch vorgesorgt und den abgetrennten Arm des Sohnes dabei.

Als Domino von der Psychiaterin gefragt wird, warum sie Kopfgeldjägerin wurde, springt der Film noch weiter zurück. Domino fühlt sich von Gefahr und Risiko angezogen und fasste daher den Entschluss ihr bisheriges Leben aufzugeben. Sie schließt sich Ed und Choco an. Ihre Aufträge erhalten die drei von Claremont Williams. Später schließt sich den Dreien noch der afghanische „Sprengstoffexperte“ und Fahrer Alf an.

Bei ihrer ersten „Mission“ mit Ed und Choco beweist Domino, dass sie für die zwei wertvoll ist. Als sie in eine Falle geraten, bietet Domino dem Kopf der anderen Gruppe einen Lap Dance und fordert dafür die Information, die sie brauchen, und ihre Freilassung. Dank Domino sind die drei höchst erfolgreich. Sie sind gar so gut, dass der TV-Produzent Mark Heiss eine Realityshow mit ihnen machen will. Der TV-Produzent engagiert die Altstars Brian Austin Green und Ian Ziering aus der Fernsehserie Beverly Hills, 90210 als Moderatoren. Diese beiden Moderatoren, der Produzent und dessen Assistentin, sowie ein Kamerateam begleiten von nun an die Kopfgeldjäger.

Die Dinge fangen allerdings an außer Kontrolle zu geraten, als Lateesha Rodriguez, Claremonts Misstress, 300.000 US-Dollar für eine Operation für ihre Enkelin braucht (Lateesha ist mit 28 die jüngste Großmutter der USA). Claremont entscheidet sich, das Geld zu beschaffen. Er unterhält nebenbei noch ein Geldtransporterunternehmen. Sein Plan ist, dass vier als First Ladys verkleidete Personen einen Transporter, der mit 10 Millionen Dollar unterwegs ist, überfallen. Danach wendet sich Claremont an den Eigentümer des Geldes, den Casinobesitzer Drake Bishop und bietet ihm an, dass seine Kopfgeldjäger das Geld abzüglich eines 300.000 Dollar hohen Finderlohns zurückbeschaffen werden.

Was Claremont nicht ahnt, ist dass Lateesha ihre eigenen Probleme hat. Lateesha arbeitet in einem Fahrzeugzulassungsbüro und vergibt regelmäßig falsche Papiere und Führerscheine gegen Geld. Lateesha wurde von ihrem Chef gekündigt. Ihm wurde gesagt, dass sich FBI-Agenten mit ihr unterhalten wollen. In Panik gibt Lateesha an, dass vier Leute, denen sie kürzlich gefälschte Ausweise beschaffte, die 10 Millionen Dollar klauen werden. Sie weiß nicht, dass zwei der vier, die sie nennt, Söhne des Mafiabosses Anthony Cigliutti sind. Diejenigen, die letztlich wirklich den Raub ausführen sind Lateesha, ihre Schwestern und ein Kollege von Lateesha, zusammen mit dem eingeweihten Fahrer des Transporters. Als dieser an einer Tankstelle hält, geraten sie in Panik und fliehen. Das Geld lassen sie zurück. Der Fahrer bringt das Geld zu seiner Mutter, der Frau vom Anfang des Filmes.

Die vier, die beschuldigt werden, werden von Ed, Choco und Domino gefangen und an eine Gruppe übergeben, die für Drake Bishop arbeitet. Es war Mr.Cigliuttis Geld, das gestohlen wurde und es wurde durch Drake Bishops Kasino gewaschen. Bishop befiehlt die vier zu töten, nicht wissend, dass die Söhne Cigliuttis darunter sind. Später im Film wird allerdings klar, dass die vier nicht umgebracht wurden. Das FBI findet sie, teilt es Cigliutti aber nicht mit, da das FBI wollte, dass sich Bishop und Cigliutti treffen. So könnte bewiesen werden, dass diese zusammenarbeiten.

Als sie die Wahrheit herausfinden, schütteln Domino und ihre Jungs ihre Fernsehbegleiter ab und machen sich auf den Weg, das Geld „einzusammeln“. Sie entführen den Fahrer des Geldtransporters aus einem Striptease-Club, um dessen Mutter zu erpressen, das Geld herauszugeben. Zufällig sind die beiden Moderatoren der Realityshow ebenfalls in dem Club, weshalb Ed beschließt die beiden als „VIP-Geiseln“ mitzunehmen. Auf dem Weg ruft Domino Claremont an und versteht dessen Worte auf Grund einer schlechten Leitung falsch. Claremont sagt ihr, sie solle den Ärmel des Fahrers entfernen um die Kombination für den „Safe“ (einen Kühlschrank mit Vorhängeschloss) zu sehen, die auf seinem Unterarm eintätowiert ist. Sie versteht jedoch, dass sie den Arm entfernen sollen. Choco schießt deshalb den Arm des Fahrers ab.

Die Mutter macht den „Tresor“ nach längerer Verhandlung auf und die drei Kopfgeldjäger sammeln das Geld ein. Sie bemerken nicht, wie die Frau ihnen Meskalin in den Kaffee mischt, was dazu führt, dass sie später einen Unfall haben. Nach diesem Unfall gesteht Choco Domino seine Liebe und die beiden genießen diese Zeit. Sie verbringen die Nacht in der Wüste, wo sie dann vom „Wanderer“ (Tom Waits) besucht werden, der sie davon überzeugt, dass es das Beste ist, wenn sie das Geld zurückbrächten.

