Aeoline (Musikinstrument)

Der Instrumentenbauer Johann Caspar Schlimbach war 1810 der erste, der einen Querhammerflügel mit „Aeoline“ baute, die Idee und vorangegangene Versuche wie auch die Namensgebung stammen von Bernhard Eschenbach.

Im Jahr 1820 hatte „Der Schreiber … Gelegenheit, mehre dieser Instrumente zu sehen und zu hören, …“

Sein Bericht über die Erfindung:

»Mit Hilfe des dortigen geschickten Instrumentenmachers, Hrn. Schlimmbach, wurde nun das erste Instrument dieser Art zu Stande gebracht, welches der Erfinder, wie er sagte, nach Anleitung des Wortes Violine, Aeoline nannte. Uneigennützig teilte er nun seine Erfindung einigen andern Künstlern mit, namentlich Herrn Voit in Schweinfurt, der dann mehre solcher Instrumente bauete, sie Aeolodikon nannte, und schon vor mehren Jahren mit einem derselben eine Reise nach Frankfurt machte.«

Musikalische Zeitung vom 26. Juli 1820[1]

»In der tat hat der obengenannte Hr. Schlimmbach schon eine Orgel gebaut, in welcher mehre Register mit dem Aeolodikon angebracht sind, …«[1]

Die Bezeichnung Aeoline wurde in der Folgezeit auch für weitere Instrumente mit Stimmplatten verwendet:

  • Christian Friedrich Ludwig Buschmann, ebenfalls ein Instrumentenbauer, nannte seine frühen kleinen Physharmonikas Aeolinen. Diese Instrumente entstanden ungefähr ab 1829.
  • Bestimmte Mundharmonika-Vorläufer wurden ebenfalls Aeoline[2] genannt.
  • Das Blasakkordeon wurde auch „Aeoline mit Klappen“ genannt.
  • Zum Psallmelodikon siehe unter Durchschlagzungen.
  • Die Maultrommel wurde noch um 1829 als Aeoline bezeichnet. Anemochord und Aeolsharfe werden damit in verbindung gebracht.[3]

Weblinks

Einzelnachweis

  1. a b Musikalische Zeitung Nr. 30 vom 26. Juli 1820 (Google Book in der Google Buchsuche).
  2. Abbildung Die Bilder stammen aus einer deutschen Schule für Aeoline, die im Jahr 1830 von I. Willis und Co. herausgegeben wurde, der diese produziert und nach London exportierte. Die Abbildung zeigt, wie rudimentär die Instrumente waren: im Wesentlichen sind es nur einzelne Stimmplatten bzw. eine Platte mit einer Gruppe von Stimmzungen, die zu Akkorden oder Tonleitern zusammengefasst wurden. Es gibt auch ein chromatisches Modell, das kleine Abdeckungen (Klappen) für die Halbtöne hat und bei dem die Töne über 1½ Oktaven reichen. Der unbekannte Verfasser dieser Broschüre schreibt, dass die Instrumente erstmals im Jahre 1827 nach London gebracht wurden. Es werden 32 verschiedene Modelle aufgelistet.
  3. Wilhelm Weber führt diese als eigenständiges Instrument an. „als z. B. die Aeolsharfe, die Aeoline, das Anemochord u. dergl., und dass also Zungenpfeifen überhaupt zu betrachten sein mögten“. Caecilia, Band 11, S. Söhnen, 1829, S. 182 (Online in der Google Buchsuche).

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