Aeroflot
Аэрофлот
Aeroflot
Logo der Aeroflot
Airbus A330-200 der Aeroflot
IATA-Code: SU
ICAO-Code: AFL
Rufzeichen: AEROFLOT
Gründung: 25. Februar 1932
Sitz: RusslandRussland Moskau, Russland
Drehkreuz:

Moskau-Scheremetjewo

Heimatflughafen: Moskau-Scheremetjewo
Unternehmensform: Aktiengesellschaft
ISIN: RU0009062285
Leitung: Waleri Michailowitsch Okulow (General Director)
Mitarbeiterzahl: 14.802
Bilanzsumme: + 278 Mio. Euro (2006)
Fluggastaufkommen: 10.200.000 (2007)
Allianz: SkyTeam
Vielfliegerprogramm: Aeroflot Bonus
Flottenstärke: 108 (+ 105 Bestellungen)
Ziele: National und international

Aeroflot, eigentlich Aeroflot – Russische Luftfahrtlinien, (russisch Аэрофлот – Российские авиалинии/Transkription Aeroflot – Rossiskije awialinii) ist die größte russische Fluggesellschaft mit Sitz in Moskau und Drehkreuz auf dem Flughafen Moskau-Scheremetjewo. Sie ist Mitglied der Luftfahrtallianz SkyTeam und war mehrere Jahrzehnte lang die größte Fluggesellschaft der Welt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Anfangsjahre

Der 9. Februar 1923 wird amtlich als Geburtsdatum der russischen Zivilluftfahrt angesehen. Der Arbeiter- und Verteidigungsrat gab an diesem Tag eine Entschließung heraus, die die Verwaltung der zentralen Luftflotte bevollmächtigte, die technische Überwachung von Fluglinien und die Gründung eines Zivilluftfahrt-Rates vorzunehmen.[1] Am 8. März 1923, wurde in der jungen Sowjetunion der „Verein der Luftfahrtfreunde“ gegründet. Der neue Verein machte es sich zum Ziel, Geldmittel für den Bau von Flugzeugen zu sammeln und die Vorteile der Luftfahrt zu propagieren. Nur wenige Tage später, am 17. März, fand die konstituierende Versammlung der „Aktiengesellschaft Dobrolet“ statt – der ersten Luftfahrtgesellschaft der Sowjetunion. Neben den Vereinsmitgliedern kauften auch Funktionäre die zum Preis von je 1,05 Rubel emittierten Aktien. Selbst Lenin soll dabei 60 Aktien gekauft haben.

Im selben Jahr wurde die ukrainische Luftfahrtgesellschaft „Ukrwosduchput“ sowie die Kaukasische „SakAvia“ gegründet. Durch Parolen wie etwa „Wer nicht Aktionär von Dobrolet ist, der ist auch kein Bürger der Sowjetunion“ eingeschüchtert, spendeten die Arbeiter ihren Lohn und die Bauern ihre Erzeugnisse an den Verein unter Vorsitz von Felix Edmundowitsch Dserschinski und Michail Wassiljewitsch Frunse oder kauften Aktien von Dobrolet.

Für die erste Flotte der neuen Luftfahrtgesellschaft wurden 15 Flugzeuge vom Typ Junkers F13 gekauft. Die erste Linie von Moskau nach Nischni Nowgorod wurde am 15. Juli 1923 eröffnet. Bereits ein Jahr später stellte der Wegbereiter der russischen Flugzeugindustrie, Andrei Nikolajewitsch Tupolew seine aus Aluminium gebaute ANT-2 vor. Im gleichen Jahr flog mit der AK-1 das erste einheimische Modell bei Dobrolet. Auslandsflüge konnte Dobrolet immer noch nicht ausführen und so verlängerte die Regierung der UdSSR den Vertrag mit der ausländischen, halbstaatlichen Fluggesellschaft Deruluft für die Flüge von Moskau über Königsberg nach Berlin.

