Aedes vexans
 

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Rheinschnake
Systematik
Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Unterordnung: Mücken (Nematocera)
Familie: Stechmücken (Culicidae)
Gattung: Aedes
Untergattung:
Art: Rheinschnake
Wissenschaftlicher Name
Aedes vexans
Meigen, 1830

Die Rheinschnake (Aedes vexans) ist eine von 46 in Deutschland vorkommenden Stechmückenarten und zwar die mit Abstand am häufigsten vorkommende. Sie gehört zu der mit 25 Arten am stärksten in Deutschland vertretenen Gattung Aedes und von der Lebensweise her zu den Überschwemmungsmücken.

In den hochwasserreichen Sommermonaten kommt es an Gewässern wie Elbe, Donau und Bodensee, vor allem aber am Rhein zu massenhaftem Auftreten wie bei keiner anderen Stechmückenart. Unter den 33 am Oberrhein auftretenden Stechmückenarten stellt sie über 80 Prozent der Individuen. In einem Quadratmeter Uferbereich eines Hochwassertümpels können nicht selten 50.000 Aedes-Eier nachgewiesen werden.

Wegen ihres Brutgebietes in überschwemmten Auwäldern und Wiesen wird diese massenhaft auftretende Art ebenso wie die in diesen Gebieten sehr häufig auftretende Art Aedes sticticus und die dort häufig auftrenden Arten Aedes rossicus und Aedes cinereus auch als Wiesenmücke oder Auwaldmücke angesprochen.

Die mit 6 mm eher kleine Mücke[1] mit spitz zulaufendem Hinterleib legt auf der Suche nach Blut, das die Weibchen zur Produktion von Eiern benötigen, Strecken von bis zu 10 km[2] zurück.

In Aedes-Arten, auch bei Aedes vexans, wurde am Oberrhein auch wiederholt das Tahyna-Virus nachgewiesen, das zu fieberhaften Erkrankungen führt.[3] Außerdem verbreiten Aedes die für Kaninchen tödliche Krankheit Myxomatose.

Inhaltsverzeichnis

Lebenslauf

Eiablage

Nach der Blutmahlzeit, bei der die Stechmücke etwa das Doppelte ihres Körpergewichts[4] aufgenommen hat, verwertet diese die im Blut enthaltenen Eiweiße innerhalb von 5 Tagen[5] zum Aufbau Ihrer Eier (Eireifung).

Ein Weibchen kann mit einer Mahlzeit bis etwa 100[6] schwarze länglich ovale spindelförmige 0,7 mm x 0,2mm große Eier bilden, die sie einzeln im feuchten Boden von Wiesen uns Auwäldern ablegt. Die Eier sind schwerer als Wasser, schwimmen also nicht.[7] Danach kann die Steckmücke ohne weitere Begattung weitere Eier ablegen, wenn sie eine Blutmahlzeit aufnehmen kann.

Reifung

In den Eiern entwickeln sich innerhalb von ca. 8 Tagen Embryonalphase die Larven. Die Larven schlüpfen aber nur aus, wenn die Eihülle durch eine Überschwemmung in sauerstoffarmen Wasser mit mehr als 10 Grad Temperatur kommt. Der Sauerstoffmangel nach dem Wechsel Wasser statt Luft bewirkt eine Kontraktion eines Muskels, der den Schlüpfzahn - eine spitzer verhärteter Dorn am Kopf - gegen die Eihülle drückt, die dann an einer vorgeprägten Stelle aufbricht. Die Kappe des spindelförmigen Eis platzt ab und der Embryo kann herausschlüpfen.[8] Sauerstoffreiches Wasser hemmt den Schlüpftrieb, denn solange der Auenbereich mit sauerstoffreichem Fließwasser überdeckt ist, können Fische einschwimmen und Schnackenlarven massenweise vertilgen. Außerdem würde die starke Strömung die Larven verdriften.

