Donndorf
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Donndorf
Donndorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Donndorf hervorgehoben
51.29295833333311.371027777778120
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Kyffhäuserkreis
Höhe: 120 m ü. NN
Fläche: 11,51 km²
Einwohner:

828 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06571
Vorwahl: 034672
Kfz-Kennzeichen: KYF
Gemeindeschlüssel: 16 0 65 013
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Leopold-v.-Ranke-Str. 33
06571 Wiehe
Webpräsenz: Gemeinde Donndorf
Bürgermeisterin: Gudrun Holbe
Lage der Gemeinde Donndorf im Kyffhäuserkreis
Thüringen Abtsbessingen Artern/Unstrut Bad Frankenhausen/Kyffhäuser Badra Bellstedt Bendeleben Clingen Borxleben Bretleben Donndorf Ebeleben Etzleben Freienbessingen Gehofen Göllingen Gorsleben Greußen Großenehrich Günserode Hachelbich Hauteroda Helbedündorf Heldrungen Hemleben Heygendorf Holzsußra Ichstedt Kalbsrieth Mönchpfiffel-Nikolausrieth Nausitz Niederbösa Oberbösa Oberheldrungen Oldisleben Reinsdorf Ringleben Rockstedt Roßleben Rottleben Seega Sondershausen Steinthaleben Thüringenhausen Topfstedt Trebra Voigtstedt Wasserthaleben Westgreußen Wiehe WolferschwendaKarte
Über dieses Bild

Donndorf ist eine Gemeinde im Kyffhäuserkreis im Bundesland Thüringen. Es besteht aus den Ortsteilen Kleinroda sowie Kloster Donndorf, das dem Ort seinen Namen gab.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Zu Beginn des 9. Jahrhundert wird Donndorf in einem Verzeichnis der Güter des vom Erzbischof Lullus († 786) von Mainz erbauten Klosters Hersfeld urkundlich erwähnt. Eine mittelalterliche Burg soll auf dem Gelände des örtlichen Klosters gestanden haben. Untersuchungen bestätigten diese Vermutung. Ein Herr Hermanus de Tundorf wurde 1190 genannt. Es ist aber noch nicht bestätigt, dass die Familie in der Burg sesshaft war.[2]

Kleinroda

Kleinroda ist vermutlich im 12. Jahrhundert entstanden.[3] Der Namensendung nach entstand Kleinroda durch die Rodung von Wäldern und der sich anschließenden Besiedelung der entstehenden Flächen. Viele dieser auf diese Weise entstandenen Orte enden auf -roda, rode oder -reuth.

Kloster Donndorf

Das Kloster Donndorf wurde erstmals 1250 urkundlich erwähnt. Seine Geschichte begann etwa um dieses Jahr mit der Stiftung des Zisterzienser-Nonnenklosters in der Grafschaft Wiehe-Rabiswalde. 1525 wurde das Kloster von aufständischen Bauern gestürmt. Im Zuge der Reformation wurde es als Lateinschule in eine Klosterschule umgewandelt.[4] Die Administration des Klosters und der Klosterschule Donndorf hatten seit 1540 die Freiherren von Werthern-Wiehe, seit 1869 die Freiherren von Werthern-Bacha inne. Das Klostergut bewirtschaftete 170 Hektar, dazu 250 Hektar Wald. Die Stiftung Klosterschule bildete ein geistiges Zentrum der Region. Bekannteste Schüler der Lateinschule waren der Historiker Leopold von Ranke und der Chemiker Fritz Hofmann. 1924 musste die Lateinschule wegen inflationsbedingter Schwierigkeiten ihre Pforten schließen. 1928 erfolgte die Eingemeindung des Klosters nach Donndorf. 1945 wurde die Familie von Werthern entschädigungslos enteignet und vertrieben.[5] Nach der Wende wurden 1994 bis 1996 die heruntergekommenen Gebäude von Kloster und Klostergut umfassend saniert. 1996 zog die Ländliche Heimvolkshochschule ein.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994 - 912
  • 1995 - 897
  • 1996 - 882
  • 1997 - 898
  • 1998 - 903
  • 1999 - 897
  • 2000 - 904
  • 2001 - 896
  • 2002 - 882
  • 2003 - 859
  • 2004 - 849
  • 2007 - 858
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik

Bürgermeister

  • 1955-1961: Oskar Gunatowski
  • 1961-1971: Kurt Christ
  • 1971-1975: Joachim Heller
  • 1975-1990: Reinhard Heller
  • zur Zeit: Gudrun Holbe

Sehenswürdigkeiten

  • Die Sankt Peter- und Paulskirche fand erstmals in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts urkundliche Erwähnung. Der im Stil der Gotik errichtete Altar stammt aus dem 15. Jahrhundert.
  • Die Neue Peter- und Paulskirche entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
  • Das Donndorfer Steinkreuz aus dem Mittelalter, dessen Entstehung ungeklärt ist.
  • Das historische Kloster mit der Klosterkirche, dessen Gebäude heute unter Denkmalschutz stehen. Heute ist hier die Ländliche Heimvolkshochschule Thüringen[6] untergebracht. Der aus Sandstein gemauerte 5 m hohe Torbogen bildet den nördlichen Abschluss der Klostergebäude und wurde 1747 erbaut.

Die historischen Baudenkmäler Kloster Donndorf sowie Sankt Peter- und Paulskirche wurden in den 1990er Jahren durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gefördert.

Verkehr

Die Gemeinde liegt an der Unstrutbahn (seit 2006 ohne Verkehr), die die Städte Naumburg und Artern verbindet. Darüber hinaus durchläuft die Landstraße von Reinsdorf bei Artern nach Wiehe die Gemeinde. Rund 15 Kilometer von Donndorf entfernt verläuft nördlich die A 38.

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

  • Johannes Leipold: Donndorf und sein Kloster. Ein Heimatbuch. Rochstuhl, Bad Langensalza 2009, ISBN 978-3-86777-123-8, S. 150.
  • F.Bornemann: Donndorf - ein altes Thüringer Bauerndorf stellt sich vor. In: Aus der Chronik der Gemeinde Donndorf. Donndorf 1995.
  • Matthias Ludwig: Artikel Donndorf, in: Die Mönchs- und Nonnenklöster der Zisterzienser in Hessen und Thüringen, bearb. von Friedhelm Jürgensmeier und Regina Elisabeth Schwerdtfeger (Germania Benedictina IV), St. Otilien 2011, S. 370-382.

Einzelnachweise

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
  2. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, 2001, ISBN 3-910141-43-9 ,S. 85.
  3. Kleinroda
  4. sieh: E. Böhme und E. Geiling: Beiträge zur Geschichte von Kloster und Klosterschule Donndorf, Wiehe 1911
  5. Sebastian Garthoff: Ein Ort des Lernens. Thüringer Allgemeine, 6. September 2011
  6. Ländliche Heimvolkshochschule Thüringen e.V. Kloster Donndorf

Weblinks

 Commons: Donndorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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