Am 29. Oktober 1930 fusionierte Dobrolet mit der Aktiengesellschaft Ukrwosduchput, die schon zuvor die SakAvia übernommen hatte, zur „Allunionsvereinigung der Zivilluftflotte“ (WOGWF).

Nach Entstehen der Aeroflot

Logo von 1956
Eine ehemalige Tupolew Tu-124 der Aeroflot im Jahr 1967
Der ehemalige Überschalljet Tupolew Tu-144 der Aeroflot

Am 25. Februar 1932 wurde die WOGWF zur „Hauptverwaltung der Zivilluftflotte“ (GUGWF) umgewandelt. Die mittlerweile zu einem riesigen Verband der zivilen Luftfahrt angewachsene GUGWF erhielt als Kurzbezeichnung den Namen „Aeroflot“.[2] Die aktive Flotte der Fluggesellschaft zählte nun über 100 Flugzeuge, darunter mittlerweile einige sowjetische wie ANT-9 und K-5.

Zu Sowjet-Zeiten war Aeroflot mit mehr als 10.000 Flugzeugen die größte Fluggesellschaft der Welt. Man wollte damals das ganze Land flächendeckend versorgen.

Logo von 1990

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 ging auch der Zusammenfall der Aeroflot einher. Seit 1992 ist die Aeroflot eine offene Aktiengesellschaft und im RTS Index gelistet, im Jahr 1993 richtete sie sich neu aus und nennt sich seither „Aeroflot – Russian International Airlines“ (ARIA).

Seit dem 14. April 2006 ist Aeroflot Mitglied der Luftfahrtallianz SkyTeam, der beispielsweise auch Air France angehört. Somit war sie zu diesem Zeitpunkt die erste russische Airline in einer weltweiten Allianz.

Im Februar 2010 wurde bekannt, dass Aeroflot binnen zwei Jahren mit Rossija sowie weiteren fünf kleineren russischen Regionalfluggesellschaften unter der Dachmarke Aeroflot fusionieren soll.[3] Dies sind die Vladivostok Avia, Kavminvodyavia, Orenair, Saravia und SAT Airlines.

Ziele

Aeroflot bedient ein dichtes Netz an Verbindungen innerhalb Russlands und fliegt darüber hinaus zahlreiche europäische Metropolen wie beispielsweise London, Madrid, Paris, Rom und Wien an. Des Weiteren werden mehrere Langstreckenziele, darunter Bangkok, Los Angeles, Havanna und Tokio angeflogen.

In Deutschland werden Berlin, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, München und Hannover angesteuert, während in Österreich Wien sowie saisonal auch Salzburg und Innsbruck und in der Schweiz Zürich und Genf Destinationen der Aeroflot sind.

Flotte

Ein Airbus A320-200 der Aeroflot
Ein Suchoi Superjet 100 der Aeroflot

Mit Stand September 2011 besteht die Flotte der Aeroflot aus 108 Flugzeugen[4] mit einem Durchschnittsalter von 5,1 Jahren[5]:

Flugzeugtyp aktiv bestellt[6][7][8] Anmerkung
Airbus A319-100 015
Airbus A320-200 043
Airbus A321-200 018 008
Airbus A330-200 005
Airbus A330-300 007 009
Airbus A350-800 018 Auslieferung voraussichtlich ab 2016[9]
Airbus A350-900 004 Auslieferung voraussichtlich ab 2016[9]
Boeing 767-300ER 009
Boeing 777-300ER 016
Boeing 787-8 022 Auslieferung voraussichtlich ab 2016[9]
Iljuschin Il-96-300 006
McDonnell Douglas MD-11F 003 Frachtmaschinen der Aeroflot Cargo
Suchoi Superjet 100 002 028
Gesamt 108 105

Um hohe Importsteuern für im Ausland hergestellte Flugzeuge zu vermeiden (die zwischenzeitlich die Mehrheit der Flotte ausmachen), lässt Aeroflot ihre Airbus- und Boeing-Flugzeuge auf den Bermuda-Inseln registrieren. Diese haben daher die entsprechende Luftfahrzeug-Kennung VP- anstelle der Kennung RA- für in Russland registrierte Flugzeuge.