Bleibt die baldige Überschwemmung aus, können die Eier mindestens drei Jahre überleben.[9]

Larvenstadium

Über vier Larven- und ein Puppenstadium entwickelt sich die Larve zur Stechmücke. Je nach Wassertemperatur braucht es dafür 1 bis 3 Wochen, das Puppenstadium 2-4 Tage.[10]

Der Körper der Larve gliedert sich in den Kopf mit Mundwerkzeug, Augen und Antennen, drei verschmolzenen Brustsegmenten und neun Hinterleibssegmenten. Am achten Hinterleibssegment sitzt ein kräftiges Atemrohr mit einem Haarbüschel mittig oder leicht oberhalb der Mitte. Die Larven hängen mit dem Atemrohr an der Wasseroberfläche kopfüber schräg nach unten. Die Form des Atemrohrs kann zur Unterscheidung der verschiedenen Arten von Stechmücken eingesetzt werden.[11]

Stechmücke

Die Aedes-Männchen versammeln sich abends bei hoher Luftfeuchtigkeit oder in stark beschatteten Waldgebieten schon nachmittags zu oft mehrere tausend Mücken umfassenden Tanzschwärmen. Die sich in ca. 2 Metern Höhe auf- und abwärts bewegenden Männchen einer Art erzeugen durch den Flügelschlag einen artcharakteristischen Summton, der die Weibchen anlockt. Diese werden im Flug ergriffen und begattet.[12]

Nach der Begattung macht sich das Weibchen auf, um Blut zu saugen. Pro Tag legt die Mücke Strecken bis 1 km zurück. Dabei wandern die Weibchen von Geländeinsel zu Geländeinsel also Zonen mit für sie günstigen Lebensbedingungen, insbesondere hohe Luftfeuchtigkeit, in denen sie die trockene Hitze des Tages überstehen. Ergänzend zur aktiven Migration kommt es auch vor, dass ganze Schwärme vom Wind über weite Strecken weggetragen werden.[13]

Verbreitung und Seuchenverbreitung

Aedes vexans ist weltweit verbreitet, in den USA z.B. mit Ausnahme von Hawaii in allen Bundesstaaten. Aedes vexans verbreitet ja nach Gebiet verschiedene Krankheiten für Mensch und Tier neben den schon erwähnten Tahyna und Myxomatose auch Encephalitis und Dirofilaria immitis.[14]

Quelle

Dr. Norbert Becker, Paul Glaser, Hermann Magin: Biologische Stechmückenbekämpfung am Oberrhein, (Festschrift) 20 Jahre Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage, 1996, ISBN 3-00-000584-6

Einzelnachweis

  1. Dr. Norbert Becker, Paul Glaser, Hermann Magin: Biologische Stechmückenbekämpfung am Oberrhein, Seite 30
  2. Dr. Norbert Becker, Paul Glaser, Hermann Magin: Biologische Stechmückenbekämpfung am Oberrhein, Seite 41
  3. Dr. Norbert Becker, Paul Glaser, Hermann Magin: Biologische Stechmückenbekämpfung am Oberrhein, Seite 55
  4. Dr. Norbert Becker, Paul Glaser, Hermann Magin: Biologische Stechmückenbekämpfung am Oberrhein, Seite 33
  5. Dr. Norbert Becker, Paul Glaser, Hermann Magin: Biologische Stechmückenbekämpfung am Oberrhein, Seite 55
  6. Dr. Norbert Becker, Paul Glaser, Hermann Magin: Biologische Stechmückenbekämpfung am Oberrhein, Seite 41
  7. Dr. Norbert Becker, Paul Glaser, Hermann Magin: Biologische Stechmückenbekämpfung am Oberrhein, Seite 34
  8. Dr. Norbert Becker, Paul Glaser, Hermann Magin: Biologische Stechmückenbekämpfung am Oberrhein, Seite 44
  9. Dr. Norbert Becker, Paul Glaser, Hermann Magin: Biologische Stechmückenbekämpfung am Oberrhein, Seite 47
  10. Dr. Norbert Becker, Paul Glaser, Hermann Magin: Biologische Stechmückenbekämpfung am Oberrhein, Seite 50
  11. Dr. Norbert Becker, Paul Glaser, Hermann Magin: Biologische Stechmückenbekämpfung am Oberrhein, Seiten 35,36,37
  12. Dr. Norbert Becker, Paul Glaser, Hermann Magin: Biologische Stechmückenbekämpfung am Oberrhein, Seite 50
  13. Dr. Norbert Becker, Paul Glaser, Hermann Magin: Biologische Stechmückenbekämpfung am Oberrhein, Seite 101
  14. http://www.rci.rutgers.edu/~insects/sp13.htm O'Malley, C. M. 1990. Aedes vexans (Meigen): An old foe. Proc. N. J. Mosquito Control Assoc. pp. 90-95.

Literatur

Eva Schüßler: Tahyna-Virus: Untersuchungen zum Vorkommen am Oberrhein und Sequenzvergleiche des M-Segments bei zehn Virusisolaten Diss. Heidelberg 2000 (PDF)

Weblinks

englischsprachige Links


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