Der „Wanderer“ fährt das Quartett samt Geiseln zurück nach Las Vegas, wo die das Geld an Drake Bishop übergeben. Lateesha erzählt Domino dann die Wahrheit, dass das Geld für ihre kranke Enkelin bestimmt ist. Domino holt von Alf, der alleine im Bad des Hotelzimmers sitzt und das Geld und C4-Sprengstoff bei sich hat, 300.000 Dollar, um diese an Lateesha zu geben. Die vier Kopfgeldjäger und die beiden VIP-Geiseln gehen ins „Top Of The World“-Restaurant um die Übergabe zu vollziehen. Allerdings erklärt Alf dann, dass er das Geld gegen C4 ausgetauscht hat und die Fernzündung in seiner Hand hat. Die angespannte Situation wird noch angespannter als Mr. Cigliutti, der immer noch glaubt, dass Bishop seine Söhne umgebracht hat, mit Verstärkung anrückt. Ein Feuergefecht bricht aus. Domino zieht die angeschossenen Ed und Choco in einen Aufzug und Alf sagt ihr, dass er alles in Ordnung brächte. Als der Aufzug mit Domino weit genug vom Restaurant entfernt ist, lässt er das C4 explodieren. Das Aufzugkabel reißt bei der Explosion, doch Domino überlebt.

Der Film endet wieder beim FBI, das Domino gehen lässt, die dann über ihr Leben reflektiert. Das Geld hat Alf an Kinder in Afghanistan geschickt und Lateeshas Enkelin wird im Krankenhaus behandelt.

Entstehungsgeschichte

Der Film ist inspiriert vom Leben Domino Harveys, die 1969 geboren wurde und Tochter des britischen Schauspielers Laurence Harvey und des Models Paulene Stone war. Harvey hat die Rechte an ihrer Lebensgeschichte 1995 für 360.000 US-Dollar verkauft. Scott entwickelte das Projekt über viele Jahre mit vielen verschiedenen Autoren, bspw. Steve Barancik und Roger Avary. Zwischenzeitlich war Sharon Stone für die Hauptrolle vorgesehen, doch da die Produktion verschoben wurde, zog sich Stone aus dem Projekt zurück. Richard Kelly war der fünfte Autor, der sich mit dem Film beschäftigte. Scott war von Kellys Vorstellungen im Bezug auf die Story begeistert und im Oktober 2002 wurde offiziell angekündigt, dass 20th Century Fox den Film produzieren wird. Allerdings wurde Scott das Angebot gemacht, „Mann unter Feuer“ (u. a. mit Denzel Washington) umzusetzen, ein weiteres Projekt, an dem Scott jahrelang arbeitete. Dadurch blieb Domino weiterhin in der Entwicklungsphase stecken.

Während der Postproduktion zu „Mann unter Feuer“ Ende 2003/Anfang 2004 gab Richard Kelly bekannt, dass Tony Scott Domino als sein nächstes Projekt ins Auge gefasst hat. Im August 2004 teilte New Line Cinema mit, man habe die Rechte zum Film erworben, und dass Keira Knightley für die Hauptrolle besetzt wurde. Der Dreh begann am 4. Oktober 2004 und endete am 21. Dezember 2004. Es wurde in Los Angeles und Las Vegas gedreht. Der Film hatte ein Budget von 57 Millionen US-Dollar.

Rezeption

Die Veröffentlichung des Filmes wurde mehrfach verschoben. Letztlich kam der Film am 14. Oktober 2005 in die US-amerikanischen Kinos. Domino wurde kein kommerzieller Erfolg und spielte in den USA lediglich zehn Millionen US-Dollar ein.

Am 29. Dezember 2005 kam der Film in die deutschen Kinos, wo er insgesamt ca. 140.000 Zuschauer fand und es in der ersten Woche knapp in die Top 10 der deutschen Charts schaffte.[1]

Kritik

Die Kritiken fielen hingegen unterschiedlich aus. The Village Voice nannte ihn „schwachsinnig genug, um so etwas wie Mitleid zu erzeugen.“ Rolling Stone meinte, Domino Harvey hätte Besseres verdient gehabt. Die New York Post kritisierte die hyperkinetische Machart des Films: Er sei „für eine Weile amüsant und abgefahren, aber er schafft dich schließlich. Zwei Augäpfel sind dafür nicht genug.“ Roger Ebert fand Scotts Werk dagegen „lebendig“. Domino bestätige Godards Regel, dass alles was man für einen Film brauche „ein Mädchen und eine Knarre“ seien. Keira Knightley erntete denn auch am meisten Lob. James Berardinelli, der die „masturbatorischen Exzesse“ des Streifens anprangerte, nannte Knightley als Domino „sexy und amoralisch - eine köstliche Mischung.“ Knightley sei eine Darstellerin mit erstaunlicher Bandbreite.

Trivia

  • Die echte Domino Harvey starb am 27. Juni 2005 in ihrem Hotel im Badezimmer an einer Überdosis Fentanyl. Der Filmabspann beginnt mit den Worten „In Loving Memory, Domino Harvey“.
  • Der Charakter Ed Moseby basiert auf dem echten Kopfgeldjäger Zeke Unger. Claremont Williams basiert auf Dominos wahrem Boss, Celes King III. Beide arbeiteten als technische Berater bei den Dreharbeiten mit.
  • Bei dem Film, der im Wohnwagen der Mutter des Fahrers läuft und der mehrmals in die Handlung geschnitten ist, handelt es sich um Botschafter der Angst (Originaltitel: The Manchurian Candidate) mit Dominos Vater Laurence Harvey und Frank Sinatra in den Hauptrollen.
  • Die Schlussszene in der obersten Suite eines großen Hotels ist eine deutliche Anspielung auf den Showdown von Scotts Film True Romance.
  • Der Film enthält Musik und gestalterische Elemente des vorher von Tony Scott gedrehten Films Mann unter Feuer.

Einzelnachweise

  1. http://www.insidekino.com/DJahr/D2005.htm

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