Zwischenfälle

Die Unfall-Datenbank von AirDisaster.com listet insgesamt 127 Unfälle seit 1953 auf, in die Maschinen der Aeroflot verwickelt waren. Insgesamt kamen dabei 6.875 Menschen an Bord der Maschinen sowie 20 Menschen am Boden ums Leben. Diese Unfälle trugen ihr im deutschsprachigen Raum den Spottnamen Aeroschrott ein. Bei der Einordnung dieser Zahlen ist jedoch zu berücksichtigen, dass zu Zeiten der Sowjetunion die russische Luftfahrt eine völlig andere Struktur hatte als im Westen üblich: Die Aeroflot umfasste die komplette zivile Luftfahrt sowie einen großen Teil der militärischen Flugzeuge, zeitweise trugen um 10.000 Flugzeuge des zivilen Fluggeräts den Namen Aeroflot. Die meisten Piloten waren Offiziere der Reserve, und insgesamt war diese Fluggesellschaft sehr eng mit den russischen Luftstreitkräften verwoben[10].

Seit den frühen 1990ern jedoch hat Aeroflot ihre bis dahin sehr negative Sicherheitsbilanz, und somit auch ihr Image, wesentlich verbessern können. Nach dem Ende der Sowjetunion und der damit einhergehenden Restrukturierung der Gesellschaft gab es lediglich zwei Unglücke mit Todesopfern:

  • Nahe dem sibirischen Meschduretschensk stürzte am 23. März 1994 ein Airbus A310-300 der Aeroflot (Aeroflot-Flug 593) ab, nachdem der Pilot seinen Sohn ans Steuer gelassen hatte. Dieser deaktivierte versehentlich einen Kanal des Autopiloten, wodurch das Flugzeug allmählich in eine abnormale Fluglage geriet, die von der Besatzung zu spät bemerkt wurde.
  • Am 14. September 2008 ist Flug 821 aus Moskau kommend während des Landeanflugs auf den Flughafen von Perm abgestürzt. Alle 88 Insassen der Boeing 737-500 (Kennung VP-BKO) kamen dabei ums Leben.[11] Obwohl der Flug aus dem Flugplan von Aeroflot stammte, war er nicht von Aeroflot selbst, sondern von deren Tochtergesellschaft Aeroflot-Nord im Rahmen eines gegenseitigen Beförderungsabkommens durchgeführt worden.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Aeroflot History (englisch), abgefragt am 8. Februar 2010
  2. Aeroflot Geschichte, abgefragt am 8. Februar 2010
  3. airliners.de: Aeroflot auf dem Weg zu alter Größe? 3. Februar 2010
  4. Flotte der Aeroflot. ch-aviation.ch, abgerufen am 9. Oktober 2011 (englisch).
  5. Flottenalter der Aeroflot. airfleets.net, abgerufen am 9. Oktober 2011 (englisch).
  6. Orders, Deliveries, Operators. Airbus, 30. September 2011, abgerufen am 9. Oktober 2011 (XLS-Datei, englisch).
  7. Customer Summary. Boeing, 30. September 2011, abgerufen am 9. Oktober 2011 (englisch).
  8. Aeroflot has performed the first commercial flight using Sukhoi Superjet 100. ruaviation.com, 16. Juni 2011, abgerufen am 9. Oktober 2011 (englisch).
  9. a b c aeroflot.ru - Company Profile (englisch) abgerufen am 13. August 2011
  10. Soviet Union – Aeroflot Operations. Library of Congress Country Studies, 1989, abgerufen am 30. Juli 2010 (englisch).
  11. FAZ.NET: 88 Tote bei Flugzeugabsturz in Russland 14. September 2008

Weblinks

 Commons: Aeroflot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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